ruprecht-Logo Banner
ruprecht/Schlagloch-doppelkeks-Jubiläum
Am 13.10. feiern wir 25 Jahre ruprecht/Schlagloch und 10 Jahre doppelkeks [...mehr]
ruprecht auf Facebook
Der aktuelle ruprecht
ruprecht vor 10 Jahren
Andere Studizeitungen
ruprechts Liste von Studierendenzeitungen im deutschsprachigen Raum
ruprecht-RSS
ruprecht-Nachrichten per RSS-Feed
 Hochschule
15.07.2013

Konservative im Wahlfrust

Chaos bei den Gremienwahlen: Der RCDS verliert seinen j├╝ngst errungenen Senatssitz. Auch die Fakult├Ątsr├Ąte der Mathematik und Physik m├╝ssen neu gew├Ąhlt werden

Zu fr├╝h gefreut: Die Grundverordnung der Universit├Ąt hat das RCDS-Schiff noch nachtr├Ąglich zum Kentern gebracht. / Foto: Johanna Mitzschke.

Noch vor wenigen Tagen hielt Dominik Koblitz die ersehnte Zusage in der Hand. Darauf das Dienstsiegel der Universit├Ąt, die Richtigkeit der Angaben best├Ątigend.

Endlich hatte es der Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) geschafft: Mit 1654 Stimmen (18,1 Prozent) hatte er sich den ersten Senatssitz seit acht Jahren erk├Ąmpft. Doch die Freude w├Ąhrte nicht lang. Kaum eine Woche war vergangen, und es stand fest: Die Wahlergebnisse k├Ânnen nicht best├Ątigt werden, weil der Spitzenkandidat Koblitz Jura studiert. Der Senatssitz wird stattdessen an die zweite Listenkandidatin und Medizinstudentin Katerina Deike (Liberale Hochschulgruppe) vergeben. 

Vor Koblitz hatten Anna Breu (Fachschaftskonferenz) und Ricarda Lang (Gr├╝ne Hochschulgruppe) den Einzug in den Senat erreicht. Beide Kandidatinnen studieren Jura, wie Koblitz. Als dritter Jurastudent ist Koblitz im Senat nicht mehr haltbar, das legt die Grundverordnung der Universit├Ąt Heidelberg fest. Die Paragraphen zehn und 30 in der Grundordnung der Universit├Ąt Heidelberg verordnen n├Ąmlich seit f├╝nf Jahren, dass "h├Âchstens je zwei Mitglieder aus einer Fakult├Ąt, einer zentralen wissenschaftlichen Einrichtung oder einer zentralen Betriebseinrichtung der Universit├Ąt stammen" d├╝rfen. Die Paragraphen sprechen Koblitz den Senatssitz wieder ab. Er wird frei f├╝r die zweite Kandidatin der Liste, welche der RCDS und die Liberale Hochschulgruppe (LHG) gemeinsam f├╝r einen "st├Ąrkeren Wahlkampf" aufgestellt hatten.

"Die Regelung ist ├Ąrgerlich und erscheint unprofessionell, da damit ├╝ber den W├Ąhlerwillen hinweg entschieden wird", sagt der Spitzenkandidat. "H├Ątten wir fr├╝her davon gewusst, h├Ątten wir vielleicht einen anderen Spitzenkandidaten aufgestellt", meint er. Er hatte sich schon darauf gefreut, an der Arbeit im Senat mitzuwirken: Verwaltungsaufgaben, Interessenvertretung der Studenten und Schaffen von Transparenz zwischen Studenten und der Universit├Ąt.

Auch Haffsa Badi, Spitzenkandidatin der Jungsozialisten (JuSos), ist ├╝berrascht. ├ťber die Regelung in der Grundordnung ist nun die LHG in den Senat gekommen: "Die LHG war nie sehr pr├Ąsent", sagt sie, "ich denke aber, dass sich f├╝r den RCDS wenig ├Ąndern wird, weil er eng mit Katerina, der der Sitz im Senat zugesprochen wurde, zusammenarbeitet." Deshalb nimmt sie die Verordnung der Universit├Ąt "humorvoll" auf.

Enge Zusammenarbeit

Anstelle des RCDS hat also die LHG den Senatssitz neben der Vertreterin der Gr├╝nen Hochschulgruppe und den zwei Vertretern der Fachschaftskonferenz (FSK) eingenommen, welchen in den vorigen Jahren die JuSos inne hatten. Zum ersten Mal besetzen damit vier Studentinnen den Senat.

Badi erkl├Ąrt, weshalb es die JuSos in diesem Wahlgang nicht in den Senat geschafft haben: "Der Wahlkampf lief f├╝r uns nicht gut, da wir personelle Engp├Ąsse hatten." So stimmten nur 1515 Studenten (16,6 Prozent) f├╝r die JuSos, "obwohl wir in Gespr├Ąchen mit den Studenten gemerkt haben, dass die Inhalte unseres Wahlkampfes gut angekommen sind", sagt Badi. 

Der RCDS hatte hingegen mit zwei Wahlst├Ąnden und in Zusammenarbeit mit dem LHG intensiv f├╝r seine Listenkandidaten geworben. Alles lief gut, bis zur letzten Wahlminute verteilte der RCDS Wahlflyer im Wettlauf mit der FSK und den Gr├╝nen. Inzwischen sieht Koblitz der letzten M├Âglichkeit ins Auge, zumindest indirekt an den Sitzungen des Senates mitzuwirken. "Wir arbeiten eng mit der LHG zusammen", so Koblitz. Das neuernannte Senatsmitglied Katerina Deike sagt: "Da ich noch von keiner offiziellen Seite dar├╝ber informiert wurde, dass der Sitz tats├Ąchlich an mich geht, w├╝rde ich gerne davon absehen, schon jetzt Stellung zu nehmen, bis dieses Durcheinander gekl├Ąrt ist."

M├╝ssen sich also nicht nur die Studenten, sondern auch der Universit├Ątsapparat im W├Ąhlen ├╝ben? Diese Frage werfen auch die Wahlergebnisse der Fakult├Ątsr├Ąte auf, die ins Wanken geraten sind: Auf Grund von Ungereimtheiten muss die Ratswahl an den Fakult├Ąten der Mathematik und Physik neu gew├Ąhlt werden. Die Ratslisten f├╝r die Wahlen der Fakult├Ąten Physik und Mathematik sind wie ├╝blich in einem Wahlraum verteilt worden. Marietta Fuhrmann-Koch, Pressesprecherin der Universit├Ąt Heidelberg erkl├Ąrt: "Irrt├╝mlich wurden dabei einige der Wahllisten der Fakult├Ąten Mathematik und Physik vertauscht." Die Wahl muss deshalb im Oktober wiederholt werden. Die Studenten haben damit zumindest die Chance, der geringen Wahlbeteiligung von nur 8,9 Prozent in diesem Durchgang den Kampf anzusagen.

von Johanna Mitzschke
   

Archiv Hochschule 2017 | 2016 | 2015 | 2014 | 2013 | 2012 | 2011 | 2010 | 2009 | 2008 | 2007 | 2006 | 2005 | 2004