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 Heidelberg
18.06.2012

Heidelberg im Smartphone

Der ruprecht testet die neue App der Stadt

Die offizielle App der Stadt: Die Hauptfunktionen immer auf einen Blick. / Foto: www.heidelberg.de

Wer bisher im AppStore nach Heidelberg gesucht hat, fand haupts√§chlich touristische Anwendungen. Welchen Fortschritt bringt da das neue Programm? Wo erweist es sich n√ľtzlich, wo verfehlt es den eigenen Anspruch? Erstes Fazit: Potenzial ist vorhanden.

Am 21. Mai erblickte die offizielle App der Stadt Heidelberg das Licht der Welt und ist nun eine von rund 600.000 anderen. Wenn man ‚Äěmein Heidelberg‚Äú √∂ffnet, erscheint auf dem Handydisplay erstmal ein Erdball. Ist das ein Anzeichen von Gr√∂√üenwahn oder nur Pr√§sentation von Programmierkenntnissen?

Im taumelnden Sturzflug ist man schnell angekommen in Heidelberg. Auf einer Google-Maps-Karte sieht man nun seinen Standpunkt mit einem √ľberdimensionalen Heidelberger Stadtlogo markiert. Ein Klick darauf und um das Emblem herum erscheinen kreisf√∂rmig die wichtigsten Funktionen. Eine etwas chaotische Suchfunktion befindet sich oben rechts. Gegen√ľber finden sich neben dem Abfallkalender die M√∂glichkeit den Entwicklern oder der Stadt eine Nachricht zu √ľbermitteln.

Anschaulich zeigt die f√ľr Apple- und Androidger√§te verf√ľgbare App, wo sich das n√§chste Caf√© oder ein Spielplatz befindet. Selbst Toiletten und Sportpl√§tze sind integriert. Im Vergleich zu diversen Internetdiensten funktioniert das deutlich verl√§sslicher und vollst√§ndiger. Selbst Google Maps hat Probleme, entsprechenden Schlagworten alle Ergebnisse zuzuordnen. √úberblick verspricht die App gerade im Beh√∂rden-Dschungel, doch dieses Versprechen h√§lt sie nur bedingt. Beim Rathaus, dass mehrere Einrichtungen beherbergt, werden diese √ľbereinander gelegt angezeigt. Eine Einzelauswahl ist dabei durch die Clusterbildung sehr schwierig bis unm√∂glich. Wer wei√ü, wie die gesuchte Beh√∂rde hei√üt, l√§sst sie sich besser √ľber die Suchfunktion anzeigen.

Tippt man ‚ÄěUmzug‚Äú in die Maske ein, erscheinen Informationen rund um die Adress√§nderung. Dass noch nicht alle Facetten des Stadtlebens erfasst sind ‚Äď beispielsweise Markierungen von Parkh√§usern oder Arztpraxen ‚Äď ist nicht tragisch. Die Stadt verspricht die App stetig weiterzuentwickeln und k√∂nnte bald auch √Ėffnungszeiten und Veranstaltungshinweise enthalten.

Besonders sticht jedoch eine Erkl√§rung von Heidelbergs Oberb√ľrgermeister Eckart W√ľrzner hervor: Er m√∂chte die Vorhabenliste, die im Rahmen der Leitlinien zur B√ľrgerbeteiligung zur Verf√ľgung gestellt werden soll, in das Programm einarbeiten. Mobile Partizipation k√∂nnte genau den Zeitgeist treffen, die konkrete Ausarbeitung ist aber letztendlich entscheidend. Bedienbarkeit und sinnvolle Darstellung der komplexen Materie k√∂nnen hier als Bewertungsgrundlage dienen.

Die Reaktionen aus der Politik sind unterschiedlich: W√§hrend sich die Junge Union in Lobges√§ngen √ľberschl√§gt, verkn√ľpfen die Piraten ihre Anerkennung mit einigen konkreten Verbesserungsvorschl√§gen. Sie fordern auch eine Desktop-Version der Anwendung, um die App auch auf dem heimischen PC zu nutzen, um den Nutzerkreis zu erweitern. Der Vorstand der Entwicklerfirma Sovanta AG r√§umte ein, dass bisher nur knapp ein Viertel der Deutschen Smartphone-Nutzer seien. √úber die Entwicklungskosten ist derweil nichts bekannt ‚Äď ein Widerspruch zum angestrebten umfassenden B√ľrgerservice.

Man kann sich im Großen und Ganzen auf die App freuen, die in Zukunft noch attraktiver werden könnte. Einen Download ist sie jedenfalls wert!

von Stevan Cirkovic
   

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