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12.06.2012

Snow White & the Huntsman

3 von 4 Rupis - fantastisch aufgefrischte Erzählung

Lange Zeit war wenig los im Genre Märchenfilm. Umso gewagter ist die Idee Anfang des 21. Jahrhunderts solch einen ins Kino zu bringen. Allein deshalb verdient der monumentale, bildgewaltige, fantasievolle und pathetische „Snow White & the Huntsman“ Respekt.

Zu einem Märchen passt das, weshalb „Snow White & the Huntsman“ durchaus sehenswert ist, zumal die Geschichte schlüssig und ausführlich zugleich erzählt wird. Die Handlung orientiert sich im Wesentlichen an dem bekannten Volksmärchen, weicht allerdings an folgenden Stellen ab: Nachdem die schöne, aber erzböse Ravenna den König um den Finger gewickelt hat, ermordet sie ihn gleich in der Hochzeitsnacht. Dann sperrt sie alle potenziellen Konkurrentinnen in Sachen Schönheit ein, darunter Snow White (deren Namen man, wie die aller anderen, nicht übersetzt hatte, vermutlich, damit es cooler klingt).

Ihr gelingt jedoch die Flucht in einen dunklen Wald, wo sie der ihr nacheilende Huntman fängt, dann aber Mitleid bekommt und sie unterstützt. Gemeinsam erreichen sie einen weniger bedrohlichen Wald, wo sie in die Gewalt von acht (!) Zwergen geraten, die sich jedoch ebenfalls schnell auf ihre Seite schlagen. Derart unterstützt, mobilisiert Snow White die Massen zum Kampf gegen die Königin, und mithilfe der Zwergen-Guerilla hat sie schließlich Erfolg.

Mit opulenten Bildern wurde eine fantastische Märchenwelt geschaffen und die Erzählung aufgefrischt. Die Bildgewalt des Films und der Einfallsreichtum seiner Autoren sind sein größter Trumpf. Trotz Actionszenen, kommt er nicht in Schwung. Außerdem sind die Figuren stereotyp: So ist Snow Whites Wandlung von der personifizierten Unschuld zur kämpferischen Jeanne d‘Arc zu aprupt, um plausibel zu sein. Am besten ist noch die böse Königin Ravenna gezeichnet, die mit ihren Weltherrschafts- und Rachefantasien offenbar ein frühkindliches Trauma verarbeitet.

Der Film besticht durch seine opulente Optik. An den Charakteren hätte man aber besser noch etwas gefeilt.

von Michael Abschlag
   

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