Wer soll das nur bezahlen?

Die Konditionen verschiedener Studienkredite im Vergleich

Der ruprecht hat sich bei fünf Banken in puncto Studentenkredite erkundigt. Das Ergebnis: Die Unterschiede fallen gering aus. Die Zinsen können bei allen Banken etwa zwischen 5,5 und 8,99 Prozent liegen. Die Förderdauer beträgt zumeist 12 Semester. Die Staatsbank für Baden-Württemberg (L-Bank) hat beispielsweise bis Ende April einen Satz von 7,2 Prozent festgelegt. Den Studienkredit der KfW-Förderbank stellen wir genauer vor:

Mehrwertsteuererhöhung, überhöhte Mietpreise und Studiengebühren lassen den Studenten die Haare zu Berge stehen. Was ist, wenn das Geld nicht reicht, wenn Eltern die Kinder nicht unterstützen können. Und was, wenn man vor lauter Prüfungsstress keiner geregelten Arbeit nachgehen kann? Eine Möglichkeit ist die Aufnahme eines Studiendarlehens. Die KfW-Bankengruppe bietet einen der „günstigsten“ Studienkredite zur Finanzierung des Lebensunterhalts während des Studiums an.

Niemand kommt leichter an einen Kredit

Für die Aufnahme eines KfW-Kredits reicht meist die Vorlage der Immatrikulationsbescheinigung. Dabei gibt es Einschränkungen: Kreditnehmer müssen Vollzeitstudierende im Erststudium an einer staatlichen Hochschule in Deutschland, nicht älter als 30 Jahre und deutsche Staatsangehörige sein (resp. EU-Bürger, die sich seit drei Jahren hier aufhalten). Die Dauer des Kredits kann fünf Jahre betragen und unter besonderen Umständen um zwei Jahre verlängert werden. Ein Auslandsaufenthalt während eines Urlaubssemesters wird nicht gefördert. Die Zahlungen werden in dieser Phase unterbrochen.

Die Konditionen im Überblick

Die Kreditnehmer können sich maximal 650 Euro pro Monat auszahlen lassen, die Laufzeit des Darlehens beträgt höchstens 33 Jahre und sechs Monate. Zusätzlich muss der Student eine einmalige Aufwandsentschädigung von 232 Euro an den Vertriebspartner der KfW (z.B. eine Sparkasse) entrichten. Sicherheiten werden in der Regel keine gebraucht. Der gesamte Kredit setzt sich aus drei Phasen zusammen:

1. Auszahlungsphase:

Während dieses Abschnittes wird der gewünschte Betrag zu Anfang jeden Monats auf das Konto des Studenten überwiesen – und das maximal vierzehn Semester lang. Zu bestimmten Terminen lässt sich der Auszahlungsbetrag verändern.

2. Karenzphase:

Die Karenzphase markiert eine tilgungsfreie Zeit nach der Auszahlungsphase. Sie beträgt zwischen sechs und 23 Monaten. Zinsen werden dem Kreditnehmer während dieses Zeitraums dennoch berechnet.

3. Tilgungsphase:

Binnen einer Frist von maximal 25 Jahren kann der Kredit zurückgezahlt werden. Die Höhe der Rückzahlungsbeträge ist dabei variabel und kann den jeweiligen Lebens- oder Arbeitsumstände des Absolventen angepasst werden.

Ein Beispiel:

Nehmen wir an, der Heidelberger Student Armin Arm möchte einen Kredit bei der KfW-Bankengruppe aufnehmen. Er beantragt ein Darlehen mit der höchstmöglichen Auszahlungssumme von 650 Euro im Monat. Nach fünf Jahren Studium hat Armin 39.232 Euro (inklusive Aufwandsentschädigung) kassiert. Nach einer Karenzzeit von 18 Monaten und einer Tilgungsdauer von 25 Jahren, bei monatlicher Rückzahlung von 251,57 Euro, hat er einen Schuldenberg von 84.748,09 Euro abgezahlt.

(cos, sbu)    


Inhaltsverzeichnis Ausgabe 106