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 Feuilleton
17.07.2007

Keine Kunst im Verein

Gratwanderung zwischen Kult und Trash

Im Heidelberger Kunstverein gibt es jetzt angeblich „Nicht-Kunst“ zu sehen. In der Ausstellung re-dis-play treffen Antiquitäten auf Banalitäten, Folterkammern auf Kitsch, Schießbudenästhetik auf Zoo. Von Kleidungsstücken über Spam-Mails bis hin zu Isolatoren von Telegrafenmasten tritt in Erscheinung, was Künstler normalerweise nicht ausstellen.

Im Heidelberger Kunstverein gibt es jetzt angeblich „Nicht-Kunst“ zu sehen. In der Ausstellung re-dis-play treffen Antiquitäten auf Banalitäten, Folterkammern auf Kitsch, Schießbudenästhetik auf Zoo. Von Kleidungsstücken über Spam-Mails bis hin zu Isolatoren von Telegrafenmasten tritt in Erscheinung, was Künstler aus aller Welt normalerweise nicht ausstellen: Teile ihrer privaten Sammlungen.

Zusammengetragen und ausgestellt hat sie die Berliner Kuratorin Anna-Catharina Gebbers. Sie will dem Publikum ein Stück Werkgeschichte verraten, die sich sonst nur in den Ateliers der Künstler abspielt. Die Sammelwut der Künstler sei oft Inspirationsquelle für eigene Kunstwerke, so Gebbers. Die Besucher dürfen also mit „voyeuristischem Interesse“ die Vorstufe der eigentlichen Werke in Augenschein nehmen – die „Nicht-Kunst“, wie Gebbers die ausgestellten Objekte nennt.

Wer inmitten dieses ruhmvollen Trashs von einem Schauplatz zum nächsten wandert, gewinnt den Eindruck, dass bei weitem nicht alles für die Vitrine im Wohnzimmer gedacht ist. Einige Künstler verändern ihre Objekte oder setzen sie in einen neuen Zusammenhang, wie die Künstlerin Hannah Dougherty, die ausgestopfte Tiere pietätlos in „Wolpertinger“ umgestaltet. Oder Tjorg D. Beer setzt seine geliebten Stabheuschrecken zusammen mit roboter- und antennenähnlichen Modellen ins Terrarium, um die Nähe von Natur und Technik zu demonstrieren.

Ob das wirklich alles „Nicht-Kunst“ ist? Darüber mag jeder selbst entscheiden, der bis zum 9. September die Ausstellung re-dis-play besucht.

von Cosima Stawenow
   

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