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 Feuilleton
07.02.2010

Konstruierte Mordgeschichte

Hubert Bär: "Der Heidelberger Campus-Mord"

Als Jochen Pfeifer aufwacht, hat er einen schrecklichen Kater. Verschwommen erinnert er sich an die Geschehnisse des Vorabends, doch ein Großteil seiner Erinnerungen fehlt. Er ist Doktorand am Literaturwissenschaftlichen Institut in Heidelberg.

Als Jochen Pfeifer aufwacht, hat er einen schrecklichen Kater. Verschwommen erinnert er sich an die Geschehnisse des Vorabends, doch ein Großteil seiner Erinnerungen fehlt. Er ist Doktorand am Literaturwissenschaftlichen Institut in Heidelberg.

Privat und beruflich frustriert wartet er auf eine z√ľndende Idee f√ľr seine Dissertation und die R√ľckkehr seiner Frau, die ihn f√ľr einen untreuen Versager h√§lt. Als eine Studentin als vermisst gemeldet wird, steigert sich Pfeifer in eine Reihe wilder Spekulationen hinein.

Er verd√§chtigt insgeheim seinen Chef, der sich auch mit √ľber sechzig Jahren noch gr√∂√üter Beliebtheit bei den Studentinnen erfreut und zudem damit gedroht hat, Pfeifers Stelle zu streichen. Auch einen Kollegen, dessen Forschungen wesentlich besser vorangehen als seine eigenen, w√ľrde Pfeifer gerne beschuldigen und sogar sich selbst hat er unter Verdacht, denn noch immer wei√ü Pfeifer nicht, was bei der Feier am Vorabend passiert ist.

Konstruiert und aufgesetzt

Hubert B√§rs Kriminalroman versucht mit einem paranoiden Hauptdarsteller zu gl√§nzen, der sich selbst unter Mordverdacht hat und sich mehr oder weniger antriebslos durch die Handlung qu√§lt. Als Pfeifer schlie√ülich tats√§chlich zum M√∂rder wird, hat man das Gef√ľhl, er wolle nur das Geschehen endlich etwas vorantreiben. Die allgemeine Langeweile der Charaktere wird nachvollziehbar, wenn man ihren erm√ľdenden Diskussionen √ľber den Sinn und Unsinn von Eliteuniversit√§ten, Studiengeb√ľhren und anderen plattgetretenen Streitpunkten folgt.

Der Bezug zu Heidelberg wirkt aufgesetzt und auch die Beziehungen der Figuren untereinander k√∂nnen den Krimi nicht retten. Sie wirken konstruiert und nicht sehr glaubw√ľrdig. Alles in allem ist der Heidelberger Campusmord die schlechte Umsetzung einer netten Idee.



Hubert Bär: "Der Heidelberger Campus-Mord", Wellhöfer Verlag, 176 Seiten, 9,80 Euro

von Marlene Kleiner
   

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