Streit ums Scherflein

Aufregung ueber Studiengebuehren: Neuester Stand/h3>

Peter Ulmer fuehrt einen einsamen Kreuzzug. Die Forderung des Heidelberger Rektors im Sommer 93: 1.000 Mark pro Semester von jedem Studierenden. Seither sucht Ulmer Ver- buendete im Streit ums Studi-Scherflein. Kurz vor der Bun- destagswahl wollte die Landes-SPD dann eine Bombe plat- zen lassen: Die Landesrektorenkonferenz (LRK), deren Vorsitzender Ulmer ist, habe gemeinsam mit der Bayerischen Rektorenkonferenz in aller Heimlichkeit die Einfuehrung von Studiengebuehren bereits unisono befuerwortet. Die LRK dementierte und veroeffentlichte die Ergebnisse des angebli- chen "Geheimdossiers".

Es zeigte sich: Die SPD hatte Ulmer zu Unrecht ange- schwaerzt. Der Beschluss listet nur Pro- und Contra- Argumente auf und formuliert "Rahmenbedingungen, die eingehalten werden muessen, wenn es zur Einfuehrung von Studiengebuehren aufgrund politischer Entscheidungen kommen sollte". Die wichtigsten Einschraenkungen: Wenn die Gebuehren kommen, duerfe die staatliche Hochschul- foerderung deshalb nicht reduziert werden. Gebuehren mu- essten der Lehre zugutekommen und sozialvertraeglich sein; ca. 50% der Studierenden, so schaetzt die LRK, waeren da- nach ganz oder teilweise von ihnen befreit. Das Wissenschaftsministerium sagt nach wie vor Nein zu Studiengebuehren, Ulmer dagegen erklaerte dem ruprecht, es gehoere "keine Prophetie dazu, vorherzusagen, dass Ge- buehren ueber kurz oder lang kommen".

Von seinen LRK-Kollegen erhaelt Ulmer kaum Schuetzen- hilfe: Die Unichefs in Karlsruhe, Hohenheim, Freiburg und Stuttgart sind gegen Gebuehren, Mannheim und Konstanz schwanken noch, in Ulm wusste die Pressestelle von nichts, einzig Tuebingen haelt Gebuehren fuer unabdingbar. Es wird auch ein langer Kreuzzug fuer Peter Ulmer. (jam/bpe/hn)


Den Text des Beschlusse der bei Rektorenkonferenzen gibt es hier.