Sie sind ein schöner Mann

2 von 4 rupis - zwischen Komödie und Drama

Ein Kurzschluss an der Melkmaschine ändert alles im Leben des französischen Bauern Aymé Pigrenet. Zwar war seine Ehe nicht gerade von Eintracht, schon gar nicht von Romantik geprägt, und somit braucht Aymé nicht lange, um das abrupte Ableben seiner Frau emotional zu verarbeiten.

Doch durch den Unfall hat der Landwirt mit seiner Partnerin auch eine wichtige Arbeitskraft verloren und sieht sich bald in einem Wust von Arbeit versinken. Von einem Tag auf den anderen muss er nicht nur das Feld bestellen, sondern auch die Tiere versorgen, Wäsche waschen, einkaufen und kochen. Ganze zehn Tage schafft es Aymé mehr schlecht als recht, die anfallende Arbeit zu bewältigen, bis ihm klar wird: er braucht eine neue Frau.

Er ist entschlossen, sich über eine Heiratsvermittlung mit Kontakten zu Rumänien nach einer Frau umzuschauen, die vor allem praktische Qualitäten aufweist. Ein paar Tage später holt er die junge Elena aus Bukarest in die französische Provinz. Wie man sich denken kann, bedeutet dies für Aymé allerdings nicht die Rückkehr in gewohnte Verhältnisse, sondern eher eine Konfrontation zweier Welten.

Mit ihrem neuen Werk ist der Regisseurin Isabelle Mergault ein feinfühliger Film gelungen, der sich zwischen Komödie und Drama bewegt. Durch gekonnt eingesetzte Situationskomik ist der Film kurzweilig, wenn auch die soziale Not, in der sich die Protagonistin befindet, und das hintergründige Thema des Frauenhandels, auf dessen nähre Beleuchtung im Film allerdings verzichtet wird, durchaus nachdenklich stimmt.

(jfd)    


Inhaltsverzeichnis Ausgabe 106