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 Feuilleton
22.06.2009

Bahaidens Lied vom Atmen

Der irakische KĂŒnstler stellt seine Werke im Zeughaus aus

Im Zeughaus stellt momentan der irakische KĂŒnstler Mohammad Bahaiden seine Werke zur Schau. Warum er seine Bilder auf Karton malt und wieso der "lebendige Geist" nicht nur in der Uni sondern auch in seinen Bildern zu finden ist, erfahrt ihr hier.

Derzeit ist im Zeughaus die Ausstellung „Ein Lied vom Atmen“ des Mannheimer KĂŒnstlers Mohammad Bahaiden zu sehen.

Obwohl Bahaiden aus politischen GrĂŒnden 1993 den Irak verlassen musste, bezeichnet er als unpolitisch. "Mir sind NationalitĂ€ten ein GrĂ€uel, weil sie den Menschen zu sehr einschrĂ€nken", erklĂ€rt er. Neun Monate verbrachte Bahaiden ohne Aufenthaltserlaubnis in der TĂŒrkei. Dort malte er meist auf Karton. "Das hat einen ganz praktischen Grund", erklĂ€rt er. Karton kann man leicht falten und einfach transportieren. "Das ist wichtig, wenn man sich auf der Flucht befindet", weiß Bahaiden.

Über Griechenland und Frankreich fĂŒhrte sein Weg nach Deutschland. In Mannheim lebend, studiert er spanische Literaturwissenschaft und europĂ€ische Kunstgeschichte an der Uni Heidelberg. Neben seinem Studium stellt Bahaiden in der ganzen Welt aus. So waren seine Werke bereits in Chicago im Museum of Modern Art und im Metropolitan Museum in Tokio zu sehen.

Eine zentrale Rolle spielen bei ihm die Farben. Sie stehen dafĂŒr nationale Grenzen einzureißen: "Farbe enthĂ€lt den Geist von Freiheit, da sie keine Grenzen haben", erklĂ€rt Bahaiden. Dementsprechend farbenfroh sind seine Kompositionen, die den Betrachter zu Interpretationen anregen sollen. Allerdings haben die Farben bei Bahaiden eine andere Symbolik. So steht nicht rot fĂŒr die Liebe, sondern blau. Bei seinem Lieblingsbild „Traurige Sehnsucht“ verlĂ€uft der intensive dunkelblaue Farbton von oben nach unten in ein helleres Blau. Generell sind die Farben kraftvoll und ausgewogen gehalten. Der Umgang mit den Farben spiegel seine Persönlichkeit wider: GegenĂŒberstehende Dunkle und helle FlĂ€chen sind Sinnbild fĂŒr seine schwierige Situation im Irak unter Saddam Hussein. Dem versucht Bahaiden eine positive Haltung entgegenzustellen und sich selbst zu bewahren.

Die kleineren Exponate der Ausstellung im Zeughaus besitzen eine lebendige Struktur. Bahaiden ĂŒberzieht LeinwĂ€nde mit Sand und Kleister um die GemĂ€lde plastischer zu gestalten. Sand ist fĂŒr den Kurden "ein lebendiger Geist", weil er reliefartige OberflĂ€chen ermöglicht und Lebendigkeit verleiht. Die strukturhafte Gestaltung steht bei diesen Kunstwerken im Vordergrund. Sie sollen an eine HĂ€uswande erinnern auf der ein Kind etwas auf Arabisch geschrieben hat.

Bahaiden signiert seine Bilder ĂŒbrigens nicht. Er hĂ€lt seinen Namen auf den Bildern nicht fĂŒr notwendig: sein Stil ist seine Signatur.

von Michael Bachmann
   

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