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22.05.2011

Kinosterben geht weiter

Das "Studio Europa" ist geschlossen

Heidelbergs Kinolandschaft schwindet seit Jahren dahin. Mit dem "Studio Europa" in der Weststadt ist nun das größte Kino der Stadt geschlossen worden. Eine Verbesserung der Situation ist bislang nicht in Sicht.

Mit dem endgültigen Aus für das "Studio Europa" in der Weststadt geht das Kinosterben in Heidelberg weiter. Ende April schlossen die Gloria Filmtheaterbetriebe den mit knapp 400 Plätzen größten Kinosaal der Stadt, da sich nach eigenen Angaben der Betrieb nicht mehr rechnete. Nach Aussage der Hauseigentümerin gibt es auch keine anderen Interessenten für die weitere Nutzung des Gebäudes als Filmtheater. 

Die Heidelberger Kinolandschaft schrumpft seit Jahren. Zuletzt wurde 2009 das traditionsreiche Schloss-Kino in der Hauptstraße geschlossen. Bis zum Abschluss des Umbaus ist in dessen Räumen das Städtische Schauspiel untergebracht. Auch hier hatten die Gloria-Betriebe, die noch das Gloria-Kino in der Altstadt sowie die Kamera in Neuenheim betreiben, den Spielbetrieb eingestellt, nachdem zuvor die insolventen Vorgänger gescheitert waren. 

Damit bleibt den Cineasten neben den Programmkinos und dem kommunalen Kino im Karlstorbahnhof lediglich das in die Jahre gekommene Lux-Harmonie-Kino, das von der bundesweit operierenden Cinestar-Gruppe geführt wird. Doch auch hier gibt es seit Langem Pläne, den Komplex abzureißen und durch ein Kaufhaus zu ersetzen. 

Trotz inzwischen vergleichsweise geringer Kapazitäten sind die Besucherzahlen der Heidelberger Kinos offensichtlich nicht attraktiv genug. Vor allem die veraltete Ausstattung und Technik, aber auch das begrenzte filmische Angebot scheinen die Kinogänger nach Mannheim oder in die Region zu treiben.

von Benjamin Jungbluth
   

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