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 Heidelberg
11.12.2007

Der BrĂĽckenaffe

Heidelberger Historie

Auch wenn er heute vor allem fĂĽr lustige SchnappschĂĽsse herhalten muss, hat die berĂĽhmte Affenfigur an der Alten BrĂĽcke doch ihre eigene Geschichte.

Wer kennt ihn nicht, den legendären Brückenaffen an der Heidelberger Alten Brücke? Scharen von Touristen lassen sich mit ihm fotografieren. Besonders lustig ist es mitanzuschauen, wie sie ihren Kopf hinter die Maske der Affenfigur stecken. Der Brückenaffe wird bereits 1481 zum ersten Mal erwähnt. Im 17. Jahrhundert wurde die vollplastische Steinfigur gemeinsam mit dem nördlichen Brückenturm, an dem sie angebracht war, in den Pfälzer Erbfolgekriegen zerstört.

Die Heidelberger wollten jedoch nicht auf sie verzichten und so kam es 1977 zur GrĂĽndung der „Sonderkommission BrĂĽckenaffe“ und einem kĂĽnstlerischen Wettbewerb. Die Jury entschied sich fĂĽr die Affenplastik des  Pfälzers Gernot Rumpf. So steht heute eine stattliche Bronzeplastik links neben der BrĂĽckentreppe. Der „Briggeaff“ erinnert an eine spezielle Affenart – den Pavian. Er hat dessen charakteristischen Kopf, einen langen Schwanz, zwei Hinterbeine und zwei „Vorderarme“. In seiner linken Hand hält er einen Spiegel und richtet dieses Symbol der Eitelkeit auf den Betrachter. Die Symbolik ist Selbstreflexion, die in Eigenliebe umschlagen kann.

Im Gegensatz zum Vorgängeraffen fasst sich  der heutige BrĂĽckenaffe jedoch nicht mehr an sein Gesäß. Schaut man vom Podest nach links unten, so erblickt man eine kleine Tafel und zwei Bronzemäuschen, die sich auf das ehemalige Kornhaus beziehen. Auf besagter Tafel steht der legendäre Spruch „Was tust Du mich hier angaffen? / Hast Du nicht gesehen den alten Affen / Zu Heidelberg sieh Dich hin und her / Da siehst Du wohl meines Gleichen mehr.“ Dieser Spruch war damals an einem der BrĂĽckentĂĽrme angebracht und bezog sich auf das extreme studentische Treiben in Heidelbergs StraĂźen.

Zu dieser Zeit unterstanden die Studenten noch der Sondergerichtsbarkeit der Universität, weshalb die normalen Ordnungskräfte oft nicht eingreifen konnten, wenn die Studenten es zu bunt trieben. Bald hatten auch die Heidelberger BĂĽrger genug von den zechenden, stets randalierenden jungen Akademikern. Deshalb geht man davon aus, dass mit dem Affen und dem dazugehörigen Spruch die Studenten in  ihre Grenzen verwiesen werden sollten. Eine ähnliche Symbolik birgt auch das nach Norden gerichtete Hinterteil im Hinblick auf den Einflussbereich der Mainzer Bischöfe: Die Pfälzer KurfĂĽrsten wollten so ihr Terrain abstecken.

von Elena Eppinger
   

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