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 Heidelberg
28.04.2009

Ein Orang-Utan mit Pfiff

Musikalischer Menschenaffe Ujian sorgt weltweit für Aufsehen

Es wird laut im Heidelberger Zoo, wenn Ujian sein Pfeifkonzert startet. Der 15-jährige Orang-Utan ist einer von wenigen Menschenaffen weltweit, die diese ausgesprochen menschliche Fähigkeit nachahmen können.

Es wird laut im Heidelberger Zoo, wenn Ujian sein Pfeifkonzert startet. Der 15-jährige Orang-Utan ist einer von wenigen Menschenaffen weltweit, die diese ausgesprochen menschliche Fähigkeit nachahmen können.

„Aufgefallen ist uns das Pfeifen, als der Gemüsehändler kam und Ujian auf sich aufmerksam machen wollte“, erklärt der Leiter des Affenreviers Bernd Kowalsky. Besonders vormittags können Zoobesucher das melodische Pfeifen hören. Während der Mittagspause werden die Pfleger oft von dem Orang-Utan unterhalten. „Das Pfeifen hat sich Ujian selber beigebracht. Wir haben nur trainiert, dass er es jetzt auch auf Kommando macht“, berichtet Kowalsky. Durch Nüsse und Rosinen lasse sich der Affe zu einem besonders melodischen Pfeifen bewegen.

„Für uns ist es ein Zeichen dafür, dass es ihm hier gut geht“, fährt Kowalsky fort. „Ujian ist erst seit 2005 hier im Zoo und hatte in den ersten Jahren den Spitznamen „Verbrecher“, weil er in seinem Gehege immer alles kaputt gemacht hat.“

Die Ursache für die menschliche Nachahmung des Pfeifens sieht der Leiter des Affenreviers in dem Charakter des Orang-Utans. Denn der Menschenaffe wurde von Hand aufgezogen und hatte deshalb immer ein freundliches und sehr menschenbezogenes Verhalten.

Kowalsky ist fest davon überzeugt, dass dieses Phänomen bestimmt noch andere Menschenaffen beherrschen, aber die Tatsache, dass diese Spezies vom Aussterben bedroht ist, verhindere die weitere Erforschung. „Es gibt nur noch acht- bis zehntausend Menschenaffen weltweit“, gibt er zu bedenken.

Trotzdem möchten Kowalsky und sein Team etwas zur Forschung beitragen. Sie haben deshalb die melodischen Töne aufgenommen und zum Great Ape Center in die USA geschickt. Laut Kowalsky waren die Forscher von den Pfiffen total begeistert, da sie mit deren Hilfe die Evolution der Sprache analysieren können.

Für den Zoo hat sich der pfeifende Affe auch als Einnahmequelle herausgestellt. „Unsere Marketingabteilung überlegt gerade, einen Song aus den Tönen zu machen“, so Kowalsky.

von Sandra Malter
   

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