Jackie Chan ist Nobody

1/4 rupis - mäßig

Jackie Chans neuester Film "Nobody" oder "Who Am I", wie der Film im Original heißt, ist keines seiner Glanzstücke, um es schon einmal vorwegzunehmen. Die abstruse Story über einen Meteor, dessen Zusammensetzung die Energieprobleme der Zukunft sichert, aber auch gleichzeitig eine gefährliche Waffe darstellt, ist schon an den Haaren herbeigezogen.

Aber dann die abgedroschene Geschichte des letzten Mitglieds eines Teams (hier vom CIA), das als einziges überlebt und ohne Gedächtnis aufwacht... die Story ist älter als Chan selber. Da spielt es auch keine Rolle mehr, daß Teile der Handlung für den "multi-kulti touch" der Filmes nach Afrika verlegt werden. Man kann über Jackie Chan sagen, was man will, aber er ist einfach ein noch schlechterer Schauspieler als Schwarzenegger, und das will was heißen.

Chan schrieb das Drehbuch, führte Regie und war der Hauptdarsteller in dem Film, wobei man sagen muß, daß er das Schreiben das nächste Mal schon jemand anderem überlassen soll, besonders wenn der Film nicht nur in Asien, wo Chan ein Superstar ist, sondern auch in den USA und in Europa beim Publikum ankommen sollte.

Kurz gesagt: Die erste Stunde ist schlichtweg so langweilig, daß man getrost zu spät kommen kann, ohne Nennenswertes zu versäumen. Erst als Chan zu Hochtouren aufläuft, kann er zeigen, wofür er so beliebt ist. Chan ist der schnellste "martial arts"-Künstler und seine Slapstick-Einlagen sind einmalig. Nicht umsonst macht Chan alle seine Stunts selber und hat sich bei solchen Aktionen schon Dutzende von Knochen gebrochen. Aber bei Nobody müssen selbst seine Fans lange beide Augen zudrücken, bis sie endlich belohnt werden.

Einzig allein Michelle Ferre ist ein Lichtpunkt am Ende des Tunnels, leider darf sie im ganzen Film nur einen einzigen Drehkick ansetzen.

(jr)    


Inhaltsverzeichnis Ausgabe 57