ruprecht-Logo Banner
ruprecht/Schlagloch-doppelkeks-Jubiläum
Am 13.10. feiern wir 25 Jahre ruprecht/Schlagloch und 10 Jahre doppelkeks [...mehr]
ruprecht auf Facebook
Der aktuelle ruprecht
ruprecht vor 10 Jahren
Andere Studizeitungen
ruprechts Liste von Studierendenzeitungen im deutschsprachigen Raum
ruprecht-RSS
ruprecht-Nachrichten per RSS-Feed
 Heidelberg
06.11.2007

Verbaler Schlagabtausch in der Neuen Aula

Am 28.10. fanden in Heidelberg die 5. Baden-W├╝rttembergischen Meisterschaften im Hochschuldebattieren statt

Debattieren ÔÇô die K├Ânigsform der Rhetorik. Bei der man allerdings auch an z├Ąhe Haushaltsdebatten des Bundestages denkt, die ja nicht jeden sofort aus den Sesseln rei├čen. Was darf also von den Baden-W├╝rttembergischen Meisterschaften im Hochschuldebattieren erwartet werden?

Eine gespannte Atmosph├Ąre macht sich in der vollbesetzten Neuen Aula breit. Die Moderatoren, die Jury und nicht zuletzt der prominente Gastredner erwecken Neugier auf dieses Finale, als Neuling fragt man sich, wieso man eigentlich noch nie den Weg zu einer solchen Veranstaltung geschafft hat.

Die Regeln werden schnell erkl├Ąrt, schlie├člich soll dem "Streitgespr├Ąch auf hohem Niveau" jeder folgen k├Ânnen. Der Debating Club Heidelberg e.V. streitet im Format der "Offenen parlamentarischen Debatte". Zwei Teams aus je drei Personen, Regierung und Opposition, stehen sich gegen├╝ber. In sieben Minuten soll jeder Redner das Publikum und die Jury mit seiner Sprachkraft ├╝berzeugen. Au├čerdem k├Ânnen freie Redner in das Geschehen eingreifen, die sich auf Regierungs- oder Oppositionsseite schlagen.

15 Minuten Zeit haben die Teams, um sich auf ihre Finaldebatte vorzubereiten. Und das Thema lautet: Sollen wir das Streikrecht im ├Âffentlichen Personenverkehr einschr├Ąnken? Markus Dankerl aus dem M├╝nchner Team er├Âffnet den verbalen Schlagabtausch mit einem gewagten Vorschlag und noch etwas holprig. Nur noch jeder zweite Zug solle bestreikt werden d├╝rfen. Die Opposition aus Stuttgart w├Ąhnt sich siegessicher, sieht den Antrag der Regierung als populistisch an und zieht damit auch zwei der drei freien Redner auf ihre Seite. Diese k├Ânnen in dreieinhalb Minuten das Team ihrer Wahl unterst├╝tzen. Doch eines haben Markus Dankerl, Florian Steininger und Dimitri Polivaev aus M├╝nchen der Stuttgarter Opposition voraus; sie scheinen das Ganze etwas gelassener zu nehmen. Und k├Ânnen sich so ├╝ber kleine Schw├Ąchen ihres Antrages mit Ironie und Witz hinwegsetzten.

Nach einer Stunde ist die Zeit abgelaufen, die Jury zieht sich zur Beratung zur├╝ck. Nun geh├Ârt die B├╝hne dem Gastredner. Gut gebr├Ąunt und gut frisiert tritt Michel Friedmann an das Rednerpult. Er erf├╝llt seine Aufgabe mit Bravour, die Rede kurzweilig, routiniert und v├Âllig frei, wie der Moderator hinreichend lobt.

Dann die Wahl der Jury. Philipp Stiel von der Streitkultur T├╝bingen gewinnt den Preis als Einzelredner. Hoher Sachverstand und ein klug durchdachter Vortrag h├Ątten die Entscheidung bedingt, gro├čer Applaus im Saal. "Die Baden W├╝rttemberger stehen im Ruf, alles zu k├Ânnen - au├čer Hochdeutsch. Rhetorische H├Âchstleistungen werden bisher jedoch auch andernorts vermutet", so der Schirmherr Peter Straub in seinem Gru├čwort. Zu Recht, wie das Debattierfinale ungewollt noch einmal unterstreicht. Das Siegerteam kommt aus Bayern. Und die fahren mit dem Auto zur├╝ck nach M├╝nchen.

von Laura Lepple
   

Archiv Heidelberg 2017 | 2016 | 2015 | 2014 | 2013 | 2012 | 2011 | 2010 | 2009 | 2008 | 2007 | 2006 | 2005 | 2004