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 Heidelberg
22.05.2011

Keine KĂŒrzungen im Nahverkehr

Busse und Bahnen sollen stattdessen schneller werden

Entgegen den PlÀnen der Rhein-Neckar-Verkehr bei den Heidelberger Bus- und Bahnlinien deutlich zu sparen, will der Heidelberger Gemeinderat diese beschleunigen. Der Nahverkehr soll sparen, ohne die FahrgÀste zu belasten.


Die „Uni-Linie“ 32 wird auch weiterhin Altstadt, Campus Bergheim und Neuenheimer Feld verbinden.

Entgegen den PlÀnen der Rhein-Neckar-Verkehr bei den Heidelberger Bus- und Bahnlinien deutlich zu sparen, will der Heidelberger Gemeinderat diese beschleunigen. Der Nahverkehr soll sparen, ohne die FahrgÀste zu belasten.

Anders als bislang angedacht, wird es in absehbarer Zeit keine KĂŒrzungen im Heidelberger Bus- und Straßenbahnnetz geben. DafĂŒr haben sich die Mitglieder des Stadtentwicklungs- und Verkehrsausschusses einstimmig entschieden. Damit ist die endgĂŒltige Abstimmung des Gemeinderats Ende Mai vermutlich nur noch eine reine Formsache, wie ein Sprecher der Stadt dem ruprecht bestĂ€tigte.

Statt der Linienreduzierungen wollen die Ratsmitglieder die Geschwindigkeit des Nahverkehrs erhöhen, indem Bussen und Bahnen noch mehr Vorrang vor Autos, aber auch FußgĂ€ngern und Radfahrern eingerĂ€umt wird. Nach Berechnungen des Umwelt- und Prognose- Instituts könnten bei konsequenter Umsetzung Ă€hnlich hohe finanzielle Einsparungen erzielt werden, wie bei den ursprĂŒnglich angedachten LinienkĂŒrzungen. Gleichzeitig wĂŒrde der Nahverkehr fĂŒr die Benutzer jedoch deutlich attraktiver, da sie schneller an ihr Ziel kĂ€men.

Die bisherigen VorschlĂ€ge der Rhein-Neckar-Verkehr (RNV) sahen Einsparungen vor, indem mehrere Linien verkĂŒrzt oder sogar komplett eingestellt werden sollten (siehe ruprecht 129). Auch die „Uni-Linie“ 32, welche die Institute in der Altstadt, Bergheim und dem Neuenheimer Feld direkt verbindet, sollte wegfallen. Dagegen hatte zuletzt auch die unmittelbar betroffene FakultĂ€t fĂŒr Wirtschafts- und Sozialwissenschaften in einem offenen Brief protestiert.

Die Ausschussmitglieder zeigten bei ihrer Abstimmung zwar VerstĂ€ndnis fĂŒr die Notwendigkeit von Einsparungen bei den RNV. Bei einem Jahres-Defizit von rund 30 Millionen Euro stĂŒnden die zu erwartenden rund zwei Millionen Euro an Einsparungen jedoch in keinem VerhĂ€ltnis zu den EinschrĂ€nkungen fĂŒr die FahrgĂ€ste. Die Umsetzung der neuen PlĂ€ne wird allerdings noch einige Zeit auf sich warten lassen. ZunĂ€chst mĂŒssen die Stadtverwaltung und die rnv neue Vorlagen und PlĂ€ne erarbeiten, um die konkrete Umsetzung zu planen.


Kommentar

Viel Gerede und jetzt bleibt doch alles wie es ist. Diese Feststellung gilt des Öfteren in Heidelberg, die Nutzer des Nahverkehrs können aber diesmal froh sein, dass die sogenannte Liniennetzoptimierung, genauer: -reduzierung nun doch nicht umgesetzt wird. Ganze Linien sollten stillgelegt, der regulĂ€re Takt verringert werden, denn rein rechnerisch ist ein Bus auch dann noch nicht voll, wenn die FahrgĂ€ste Gruppenkuscheln simulieren. Und das alles, um nicht einmal zehn Prozent des jĂ€hrlichen Defizits auszugleichen.

Insofern sind die neuen PlĂ€ne der Beschleunigung von Bus und Bahn natĂŒrlich ein Segen fĂŒr die FahrgĂ€ste. Doch es gibt auch kritische Punkte, die von den Verkehrsplanern nebenbei erörtert wurden. So werden bei permanentem Vorrang des Nahverkehrs nicht nur Autos, sondern eben auch Radfahrer und FußgĂ€nger deutlich lĂ€nger auf „GrĂŒn“ warten mĂŒssen. Die bisher maximale Wartezeit von einer Minute fĂŒr FußgĂ€nger, das rĂ€umten die Experten offen ein, sei dann nicht mehr zu halten. Und auch das hĂ€ufige Kreuzen verschiedener Linien wirkt sich ungĂŒnstig auf den Verkehrsfluss aus. Im Zweifelsfall blockieren sich Busse und Bahnen dann nĂ€mlich trotz Vorrang gegenseitig.

von Benjamin Jungbluth
   

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