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Die „Vokaholics“: Fünf Stimmen und viel Pop

Dass Musik süchtig machen kann, ist spätestens seit dem Film „Almost Famous“ bekannt. Fünf Studenten aus Heidelberg und Mannheim haben die Sucht nach Tönen, und zwar solchen, die sie ihren Kehlen entlocken, gar im Namen ihres a-capella Quintetts festgehalten: „Vokaholics“ nennen sich die fünf, die seit Herbst 2002 zusammen singen.

Damals kam Moritz Lichtenegger zum Jurastudium nach Heidelberg und suchte begeisterte Sänger zur Gründung eines Vokalensembles, das sich in erster Linie der Popmusik widmen sollte. Fündig wurde er im großen Chor des Collegium Musicum: mit den Tenören Christopher Luhn und Christoph Nottbohm sowie Daniel Dittmar als Bariton und Christoph Allmendinger als Leadsänger war das Quintett komplett. Moritz Lichtenegger selbst übernimmt als Bass das Klangfundament.

„Am Anfang stand eine lange Durststrecke.“ erinnert sich Moritz an die ersten gemeinsamen Proben. „Es dauert lange bis sich fünf einzelne Stimmen zu einem Gesamtklang zusammengefunden haben. Da das instrumentale Fundament fehlt, spielt die einzelne Stimme eine viel größere, tragendere Rolle.“

Inzwischen reicht das Repertoire von a-capella-Klassikern wie „I get around“ von den Beach Boys und „For the longest time“ bis zu Ohrwürmern wie „Westerland“ von den Ärzten und Filmmusik aus „James Bond“ und „Titanic“. Den Vokaholics geht es darum, die Popsongs originalgetreu mit ihren Stimmen zu imitieren, den Bandklang vorzutäuschen. Dafür unabdinglich ist die Mouthpercussion von Christoph Nottbohm und Daniel Dittmar. Außerdem arrangieren die Vokaholics alle ihre Songs selbst. „Jedes Arrangement muss unseren Stimmen angepasst sein, damit diese sich voll entfalten können“ erklärt Christopher Luhn.

Gerade darin liegt für die fünf Männer aber auch der besondere Reiz der Vokalmusik: „Musik ohne Instrument, nur mit der eigenen Stimme zu machen, das macht das Singen so unmittelbar, so direkt“ schwärmen Daniel Dittmar und Christoph Nottbohm. „Wenn man auf die Bühne tritt und hat nichts dabei außer der eigenen Stimme, kein Hilfsmittel, und es dann schafft, dennoch diesen vollen Klang zu erzeugen, das ist ein großartiges Gefühl, das man in einem Orchester oder in einem großen Chor nicht hat.“

Hauptsächlich treten die Vokaholics bei privaten Festen auf, aber auch auf größeren Bühnen haben sie schon gestanden, so wie letzten Sommer beim „Rock at Church“-Festival in Ladenburg. Alle fünf betreiben ihre Musik neben dem Studium, opfern den gemeinsamen Proben viel Freizeit und Engagement. Das ist nicht einfach, verschwindet doch der eine oder andere mal für ein Jahr im Ausland oder wechselt den Studienort.

Was die Zukunft bringt, ist ungewiss. Alle fünf wollen ihre akademische Karriere weiterverfolgen. „Um mit der Musik den Lebensunterhalt zu verdienen, müssten wir uns wirklich nur aufs Singen konzentrieren“ erläutert Moritz. „Die Musik wird Hobby bleiben, aber so lange es irgend möglich ist, werden wir weiter zusammen singen.“

Infos, Hörsamples und mehr gibt es auf www.vokaholics.de

(hri)