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 Interview
18.07.2010

"Der Bildungsstreik war hilfreich"

Prorektorin Friederike NĂŒssel im ruprecht-Interview

Die Theologin ist seit zwei Monaten die neue Prorektorin fĂŒr Studium und Lehre. Die Nachfolgerin des umstrittenen Thomas Pfeiffer will vor allem auf den Dialog mit den Studierenden setzen, um die BachelorstudiengĂ€nge zu optimieren. 

Die Theologin ist seit zwei Monaten die neue Prorektorin fĂŒr Studium und Lehre. Die Nachfolgerin des umstrittenen Thomas Pfeiffer, will vor allem auf den Dialog mit den Studierenden setzen, um die BachelorstudiengĂ€nge zu optimieren.

ruprecht: Was haben Sie sich fĂŒr die kommenden drei Jahre als Prorektorin vorgenommen?

Friederike NĂŒssel: Vor allem eine gut durchdachte und realitĂ€tsnahe Nachjustierung der StudiengĂ€nge. Außerdem ist es mir wichtig, den Übergang vom Bachelor zum Master optimal zu gestalten. Da stehen wir in engem Kontakt mit dem Land und anderen UniversitĂ€ten. Momentan zeichnet sich ab, dass gerade der Übergang vom Bachelor zum Master genutzt werden wird, um den Studienort zu wechseln und ins Ausland zu gehen. Wichtig ist, dass die Studenten die Möglichkeit zum Auslandsstudium bereits im Bachelorstudium nutzen. Dabei gibt es noch HĂŒrden, die verringert werden sollen. Es gibt da schon einige Maßnahmen, aber die mĂŒssen noch besser zum Zuge kommen.

Was hat sie dazu bewogen das Amt der Prorektorin zu ĂŒbernehmen?

Mich begleitet der Bologna-Prozess schon seit meiner ersten Professur in MĂŒnster. MĂŒnster war Modell-Uni fĂŒr die Bachelor- und Master-StudiengĂ€nge. Dort habe ich diese Prozesse direkt mitbekommen und sehen können, wo die Schwierigkeiten liegen. Als ich im Herbst 2006 nach Heidelberg kam, wollte ich diese Erfahrungen im Studiendekanat einbringen. Damals stand in der Theologischen FakultĂ€t die Umstellung der StudiengĂ€nge an. Als ich nach drei Jahren als Studiendekanin dann gefragt wurde, ob als Prorektorin kandidieren wolle, schien es mir wichtig, auf der Grundlage meiner Erfahrungen diese Verantwortung anzunehmen.

Oft kann man sich das Auslandsstudium nicht komplett anrechnen lassen und "verliert" daher Studienzeit.

Eben das wollen wir Àndern: Wir wollen internationale Studienangebote so gestalten, um solche Verluste zu vermeiden.

Was halten Sie denn vom Konzept des Studierendenrates, das derzeit ausgearbeitet wird?

Die Idee der FachrĂ€te ist richtig und wichtig. In Heidelberg gibt es sehr große FakultĂ€ten. Da sind die FachrĂ€te genau auf die sich daraus ergebenden Schwierigkeiten zugeschnitten. In den FachrĂ€ten könnten wir StudiengĂ€nge und PrĂŒfungsordnungen fachbezogen diskutieren, bevor sie in die FakultĂ€tsrĂ€te gehen. Ich unterstĂŒtze es sehr, dass Blickwinkel und Kompetenzen von Studierenden frĂŒhzeitig in studienbezogene Fragestellungen mit einbezogen werden.

Gibt es bei der Kommunikation zwischen Rektorat und Studierenden Unterschiede zwischen MĂŒnster und Heidelberg?

In der Gremienarbeit machte es sich bemerkbar, dass es in MĂŒnster eine verfasste Studierendenschaft gibt.

Haben Sie außerhalb der Gremiensitzungen genug Kontakt mit Studenten, um zu hören, was alles verbessert werden könnte?

Mir ist es sehr wichtig, in den Gremien die Studierenden anzuhören und auch zu diskutieren. Ich versuche auch, am Rande von Veranstaltungen immer erreichbar zu sein. Ich komme gerade wieder aus einer Sitzung, bei der die Studierendenvertreter am Ende nochmal auf Probleme angesprochen haben. Ich denke, ich habe genug Kontakt, um zu hören, was den Studierenden am Herzen liegt.

Können Sie die Forderungen des Bildungsstreiks nachvollziehen oder finden Sie die Forderungen utopisch?

Ich kann viele Punkten sehr gut nachvollziehen, zum Beispiel wie der Bologna-Prozess von den Studierenden kommentiert wird. Der Bildungsstreik war hilfreich, um Feedback von Studenten zu bekommen oder zu hören, wie deren RealitÀt aussieht. Das Rektorat und die FÀcher haben darauf in vieler Hinsicht konstruktiv reagiert. Dabei wird besonders das Anliegen der studentischen Mitbestimmung sehr ernst genommen.

Sind Sie da anders als Ihr VorgÀnger Thomas Pfeiffer?

Das kann ich nicht beurteilen. Jeder entwickelt einen eigenen Stil. Das hĂ€ngt auch mit den unterschiedlichen FĂ€cherkulturen zusammen. In den Grundauffassungen sehe ich keine großen Differenzen. Wir arbeiten gut zusammen.

Wie sieht ihr typische Arbeitstag aus?

Ein normaler Arbeitstag ist im Wesentlichen durch Gremienarbeit bestimmt. Ich gehöre einer Reihe davon entweder in leitender Funktion oder als Mitglied an. Besonders wichtig sind in meinem Ressort der Senatsausschuss fĂŒr Lehre, die Studiendekane und auch das Kuratorium der Graduiertenakademie. Die Rektoratsbesprechung ist immer ein Knotenpunkt, in dem viel zusammenlĂ€uft und von dem viel ausgeht.

Lehren Sie auch noch oder bleibt dafĂŒr keine Zeit mehr?

Ich nutze momentan die reduzierte Lehrverpflichtung. Ich hoffe aber, dass ich in den nĂ€chsten Semestern wieder die mehr lehren kann. Mir ist die Lehre sehr wichtig und ich unterrichte gerne.

Frau NĂŒssel, vielen Dank fĂŒr das GesprĂ€ch.

   

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