ruprecht-Logo Banner
ruprecht/Schlagloch-doppelkeks-Jubiläum
Am 13.10. feiern wir 25 Jahre ruprecht/Schlagloch und 10 Jahre doppelkeks [...mehr]
ruprecht auf Facebook
Der aktuelle ruprecht
ruprecht vor 10 Jahren
Andere Studizeitungen
ruprechts Liste von Studierendenzeitungen im deutschsprachigen Raum
ruprecht-RSS
ruprecht-Nachrichten per RSS-Feed
 Feuilleton
30.01.2012

Das stille √Ėrtchen

Schloss Schwetzingen stellt königliche Toiletten aus

Der Adel saß beim großen Geschäft deutlich bequemer als der Normalsterbliche heute / Foto: www.schloss-schwetzingen.de

Eine Ausstellung der Staatlichen Schl√∂sser und G√§rten Baden-W√ľrttemberg zeigt die Geschichte von Toilette und K√∂rperpflege an Adelsh√§usern. Die Sammlung antiker "Leibst√ľhle" oder Toilettentische ist noch bis zum 19. Februar im Schwetzinger Schloss zu sehen.

Wenn man muss, dann muss man! Das ist heute nicht anders als fr√ľher. Doch w√§hrend f√ľr uns der Gang zur Toilette selbstverst√§ndlich ist, sah es jenseits von integrierter Wassersp√ľlung noch ganz anders aus. Wohin ging man in fr√ľherer Zeit, wenn man ein ‚Äěgewisses Bed√ľrfnis‚Äú versp√ľrte? Diesem lange unbeachteten Kapitel unserer Kulturgeschichte widmet sich nun eine kleine Ausstellung im Schloss Schwetzingen. 

Unter dem Titel ‚ÄěDas stille √Ėrtchen ‚Äď Tabu und Reinlichkeit bey Hofe‚Äú wird hier das Tabu im wahrsten Sinne zum Thema gemacht. Wie der Name bereits verr√§t, geht es haupts√§chlich um das dringende Bed√ľrfnis des Adels in vergangener Zeit. Man bekommt einen Blick hinter die Kulissen und erf√§hrt so manch verbl√ľffendes Detail rund um das ‚ÄěGesch√§ft‚Äú bei Hofe. 

Die Ausstellung behandelt jedoch nicht nur die k√∂nigliche Toilette, sondern die Hygiene an Adelsh√§usern im Allgemeinen. Es sollen Klischees richtig gestellt werden, wie etwa, dass sich Adlige in fr√ľherer Zeit niemals wuschen. Anhand selten ausgestellter Exponate kann die Geschichte von Toilette und Co. von der Antike bis heute verfolgt werden. Und bereits vor einigen hundert Jahren war von der Zahnb√ľrste √ľber die gepolsterte Badewanne bis hin zum Toilettenpapier schon alles vorhanden, wenn auch nicht so komfortabel wie heute. 

Die Ausstellung f√∂rdert aber auch unerwartete Exponate ans Licht. So zum Beispiel ein kleines Gef√§√ü, das aussieht wie eine So√üiere f√ľr Suppen, damit aber besser nicht verwechselt werden sollte. Es diente der Edeldame n√§mlich als mobile Toilette, indem sie es bei langen Kirchbesuchen einfach unter ihrem weiten Kleid versteckte. Nat√ľrlich war dazu entsprechende Funktionsunterw√§sche n√∂tig, die dem Besucher auch nicht vorenthalten wird. 

Aber dennoch, die Dame am Hofe war sehr eitel und legte viel Wert auf ein ansehnliches Auftreten. Davon zeugen gut best√ľckte Schminktische und antike Parf√ľms. Wer m√∂chte, kann diese nat√ľrlich auch gleich testen, wobei Duftnoten wie Weihrauch und Moschus nicht sonderlich vielversprechend klingen. 

Doch aller Hygiene zum Trotz konnte oftmals selbst der beste Duft und die gr√ľndlichste Reinigung nicht verhindern, dass Fl√∂he ihren Weg in die Frisuren und prachtvollen Kleider der Adligen fanden. Dagegen half dann nur noch eine clevere Erfindung: die Flohfalle. Wie diese funktioniert, erf√§hrt man noch bis zum 19. Februar im Schloss Schwetzingen.

Bei einem Eintritt von drei Euro f√ľr Studenten ist dem Besucher die Benutzung der k√∂niglichen Toiletten zwar nicht erlaubt, daf√ľr aber der anschlie√üende Besuch des Schloss¬≠parks.


Weitere Informationen gibt es auf der Homepage des Schwetzinger Schlosses

von Roman Troia
   

Archiv Movies 2019 | 2018 | 2017 | 2016 | 2015 | 2014 | 2013 | 2012 | 2011 | 2010 | 2009 | 2008 | 2007 | 2006 | 2005 | 2004