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 Hochschule
13.04.2013

Die Stimme in Form bringen

Studierende gestalten die Verfasste Studierendenschaft

Nach Jahren der Duldung haben Baden-W√ľrttembergs Studierende wieder eine offizielle Vertretung. / Foto: ruprecht

Seit Juli haben die Studierenden Baden-W√ľrttembergs wieder eine gesetzlich verankerte Stimme: die Verfasste Studierendenschaft (VS). An der Universit√§t Heidelberg konkurrieren aktuell zwei Organisationsmodelle miteinander. Welches sich durchsetzt, entscheiden die Studierenden bei der Urabstimmung vom 13. bis 15. Mai. 

Stell dir vor, die Studiengeb√ľhren werden wieder eingef√ľhrt. Statt l√§ppischen 500 Euro sind es diesmal 5.000 Euro, und Deine Studierendenvertretung ‚Äď schweigt. Denn sie findet das gut. Statt Dich zu informieren, dass Du dir ab n√§chstem Semester besser einen zweiten Job suchst, meinen Deine sogenannten Repr√§sentanten, dass die Geb√ľhr eine gerechte Sache und Bildung eine kostbare Ware sei.

Du fragst Dich, wie es sein kann, dass die Dich vertreten, und wer von Deinen Mitstudierenden die gew√§hlt hat. Denn Bildung ist f√ľr Dich keine Ware und gerecht findest Du das √ľberhaupt nicht, wenn Du Dich schon w√§hrend des Studiums verschulden musst. Durch den Semesterbeitrag, den eingeschriebene Studierende als automatisches Mitglied der Verfassten Studierendenschaft zahlen m√ľssen, unterst√ľtzt Du diese Kurpfuscher auch noch. H√§ttest Du Dich nur eher daf√ľr eingesetzt, dass Deine gesetzliche Interessenvertretung auch wirklich Deine Interessen vertritt. Zum Gl√ľck sind das nur lose Zukunftsspekulationen. Denn in Baden-W√ľrttemberg sind Studierende gerade dabei, die Verfasste Studierendenschaft (VS) zu gestalten und umzusetzen.

Was diese den Studierenden erm√∂glicht, l√§sst sich aus den Paragrafen 65 bis 65 b lesen, die seit Juli 2012 das Landeshochschulgesetz (LHG) aufwerten. Mit diesen neuen Regelungen f√ľhrte die gr√ľn-rote Landesregierung nach 35 Jahren die VS wieder ein. Diese war 1977 durch den CDU-Ministerpr√§sidenten Hans Filbinger abgeschafft worden.

Was ändert sich mit der Verfassten Studierendenschaft?

Die VS ist eine ‚Äěrechtsf√§hige K√∂rperschaft des √∂ffentlichen Rechts‚Äú und kann somit Vertr√§ge schlie√üen, das hei√üt sie kann Semestertickets aushandeln, Autos oder Sporthallen mieten oder selbstverwaltete Caf√©s einrichten. Dar√ľber hinaus nimmt die VS die ‚Äěhochschulpolitischen, fachlichen und fach√ľbergreifenden‚Äú sowie ‚Äěsozialen, wirtschaftlichen und kulturellen‚Äú Belange der Studierenden wahr. Damit kann sie eine unabh√§ngige BAf√∂G- oder Rechtsberatung anbieten, Kampagnen zu Bildungspolitik, Gleichstellung oder √Ėkostrom an der Uni durchf√ľhren, Festivals veranstalten oder Vortragende einladen.

Um solche Angebote finanzieren zu k√∂nnen, erhebt die gew√§hlte Vertretung von allen Studierenden ihrer Hochschule k√ľnftig einen Semesterbeitrag zwischen 5 bis 15 Euro. Bei momentan mehr als 30.000 Studierenden, wird die VS der Universit√§t Heidelberg um die 150.000 bis 450.000 Euro erhalten, √ľber die sie eigenst√§ndig verf√ľgen kann. Die VS hat zudem ein politisches Mandat. Die Studierenden √ľbertragen ihren Gew√§hlten damit den Auftrag, sie nach au√üen zu vertreten. So k√∂nnen diese sich im Namen der Studierendenschaft an die Presse wenden und Stellung zu hochschulpolitischen und studienbezogenen Knackpunkten wie der Umsetzung der Bologna-Reform, Studiengeb√ľhren, Lehrbedingungen, Raumangebot oder Transparenz an der Uni beziehen.

StuPa oder StuRa?

Wie sich die Studierenden in Zukunft organisieren wollen, das legen sie in einer eigenen Satzung fest. An der Universit√§t Heidelberg wurden zwei Vorschl√§ge f√ľr Organisationssatzungen eingereicht. Die Fachschaftskonferenz (FSK) erarbeitete w√§hrend der letzten Jahre gemeinsam mit der Gr√ľnen Hochschulgruppe (GHG) eine Satzung f√ľr einen Studierendenrat (StuRa). Zudem gr√ľndeten verschiedene parteipolitische Hochschulgruppen und die Fachschaft Jura im November 2012 die Initiative StuPa f√ľr Heidelberg, um eine Satzung f√ľr ein Studierendenparlament (StuPa) einzureichen. Der wesentliche Unterschied zwischen StuRa und StuPa ist, dass die Fachschaften im StuRa einen festen Platz haben, w√§hrend bei einem StuPa ausschlie√ülich Listen gew√§hlt werden.

Vom 13. bis 15. Mai k√∂nnen sich die Studierenden der Universit√§t Heidelberg bei der Urabstimmung f√ľr eine der beiden Organisationssatzungen entscheiden. An der P√§dagogischen Hochschule (PH) findet die Urabstimmung am 5. und 6. Juni statt. Bis zum 13. Mai informiert die PH ihre Studierenden, welche Organisationssatzungen zur Wahl stehen.


Was denkt Ihr √ľber Eure neue starke Stimme? Das wollten wir von Euch wissen. Ein Audiopanorama starker Meinungen h√∂rt Ihr in unserer Soundcloud.

Eine Infoveranstaltung zur Gestaltung der Verfassten Studierendenschaft in Heidelberg findet Ihr auf unserem Youtube-Kanal.

Euer direkter Draht zur Verfassten Studierendenschaft, zu StuPa und StuRa.

von Anne Glaser
   

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