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 Feuilleton
15.07.2010

Shakespeare im Turm

Studenten inszenieren „Verliebte und Verrückte“

Studenten der hessischen Theaterakademie inszenieren für die Heidelberger Schlossfestspiele Szenen aus Shakespeares „Macbeth“, „Romeo und Julia“, „Was ihr wollt“ und „Der Widerspenstigen Zähmung“.

Kussszene mit Blick ĂĽber die Altstadt. Sonnenuntergang. Romeo und Julia haben Bettlaken ĂĽber den Köpfen. „Ist alles inhaltlich ange­bunden“, kommentiert Regiestudent Daniel Schauf. Trotzdem verfehlen sich die Liebenden erst mal um zwei Meter. 

Vier Teams der Hessischen Theaterakademie (HTA) führen bei den Schlossfestspielen Auszüge aus Shakespeares „Macbeth“, „Romeo und Julia“, „Was ihr wollt“ und „Der Widerspenstigen Zähmung“ auf, nach einer Idee von George Tabori. „Post-post”, nennt Daniel das.

Für den Regiestudenten ist der Text eine Heraus­forderung: „Dann aber merkt man, was der Text einem alles sagen kann.“ Was seine Julia einengt, sind nicht Verbote, sondern Individua­lismus und der Drang, sich auch in der Liebe selbst zu finden.

Romeo-Darsteller Robert Oschmann: „Für mich war auch wichtig, dass wir uns viel mit Authentizität beschäftigt haben.“ Den perfekten Moment nicht als Klischee zu sehen wird fast unmöglich: „Du küsst, wie es geschrieben steht“, kommentiert Julia (Ronja Losert), die Hochge­fühle Romeos abschätzig.

Für viele ist die Inszenierung nicht das erste Projekt außerhalb des Hochschulrahmens. Die HTA sucht den echten Theateralltag. „Man lernt zu produzieren, zu präsentie­ren. Das hat Vor-und Nachteile“, beschreibt Daniel. Auch Michaela Stolte, Dramaturgin der Romeo und Julia Szene, sieht das zweischneidig: „Einerseits ist es gut zu lernen, was wo funktioniert, andererseits hat man so nicht den Freiraum, alles ausprobieren zu können. Wir lernen das Problem sozusagen mit.“

Auch fĂĽr das Heidelberger Stadttheater ist die AuffĂĽhrung im Rahmen der tradi­tionsreichen Schlossfestspiele ein Balanceakt. „Dem Abo-Publikum wird es nicht gefallen”, glaubt Kat­inka Deecke, Produktionsleiterin und HTA-Absolventin, „Die wollen alle die Balkonszene sehen.” Auf Konfrontation legen die Darsteller es aber nicht an. „Schocken ist langweilig. Wir haben uns intensiv mit dem Projekt beschäftigt und unseren Weg gefunden.“

Ob viele Studenten den Weg in die Aufführung finden, ist aber fraglich. Der Eintritt zu den Stücken der Schlossfestspiele ist teuer. Aufführungen im „Dicken Turm” kosten Studenten 16 Euro, am Wochenende sogar 21 Euro.


Weitere Aufführungen finden am 16., 17., 18. und 31. Juli sowie am 1. August um 20:30 Uhr im Dicken Turm des Heidelberger Schlosses statt. Karten ab 16 Euro (ermäßigt).

von Johannes Eberenz
   

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