Nachrichten

17.06.2012

Tabu - Es ist die Seele ein Fremdes auf Erden

2 von 4 Rupis - etwas fade

Geschwisterliebe: Gretl und Georg fühlen sich zueinander hingezogen. / Foto: Verleih

Mit dem Titel „Tabu“ will Regisseur Christoph Stark gleich auf das Verbotene in seinem neuen Film hinweisen: Es geht um die (unbewiesene) inzestuöse Beziehung zwischen dem impressionistischen Schriftsteller Georg Trakl und seiner Schwester Margarethe, genannt Gretl.

Wichtiger als biographische Genauigkeit schien dem Regisseur allerdings eine intensive Darstellung der Gefühle und Obsessionen seiner beiden Hauptdarsteller zu sein. Dies gelingt ihm nur bedingt.

Das Glück will es, als Georg ein Pharmaziestudium in Wien beginnt, dass auch seine Schwester dort bei dem Musikprofessor Brückner beginnt zu studieren, der in ihr vor allem ihre Musikalität am Piano bewundert. Schnell merken sie, dass ihre verbotene Liebe gefährlich für sie werden könnte. Aber trotzdem können sie nicht voneinander ablassen. Als letzten Versuch drängt Georg seine Schwester in die Heirat mit Brückner, damit sie sich voneinander lösen können. Doch Margarethe ist zu diesem Zeitpunkt schon von ihm schwanger.

Stark erzählt die Geschichte des Schriftstellers mit viel Erotik, Sex und Obsession. Zwar gelingt es ihm, emotional aufgeladene Szenen zu erzeugen, die den Zuschauer teils sehr in ihren Bann ziehen. Doch alles in allem bleibt es etwas fade.

von Thomas Leurs
   

ruprecht anrufen