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Hochschule


Kein Wunder

Die Lust und der Frust nach dem Streik

Kaum retten konnte man sich vor ihnen: Die Hauptstraße als Aktionszone war fest in ihrer Hand, der Hauptbahnhof immer öfter okkupiert und sogar den Neckar beanspruchten einige Mutige , um ihre Ziele durchzusetzen. Die phantasievoll protestierenden Studierenden hatten es den Medien und der Öffentlichkeit angetan, doch mit den Weihnachtsferien schien der Elan völlig eingefroren zu sein. Kaum war das neue Jahr angebrochen, machte sich der alte Trott und auch Frust unter den Studierenden breit, denn trotz unbändigen Spektakels waren keine Erfolge in Sicht.

Was haben wir mit den Protesten nun erreicht?" war denn auch eine der zentralen Fragen auf der Vollversammlung am 21. Januar, der ersten Vollversammlung seit den Weihnachtsferien. Diese Frage wurde sodann mutig beantwortet; gerne hätte man auch der Masse frischen Mut zugesprochen - wenn sie denn da gewesen wäre. Doch diese zog es vor, die im Dezember verlorene Zeit aufzuholen und eiligst noch ein paar Scheine zu machen. Und so blieb dem kläglichen Rest von ungefähr zweihundert Interessierten in der Neuen Aula nichts anderes übrig, als sich selbst Mut zu machen; den brauchten sie jetzt umso dringender .

Auf den ersten Blick eine ziemlich schwierige Angelegeheit, denn große Erfolge waren tatsächlich nicht zu verzeichnen. Weder auf Bundes- noch auf Landesebene tat sich in der Politik etwas; gerade mal das gesteigerte Interesse in der Öffentlichkeit und in den Parteien läßt sich als Ergebnis verbuchen. Nicht einmal die vom Bund angekündigte, wenn auch lächerliche Finanzspritze von 40 Millionen Mark für die Bibliotheken wurde in die Tat umgesetzt: Geschickt beeilten sich die Bonner zu sagen, das Geld nur unter der Voraussetzung zu zahlen, daß die Länder noch einmal soviel drauflegen - mit dem Ergebnis, daß letzlich kein Pfennig den Hochschulen zufloß. In diese Riege der Peinlichkeiten reiht sich ebenso mühelos die BAföG-Erhöhung um lächerliche zwei Prozent ein, die von den künftig sechs Prozent höheren Kinderfreibeträgen komplett aufgefressen werden. Ist man jedoch ein wenig anspruchsloser und schaut statt nach Bonn einmal an die eigene Uni, so lassen sich schon einige, wenn auch zarte Erfolge dem Streik zuschreiben.

Wofür Studierende in vielen Fachbereichen schon lange erfolglos gekämpft hatten, war plötzlich doch machbar; so mancher Professor, z. B. der Psychologe Joachim Funke, fühlte sich jetzt ermutigt, für seine unterdrückte Mehrheit einzutreten - auch wenn dies einen Rüffel vom Rektor einbrachte. In der Geologie wurde die Bioliothek umgestellt, so daß dort endlich ein effektives Arbeiten möglich ist. Ebenso hat sich dort, wie im SAI, erst eine Fachschaft gebildet, die auch gleich einen Raum zur Verfügung gestellt bekam. Die Germanisten erhielten einen Aufenthaltsraum, die Physiker sind dabei, das Grundstudium zu reformieren, und die Mathematiker haben einen Arbeitskreis zur Verbesserung des Lehramtsstudiums gebildet.

Zugegeben, all das sind klitzekleine Schritte, die mancher als Witz abtun mag, aber sie zeigen, daß sich etwas bewegt an der Uni. So ist denn der eigentliche Erfolg des Streiks wohl auch weniger in konkreten Aktionen, sondern eher im Politisierungseffekt unter den Studierenden zu sehen. Wer vor dem Streik noch wenig mit Hochschulpolitik am Hut hatte, ist jetzt sensibilisiert für diese Belange. Daß sich im Moment jedoch - nach anfänglicher Euphorie - die breite Masse mit anderem beschäftigt, liegt einerseits wohl am Semester-Abschluß-Streß, andererseits an einer gewissen Frustration, die sich nach den nicht realisierten Forderungen einstellte. Enttäuscht nimmt man wahr, daß sich die Politik von all dem medienwirksamen Spektakel, das man veranstaltete, zwar beeindruckt zeigte, aber diesem keine Handlungen folgen ließ. So zieht sich die Mehrheit der Studierenden enttäuscht in ihren Winterschlaf zurück. Vielleicht ist dieser Frust auch der Grund für die fast überall gesunkene Wahlbeteiligung bei Hochschulwahlen.

Die wenigen, die aus Erfahrung keine Wunder erwarten - schon gar nicht im Ministerium -, sind jedoch weiterhin aktiv und suchen nach anderen Wegen und Mitteln, um der Politik auf die Sprünge zu helfen. Auf dem Kongreß "Bildung und Gesellschaft" in Berlin wurde vor allem eins klar: Die aus materieller und existenzieller Not begonnenen Proteste haben sich zu gesamtgesellschaftlichen Diskussionen ausgeweitet. Während im Dezember noch Solidaritätsbekundungen von Tschechischen Sozialisten und dem ÖTV bei den Studierenden eintrafen, erklären sich diese jetzt mit den Arbeitslosen in Frankreich und der Belegschaft von ABB solidarisch. Aus dem reinen Studi-Protest ist eine übergreifende, die jetzige Gesellschaftsstruktur in Frage stellende Bewegung geworden. Daß der Protest nun nicht vorbei ist, sondern im Grunde erst richtig beginnt, soll mit verschiedensten Aktionen auch den passiven Beobachtern klar gemacht werden.

Mittwochsaktionen sind ein Weg zu dem Ziel, die lethargische Masse wieder aufzurütteln und zu zeigen: Wir sind noch da! Demos, Vollversammlungen, Lichterketten und Schweigeminuten sind einige Beispiele für die fortgesetzten Mobilisierungsversuche. Die "Aktionsgruppe Neue Uni" z. B. plant eine Verbrennung des Hochschulrahmengesetzes, eine Abstimmung zum HRG vor den Mensen und eine Semesterabschlußfete. Die Ausweitung der Bewegung hatte unter anderem auch die Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften zur Folge: Sowohl der DGB und die GEW als auch die Studierenden haben zwar noch etwas Gewöhnungsbedarf, aber unter dem Motto "Gemeinsam sind wir stark" tut man sich lieber zusammen, als alleine Schiffbruch zu erleiden.

Andere Ideen zielen direkt in die politische Mitbestimmung. Wenn man mit spektakulären Straßenaktionen und Streik nichts in den Politikerköpfen erreichen kann, muß man eben selbst zum Politiker werden - dachten einige Studierende und setzten dies sofort in die Realität um. In Marburg wird derzeit eine Partei gegründet, die schon dieses Jahr zur Bundestagswahl antreten will. Einen anderen, vielleicht weniger aufreibenden und realisierbareren Weg schlägt eine andere Gruppe ein: die Kaperung der FDP. Die Idee der feindlichen Übernahme kam vom Göttinger Parteienforscher Tobias Dürr, der in der "taz" jegliche Reformversuche der Studierenden zum Scheitern verurteilte, wenn sich diese nicht der Parteien bedienen. Und so nahmen die derart Gescholtenen den Schreiber ernst und starteten eine einmalige bundesweite Aktion, die selbst Herrn Westerwelle inzwischen Kopfschmerzen bereitet. "Wir wollen die FDP aber nicht kaputtmachen, sondern sie nur mit anderen Zielen ausstatten", erläutert Michael Maurer vom Ludwigsburger Asta. Ganz so einfach macht diese es den Möchtegern-Liberalen allerdings nicht: Die zwanzig Anträge Ludwigsburger Studierender, die damit die Mehrheit im Ortsverband besäßen, wurden aus fadenscheinigen Gründen bisher abgelehnt. In Berlin will man erst eintreten, wenn mindestens 3000 Anträge gesammelt sind, um dann die aus derzeit ca. 2700 Mitgliedern bestehende Partei dort übernehmen zu können. Und sollte die FDP nach der Bundestagswahl überhaupt nicht mehr in der Regierung sein, sind die Partei-Piraten überzeugt, genug Einfluß zu haben, die Liberalen eben wieder in die Regierung zu bringen; schließlich sei das Ziel, aktiv an politischen Entscheidungen mitzuwirken.

Genau das verlangen die Politiker von der verdrossenen Jugend ja immer. (gz)


Schwieriges Erinnern

Philosophen gedenken

Anläßlich des nationalen Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus organisierte das Philosophische Seminar der Uni Heidelberg am 27. Januar eine Veranstaltung mit Vorträgen, die sich mit dem schwierigen Thema des Umgangs mit der Nazidiktatur damals und heute beschäftigten.

Prof. Volker Sellin, Dekan der Historisch-Philosophischen Fakultät, eröffnetet die Veranstaltung am Nachmittag, die sodann mit einem Vortrag des emeritierten Heidelberger Philosophieprofessors Hans Friedrich Fulda fortgesetzt wurde. Er sprach über die Anpassung des Heidelberger Philosophen Heinrich Rickert an das Regime. Anschließend referierte der Konstanzer Professor Gereon Wolters über das generelle Verhältnis der damaligen Philosophie zum "Führer" und seiner Ideologie. Abschluß der Veranstaltung war der Vortag "Die Diskontinuität der Erinnerung" von Reinhart Koselleck. Dieser studierte und lehrte Geschichte in Heidelberg, war aber auch u.a. in Bielefeld und an der Harvard University tätig und ist Autor zahlreicher Bücher zum Thema Nationalsozialismus. In seinem Vortrag im vollbesetzten Hörsaal 13 der Neuen Uni setzte Koselleck sich mit den Schwierigkeiten auseinander, die der Umgang mit der Erinnerung an die furchtbaren deutschen Verbrechen des Dritten Reiches mit sich bringt. Zeitgenossen hätten gegenüber späteren Generationen das Privileg, noch über eigene Erfahrungen zu verfügen, die jedoch zerstreut und nicht mitteilbar seien. Eine Objektivierung könne erst die Geschichtswissenschaft leisten, allerdings zu Lasten der Unmittelbarkeit. Hierin sei der Generationskonflikt begründet, der sich in den 60er Jahren entlud, als die erste Nachkriegsgeneration mit massiven Vorwürfen an ihre Eltern herantrat. "Besserwissen ist immer leichter als bloßes Wissen", erklärte Koselleck seinen Standpunkt. Trotzdem sei die Frage nach der Täterschaft aufgrund der neuen Erkenntnisse über das Dritte Reich vollkommen berechtigt. Diese Frage sei für die Kriegsgeneration besonders bitter, da im Laufe der Zeit eine kollektive Rationalisierung stattgefunden habe: Nach und nach hätten sich die Deutschen selbst die Rolle des Opfers zugesprochen ("Hitler hat uns betrogen"), die Frage der Täterschaft sei immer mehr verdrängt worden.

Im Umgang mit diesem Problem seien vor allem Geschichtswissenschaft, Philosophie und auch Religion gefordert, man müsse sich aber klarmachen, daß alle Bemühungen letztlich mangelhaft bleiben werden. Zum Abschluß seines Vortrages setzte sich Koselleck, dem anzumerken war, wie nahe ihm dieses Thema auch nach Jahrzehnten der Beschäftigung damit noch immer geht, mit dem Problem der geplanten Holocaustgedenkstätte in Berlin auseinander. Er kritisierte, daß man sich für eine separate Gedenkstätte für die jüdischen Opfer entschieden und somit die vielen anderen von den Nazis verfolgten Gruppen ausgeschlossen habe. Wenn man den Opfern der eigenen Verbrechen durch ein Mahnmal gedenken wolle - übrigens ein bisher beispieloser Vorgang -, so könne dies nur unter Einbeziehung aller Betroffenen geschehen.

Hier setzte auch die anschließende Podiumsdiskussion der Referenten und Professoren des Philosophischen und Historischen Seminars an. Während sich alle Anwesenden in diesem Punkt einig waren, kam es bei der Frage der Aufarbeitung der Rolle der Philosophie im Dritten Reich zum Dissens. Auf eine Bemerkung aus dem Auditorium, hier bestehe noch großer Aufklärungsbedarf, erwiderte Prof. Bubner unwirsch, man brauche nur in eine Bibliothek gehen und die zahllosen Veröffentlichungen hierzu zu lesen. Trotz aller Aufklärungsarbeit sei jeder letztlich auf sich gestellt, wenn es darauf ankomme, auf eine solche Situation zu reagieren. Seine Generation, die den Krieg noch als Kind miterlebt habe, hätte sich sehr wohl mit dem Dritten Reich auseinandergesetzt. Hinter diesen Bemerkungen stand vor allem der Disput um die Rolle Martin Heideggers, der 1933 in seiner berühmt-berüchtigten Freiburger Rektoratsrede nationalsozialistisches Gedankengut aufnahm und sich nach 1945 nie zu einer öffentlichen Entschuldigung durchringen konnte. Sicherlich wäre es naiv zu behaupten, man selbst wäre gegen die allgemeine Begeisterung über Hitler immun gewesen, doch andererseits: An wen soll man hohe moralische Maßstäbe ansetzen, wenn nicht an einen Philosophen vom Format Heideggers. Wenn dies nicht zulässig ist, muß sich die Philosophie fragen lassen, warum sie sich überhaupt seit Jahrhunderten mit dem Aufstellen moralischer Handlungsgrundsätze beschäftigt.

Am Disput zeigte sich unmittelbar die Wahrheit, die Koselleck in seinem Vortrag ausgesprochen hatte: Die ältere Generation fühlt sich schnell von den Jüngeren mißverstanden. Der Hinweis auf bereits geschehene Aufarbeitung, der ja etwa auch in der Diskussion um die Wehrmachtsausstellung letztes Jahr angeführt wurde, greift insofern zu kurz, als er suggeriert, die Auseinandersetzung könne hiermit beendet werden. Doch dies darf ja gerade nicht geschehen. Aufarbeitung muß ein ständiger Dialog zwischen den Generationen sein. Forschungsergebnisse von vor dreißig Jahren nützen der heutigen Jugend wenig, wenn sie nicht ständig mitgeteilt und diskutiert werden. Wer daran kein Interesse zeigt, macht sich verdächtig, das Thema "zu den Akten" legen zu wollen. Genau daraus entsteht in der Folge Mißtrauen und Unverständnis. Unter diesen Gesichtspunkten müssen sich auch die Seminare der Universität Heidelberg immer wieder fragen, ob sie sich mit der Aufarbeitung der Vergangenheit genügend auseinandersetzen. Denn daß das Thema Holocaust und Zweiter Weltkrieg nicht nur die heutigen, sondern auch zukünftige Generationen beschäftigen wird, ist eine Tatsache, die sich nicht leugnen läßt. Nicht zuletzt, weil uns unsere Nachbarn immer auch danach beurteilen werden, wie wir uns mit unserer Vergangenheit auseinandersetzen, müssen wir uns dieser Aufgabe stellen. (jba)


PCs und Tee

Tag der offenen Tür im Feld

Ob es wohl mehr an den niedrigen Temperaturen oder mehr an der Unüberschaubarkeit der labyrinthartig angelegten Gebäude im Neuenheimer Feld lag? Die Besucher - eindeutig erkennbar an dem obligatorischen roten Programmheft - kamen jedenfalls nicht in Strömen. Hauptsächlich waren es wohl zukünftige Studenten (inclusive familiärem Anhang), aber auch einige interessierte Bürger hatten den Weg ins Feld gefunden.

In Empfang genommen wurde das Publikum an einem zentralen Info-Stand im Gebäude 306. Von hilfsbereiten Dozenten mit Lageplan und anderen Auskünften versorgt, konnte man nun ausschwärmen oder aber noch dort verweilen, um sich in den Hörsälen Fernsehberichte über die Ruperto Carola anzusehen.

Auffallend groß war der Andrang bei den Ausstellungen der Fakultät für Physik und Astronomie, während der Computerraum im Mathematischen Institut weitgehend unausgelastet war. Doch wer den Weg in den Keller des Gebäudes gefunden hatte, konnte eine interessante Demonstration zur Computeralgebra verfolgen. Solche Programme könnten in Zukunft für die gymnasiale Oberstufe eingeführt werden, wie es schon vor Jahren mit dem Taschenrechner geschah.

Eine ganz andere Atmosphäre herrschte dagegen im Südasieninstitut. Schon am Eingang wurde man von Räucherstäbchenduft empfangen, und bei indischer Musik gab es landestypische Süßigkeiten und Tees zu kosten. In der Schreibstube konnte man sich seinen Namen in Urdu, Hindi und Bengali schreiben lassen.

Bei einem medizinischen Vortrag über Anatomie kam dann der "Körperwelten"-Fan auf seine Kosten. Ganz umsonst waren dort nämlich Körperscheiben wie bei der Mannheimer Ausstellung zu begutachten. Professor Dr. Tiedemann, der einige Bücher dazu veröffentlicht hat, vermittelte einen humorvollen Einblick in sein Arbeitsgebiet.

Es stellt sich allerdings die Frage, ob nicht der Einblick in die Lehre neben der Präsentation der Forschung ein wenig zu kurz kam. (mi)


Blauer Brief an Klaus

Neuphilologische Uni-Kritik

Der publikumswirksame Straßenstreik hat sich inzwischen verlaufen. Das Resultat war bisher enttäuschend, und viele Studierenden und Professoren gliedern sich resigniert wieder in den Unialltag ein. Aber nicht alle geben auf.

Auf einer Sitzung am 17. Dezember 1997 beschloß der Fakultätsrat der Neuphilologischen Fakultät Heidelberg, dem Wissenschaftsminister Klaus von Trotha einen offenen Brief vorzulegen. Damit sollte der Minister auf die aktuellen Probleme der Fakultät aufmerksam gemacht werden, die er bisher anscheinend übersehen hat.

So zum Beispiel die Auswirkungen der Kürzung der Seminargelder. Die Mittel, die für die Bibliotheken ausgegeben werden können, schrumpfen immer mehr, und somit wird ihr Bücherbestand immer geringer. Dasselbe geschieht auch mit den Geldern der Graduiertenförderung, wodurch indirekt die Bildung der Studierenden immer dürftiger wird. Und was kann man überhaupt noch von Studierenden erwarten, die mehr Zeit mit Arbeiten als mit Studieren verbringen müssen, wenn sie nicht als Opfer der Sparpolitik ihre Studizeit unter der Alten Brücke verbringen wollen.

Ein weiterer Kritikpunkt, den der Brief zur Sprache bringt, ist die neue Magisterprüfungsordnung. Man will zwar keinem Mitglied des Ministeriums unterstellen, daß es nicht rechnen kann, aber wie sonst läßt sich ihre Begrenzung der Regelstudienzeit auf neun Semester erklären? Schließlich müßte man es sich nur an den Fingern abzählen, daß, wenn eben diese Prüfungsordnung ein Studium von acht Semestern, plus ein Semester für die Abfassung der Magisterarbeit, plus eines für alle anderen Prüfungsteile verlangt, neun Semester zu kurz sind.

Außerdem wird in dem offenen Brief nachgefragt, wie es angehen kann, daß gerade die kulturwissenschaftlichen Fächer - also die "unwichtigen" Fächer, die gestrichen werden sollten - in sämtlichen Kommissionen, die Bildungfragen betreffen, gar nicht oder nur schwach vertreten sind. Aber warum sollte zum Beispiel die Expertenkommission, die die Möglichkeiten einer Zusammenarbeit zwischen der Universität Heidelberg und der Universität Mannheim ermittelt, auch den Dekan der neuphilologischen Fakultät nach seiner Meinung fragen? Schließlich handelt es sich bei dieser Fakultät auch nur um die größte in Baden-Württemberg.

Natürlich kann auch das Problem "Verwaltungsgebühren" nicht unbetrachtet gelassen werden. Hierbei handelt es sich nämlich um eines der großen ungelösten Rätsel des Uniwesens. Wo ist dieses Geld? Um zu erkennen, daß es nicht für die Unis verwendet wird, braucht man nur einmal die Außenfassaden einiger Seminargebäude zu begutachten. Zusammenfassend läßt sich sagen: Dieser Brief bringt die Sache auf den Punkt.

Es bleibt zu hoffen, daß sich in naher Zukunft noch mehr Fakultäten zu einer solchen "Demonstration des Unwillens" bereit finden. (st)


Badewannen-Orchidee

Der Botanische Garten im Neuenheimer Feld

Während draußen über Heidemoor, Küstendüne und ostasiatische Stauden der Winter hereingebrochen ist, scheint drinnen eine andere Zeit zu herrschen. Beim Betreten der Gewächshäuser empfängt mich eine wohlige Wärme, und spätestens im "großen Tropenhaus" bin ich endgültig von dieser Welt entführt. Sorgfältig angelegte Wege führen durch das üppige Grün, Schautafeln verraten Geheimnisvolles über die Saugschuppen von Tillandsia usneoides und das rasante Wachstum von Dendrocalamus giganteus. In den Nebenhäusern, wo der Nachwuchs in endlosen Reihen geordnet steht, herrscht entspannte Geschäftigkeit. Dazu räkelt sich ein Gartenschlauch gelassen im Kies.

Inmitten der trostlosen Nummernblöcke des Neuenheimer Felds ist der Botanische Garten eine wahre Oase: Zwischen Kinderklinik und Mensa ruht das majestätische Gewächshaus, umgeben von einer Schar kleinerer Glashäuser und Verwaltungsgebäude. Der Garten wurde 1592 als "hortus medicus", Kräutergarten der medizinischen Fakultät der Heidelberger Universität, gegründet. Mit den Gärten in Leipzig und Jena gehörte er zu den ersten Einrichtungen dieser Art in Deutschland. Von dem ursprünglichen Gelände in der Altstadt aus bewegte er sich in zahlreichen Umzügen durch die gesamte Stadt, am heutigen Standort wurde die Anlage 1915 eröffnet.

"Inhaltlich liegt die Stärke unseres Gartens im Gewächshausbereich", sagt Professor Peter Leins, Direktor der Instituts für Systematische Botanik und Pflanzengeographie, mit dem der Botanische Garten eng verbunden ist. "Unsere Madagaskarsammlung ist wohl weltweit die größte, so systematisch wurde nirgendwo anders gesammelt", erzählt er und kommt ins Schwärmen: "Oder die Orchideen..., es ist faszinierend, was für skurrile Formen entstehen. Blüten wie moderne Kunstwerke." Und bei der Orchidee Coryanthes, die er mir zeigt, kann ich seine Ehrfurcht voll teilen: Eine Blüte in Form einer Badewanne, in die aus zwei "Hähnen" eine Flüssigkeit tropft. Das Ganze dient zum Fangen von Prachtfliegen, um die Bestäubung zu sichern. Ein Wunder der Natur, Ergebnis von Jahrmillionen der Evolution.

Den Grundstock der umfangreichen Sammlung verdankt der Garten dem langjährigen Direktor Professor Werner Rauh, der in unzählige Reisen Pflanzen aus der ganzen Welt zusammengetragen hat. Schwerpunkte bilden die Sukkulenten der Alten und Neuen Welt, Bromelien und neotropische Orchideen. Infolge verschiedener Zusammenkünfte wie der Artenschutzkonferenz in Washington werden Pflanzen heute nicht mehr in der Natur gesammelt, höchstens das Saatgut. Zur Erweiterung der Sammlung steht der Heidelberger Garten in Austausch mit anderen Gärten in ganz Europa, alljährlich wird ein "Samenkatalog" verschickt.

Hinter der überwältigenden Vielfalt an Farben und Formen, die hier gesammelt ist, steht ein großer organisatorischer Aufwand. Der gesamte Bestand ist computertechnisch erfaßt, um für Forschung und Lehre zugänglich zu sein. Der Schwerpunkt der wissenschaftlichen Arbeit liegt in der Systematik (Verwandtschaftsforschung) der Pflanzen, insbesondere der Blütenpflanzen. Diese Disziplin der Botanik versucht, die Vielfalt der pflanzlichen Organismen nach den mutmaßlichen Verwandtschaftsgraden zu ordnen und den Stammbaum zu rekonstruieren. Zu diesem Zweck ist im Freilandbereich das "System der Blütenpflanzen" angelegt, in dem Blütenpflanzenfamilien zu größeren Gruppen, zu Unterklassen und zu Klassen zusammengefaßtsind. Da die historischen Verknüpfungen der Gewächse noch sehr lückenhaft erforscht sind, stellt das angelegte System eine Arbeitshypothese dar, die im ständigen Wandel begriffen ist. Eine Vielzahl an Merkmalen wird vergleichend betrachtet, sei es gestaltlicher, anatomischer, chemischer oder molekulargenetischer Art. Bei der Ermittlung dieser Daten macht sich die Pflanzensystematik eine Vielzahl von Methoden zunutze, die mit dem Fortschreiten der biologischen Wissenschaften laufend durch neue ergänzt werden. Für diesen Ansatz ist eine reichhaltige Sammlung lebender Pflanzen unentbehrlich, um eine breite Basis für die vergleichenden Untersuchungen zu haben.

"Der Botanische Garten ist die ökologische Nische der Universität", meint Professor Leins und weist auf die Berührungspunkte der botanischen Systematik mit der Ökologie hin. Beispielsweise bei der Erforschung der "Sippendifferenzierung auf Artebene und darunter" würden Fragen zur Einnischung, Pflanzenwanderung und zur Vergesellschaftung mit anderen Organismen behandelt, die eine Grundlage für die Befassung mit Natur- und Artenschutzproblemen sein könnten.

Darüber hinaus ist die Erhaltung der Artenvielfalt eine Aufgabe des botanischen Gartens. In "Erhaltungskulturen" werden Pflanzen besonders seltener und gefährdeter Biotope kultiviert, um das genetische Material zu bewahren. Die Möglichkeiten der Auswilderung von Pflanzen zu erforschen, wird laut Leins in Zukunft zu den wichtigsten Aufgaben der Botanik gehören. Das Problem dabei ist, daß Pflanzen, die durch künstliche Bestäubung entstehen, genetisch verarmte Klone haben, mit denen die Auswilderung häufig nicht gelingt. Für die Evolution innerhalb einer Population ist genetische Variabilität notwendig, da die Gewächse nur so anpassungsfähig genug sind, um zu überleben.

Neben der akademischen Ausrichtung liegt Professor Leins die edukative Aufgabe des Gartens am Herzen. "Den Besuchern steht zu, auch das Material zu sehen, mit dem geforscht wird. Im Sinne der Umweltschutzbewegung ist es wichtig, daß gerade 'Stadtmenschen' die Natur erleben, die Faszination der Schönheit und Vielfalt der Pflanzen erfahren." Die Führungen, die in unregelmäßigen Abständen angeboten werden, sind immer gut besucht.

Mit den zunehmenden Bedürfnissen pflanzensystematischer und ökologischer Forschungsrichtungen wächst auch die Bedeutung der Botanischen Gärten. Die Möglichkeiten des Heidelberger Gartens sind beschränkt und entsprechen immer weniger den modernen Anforderungen. Große Teile des Freilandbereichs mußten dem Bau von neuen Instituten weichen, schlechte technische Bedingungen erschweren die Bearbeitung des Botanischen Gartens.

1993 beschloß die Heidelberger Universität den Bau eines neuen, größeren Botanischen Gartens im Neuenheimer Feld. Auf einem ungefähr zehn Hektar großen Gelände soll der Garten so möglichst naturnah gestaltet werden, ein besonderes Augenmerk soll auf eine möglichst hohe biologische Diversität gerichtet werden. Dem entsprechenden Antrag, zu dem eine detaillierte wissenschaftliche und gestalterische Vorplanung eingereicht wurde, stimmte die Landesregierung prinzipiell zu. Die Umsetzung ist aus finanziellen Gründen jedoch nicht gesichert. Vielleicht geht Professor Leins Traum von einem "Gewächshaus, in dem die Pflanzen bis in den Himmel wachsen können," ja in Erfüllung? Zu wünschen wäre es. (kh)

Besuchen kann man den Botanischen Garten und seine Gewächshäuser Montag bis Donnerstag sowie an Sonn- und Feiertagen von 9 bis 12 und 13 bis 16 Uhr. Freitag und Samstag ist das Gelände geschlossen.


Gute alte Zeit ...

Als Studis noch Untertanen waren

Der "rector magnificentissimus" scheint sich bei seinen Landeskindern großer Beliebtheit erfreut zu haben. Dafür sprechen zahlreiche Huldigungsbekundungen an Friedrich I., die noch bis zum 19. März in der Universitätsbibliothek Heidelberg zu sehen sind. Thema der Ausstellung ist die enge Beziehung des Badener Großherzogs (1826-1907) zu den Universitäten Heidelberg und Freiburg, sowie der Technischen Hochschule in Karlsruhe.

In der guten alten Zeit, als man den revolutionären Studenten noch nicht von weitem an "Lucky Streik" und grüner Solidaritätsschleife erkannte, fügte dieser sich ergeben - und ganz freiwillig - dem höfischen Zeremoniell. Als Studis noch treue Untertanen des Staatsapparates waren, wagten sie sich vorsichtig in die höfische Welt des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Mit gebührendem Abstand überreichten sie dem Herzogspaar Friedrich und Luise Urkunden und Briefe mit Glückwünschen und Ehrerbietungen zu besonderen Anlässen. Feierlich konnte es schließlich auch zugehen, verdankten sie dem scheinbar aufgeklärten Landesherren doch einige Goldmark, die geschickt vom Staatshaushalt für die Universitäten abgezwackt wurden. Von allen Bundesstaaten gab Baden im Verhältnis zu seinem Gesamtetat am meisten Geld für die Wissenschaft aus. Die beliebtesten "Renner" der Saison, bei denen Studentenschaften nebst Prorektoren und Professoren am fürstlichem Hofe Schlange standen, waren die feierlichen Regierungs- und Hochzeitsjubiläen.

Friedrich maß dem kulturellen Auftrag der Universitäten und ihrer Funktion als Erziehungsanstalten einen hohen Stellenwert bei. Nicht zuletzt deshalb bemühte er sich stets um berühmte und fähige Professoren aus allen Teilen Deutschlands, mit denen er sich lebhafte Streitgespräche lieferte.

Als "Rektor" der Universität Heidelberg sorgte er auch dafür, daß seine Söhne nicht dem üblichen Dilettantismus bisheriger Prinzenerziehung verfielen. Im industriellen Zeitalter hielt er den obligatorischen Fechtunterricht weniger von Nutzen als fundierte Kenntnisse in sämtlichen Wissenschaftsbereichen. Nach väterlichem Vorbild schlugen sie eine akademische Laufbahn ein. Standesgemäß wurden die Immatrikulationsurkunden der beiden Söhne aufwendiger gestaltet, als sonst üblich war. Sogar das weibliche Haupt der Familie, Hezogin Luise, machte "Karriere ". Zwar nicht auf den unbequemen Holzbänken der alma mater - so fortschrittlich gab sich die Fürstenfamilie dann doch nicht -, aber als Patronin des von ihr gegründeten "Frauenvereins". Die gesamte Sozialarbeit des Landes wurde hier koordiniert. Ihr Ruf als "Helferin der Schwachen und Armen" brachte ihr die Ehrendoktorwürde der medizinischen Fakultät der Universität Freiburg ein. Das Ende der Monarchie läutete gleichzeitig das Ende der Glückwunsch- und Huldigungsadressen ein. Nur noch vereinzelt und auf privater Ebene traten Exemplare dieser Gattung auf.

Ein Großteil der Exponate wurde anläßlich des fünfzigjährigen Regierungsjubiläums im Jahr 1896 und der Goldenen Hochzeit des Paares erstellt. Die aufwendig gearbeiteten Stücke wurden von badischen Künstlern gestaltet, darunter Ludwig Dittweiler und Hermann Götz. Eine Glückwunschschrift der Heidelberger Studentenschaft zum "Doppelfest" des Fürstenhauses - das 25jährige Regierungsjubiläum und die Silberhochzeit des Herzogspaares - gehört zu den kunstvollsten Stücken. Ins Auge fällt ein Aquarell von Dittweiler, das einen träumerischen Blick auf das Heidelberger Schloß freigibt, umrahmt von einer schwarzen Ebenholzfassung.

Traditionelles Hofzeremoniell und ehrfürchtig-bürgerliche Demutshaltung scheinen auf den ersten Blick die tragenden Pfeiler der Herrschaft Friedrichs I. gewesen zu sein. Schaut man genauer hin, verbirgt sich hinter der Etikette ehrliche Anerkennung seiner Untertanen für das, was man heute Bildungs- und Sozialpolitik nennt. (cl)


Goebbels als Germanist

Heidelberger Dissertation eines Volksverhetzers

Daß Goethe im Palais Boisserée, dem heutige Seminargebäude der Germanisten, für einige Monate verweilte, ist wohl noch vielen bekannt. Doch auch dunkle Gestalten der deutschen Geschichte betraten die altehrwürdigen Flure und Gänge des Palais: So war im Jahr 1920 ein gewisser Joseph Goebbels an der Philosophischen Fakultät der Universität Heidelberg eingeschrieben.

Nach Studienversuchen in Bonn, Freiburg, Würzburg und München - nie länger als zwei Semester an einem Ort - gelangt der damals 23jährige nach Heidelberg. Germanistik lehrt dort zu dieser Zeit ein berühmtes Mitglied des Stefan-George-Kreises: Friedrich Gundolf, ein Mann mit Privilegien. Er muß keine Prüfungen abhalten, sondern lediglich lesen (Bedingungen, die Professoren in unseren Tagen wohl auch gefallen würden!). Goebbels nimmt an Gundolf-Seminaren teil, gelangt jedoch nicht in dessen engeren Schülerkreis.

Der Professor ist durch das Auftreten des jungen Ehrgeizlings Goebbels abgestoßen. Goebbels wiederum fühlt sich durch den aus einer jüdischen Familie stammenden Gundolf ungerechterweise zurückgestellt. Eine Etappe von vielen auf dem Weg zu seinem persönlichen Antisemitismus.

Doch noch sind seine Einstellungen nicht verfestigt. So ist sein Doktorvater Jude: Max Freiherr von Waldberg. Bei ihm schreibt er seine Dissertation mit dem Titel: "Wilhelm von Schütz als Dramatiker. Ein Beitrag zu Geschichte des deutschen Dramas der Romantischen Schule".

Wahrlich kein Thema, das nach NS-Philosophie klingt. Und wirklich: Wer in den 215 Seiten die Vorboten kommender Nazipropaganda sucht, wird enttäuscht. Goebbels Dissertation unterscheidet sich nicht wesentlich von Tausenden anderer germanistischer Doktorarbeiten. Lediglich einzelne Thesen deuten auf die Vorboten braunen Gedankenguts hin. So propagiert er, daß Völker nicht von Vernunft geleitet werden, sondern von einer unbekannten, ihnen innewohnenden Kraft.

Ende des Jahres 1921 verläßt der nunmehr 24jährige Goebbels die Universität Heidelberg, er darf sich jetzt "Doktor" nennen. Seine schriftstellerischen Versuche, denen er sich auch in Heidelberg gewidmet hat, bleiben weiterhin ohne Erfolg.

So nimmt er 1923 schließlich eine Stellung bei einer Bank in Köln an. Nach Biographenberichten ist er auf seinen akademischen Titel mächtig stolz: Selbst flüchtig hingeworfene Zettel soll er stets mit Dr. G. unterzeichnet haben.

Was sich nun hieraus lernen läßt? Schwer zu sagen, doch zeigt es, daß ein "Doktor" vor dem Namen wohl nicht zwangsläufig zu vernünftigem und menschlichem Verhalten führen muß. (mg)


Nur ein paar Tropfen Blut

TonArt-Orchester ruft zu Spenden auf

Ein ungewöhnlicher Aufruf begleitete das Debüt des jungen Orchesters TonArt diesen Januar. Der Anlaß war die Diagnose der Leukämie bei einem der Musiker, kurz nach der Gründung des Orchesters im Oktober des letzten Jahres. Im Frühjahr hatte dieser, Albert Schulthei▀, sein Examen am hiesigen theologischen Institut abgelegt und arbeitet seither mit dem Ziel zu promovieren als wissenschaftlicher Assistent.

Der Aufruf galt der Hilfsbereitschaft des Publikums, denn während man oft zur Untätigkeit gezwungen ist, kann man in Alberts Fall helfen. Durch eine kleine Spende gesunden Knochenmarks wird einem Leukämieerkrankten mit hoher Wahrscheinlichkeit eine normale Lebenserwartung geschenkt. Doch muß der Spender geeignete Stammzellen aufweisen, -und der für Albert geeignete Spender ist bislang noch nicht gefunden. Seine Freunde wollen das ändern und werden zusammen mit der DKMS, der Deutschen Knochenmarkspenderdatei gGmbH - "g" steht für gemeinnützig - im Mai einen Aktionstag organisieren: jeder erhält dann die einmalige Gelegenheit, Leben zu retten. Zu diesem Zweck wird jedem Teilnehmer 10 ml Blut abgenommen, das zur Typisierung in Labors verschickt wird. Wenn der Teilnehmer danach noch bei Bewußtsein ist, unterschreibt er eine Einverständniserklärung, in die Kartei aufgenommen zu werden. Lediglich fünf Prozent dieser potentiellen Spender werden später für eine Spende in Frage kommen. Falls sie einverstanden sind, kann dann eine genauere Typisierung stattfinden, und eventuell die eigentliche Spende aus dem Knochenmark des Beckenknochens. Doch leider liegt die Chance für Albert, einen geeigneten Spender zu finden, bei eins zu einer Million. Es können sich also gar nicht genug Spender melden.

Auch die sehr hohen Kosten der Typisierung (jeweils DM 100.- pro Aufnahme in die Spenderkartei) sind eine hohe Hürde. Daher rufen die TonArt Musiker auch zu Geldspenden auf. (DKMS Kreissparkasse Tübingen, Kto 255 556, BLZ 641 500 20, Kennwort "Aktion Albert Schulthei▀") (oas)

ruprecht wird im Mai an den Aktionstag erinnern. Weitere Informationen erteilt bis dahin: Cornelius Honold, Kaiserstraße 44, 69115 Heidelberg. Tel. DKMS: 0221-9405820


Uni-SchwulLesBis

Die neue Hochschulgruppe

Gegeben hat es eine schwule Hochschulgruppe in Heidelberg schon vor einigen Jahren. Außer dem "Schwulen Kaffeetrinken" stand jedoch nichts Besonderes auf ihrem Programm. In den letzten Wochen wurde sie in Form des "schwul-lesbischen Arbeitskreises" zu neuem Leben erweckt.

Eine wichtige Einrichtung ist dabei die Informations- und Beratungsstelle für Lesben und Schwule, die jeden Mittwoch von 12.00 Uhr bis 14.00 Uhr in den Räumen der FSK (Lauerstraße 1) im dritten Stock ihre Türen öffnet. Natürlich gibt es auch die Möglichkeit, in gemütlicher Atmosphäre neue Leute zu treffen: Das "Schwule Kaffeetrinken" an jedem zweiten und vierten Sonntag im Monat um 16.00 Uhr in den Räumen der FSK findet weiterhin statt.

Daneben gibt es den "LesBiSchwulen Keller" jeden ersten und dritten Donnerstag im Monat ab 20.00 Uhr im Keller des Psychologischen Instituts am Bunsenplatz (im Hof rechts). Außerdem will die Hochschulgruppe will ihr bisheriges Angebot erweitern. Geplantist, die Kontakte mit Gruppen anderer Universitätenauzubauen; Videovorführungen, Parties, Ausflüge in die unterschiedlicher Städte (vor allem Karlsruhe und Frankfurt) sowie Informationsveranstaltungen in Zusammenarbeit mit der Heidelberger Aidshilfe sollen das Programm vervollständigen. (vb)


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