Nightliner gesucht

Studentische Telefonhotline

An klebrigen Klowänden und auf verschmierten Toilettenbrillen steht selten Lesenswertes, manchmal aber doch. Genau dann nämlich, wenn ein kleiner blauer Aufkleber die Telefonnummer der „Nightline“ verrät, die erstens immer ein offenes Ohr für die Sorgen studentischer Anrufer hat, und die sich zweitens immer über Leute freut, die Lust haben, sich bei ihnen zu engagieren.
Die Kummernummer existiert bereits seit vielen Jahren in Heidelberg, und der Grundsatz der Anonymität hat sich in dieser Zeit bewährt: „Man kann völlig unbefangen über Probleme reden. Oft kann sich jemand, der mit keinem der Beteiligten etwas zu tun hat, eher darauf einlassen“, so eine Mitarbeiterin der Nightline. Schließlich geht es bei dem Kummertelefon nicht um die Person, die zuhört, sondern darum, ein Problem aussprechen zu können.
Die streng gewahrte Anonymität auf beiden Seiten der Telefonverbindung erschwert allerdings die Mitarbeiterwerbung. Klar, daß Parties und ähnliche Aktionen zur Öffentlichkeitsarbeit nicht möglich sind, wenn selbst engste Freunde der Nightliner nichts von deren nächtlichen Telefondiensten wissen.
Wer sich für die Arbeit bei der Nightline interessiert, erinnere sich also einfach an das einzig Lesenswerte auf der Mensa-Toilette und rufe zu den Anrufzeiten an.
(Montag, Mittwoch und Freitag von 21-2 Uhr, Tel.184708)

(bak)    


Inhaltsverzeichnis Ausgabe 64