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 StudiLeben
15.12.2009

FĂŒnf Fragen an das Semesterticket

Der ruprecht beleuchtet die HintergrĂŒnde der neuen Vereinbarung

Der Preis fĂŒr das Semesterticket ab dem Sommersemester 2010 steigt wieder. Die Verhandlungen waren lang und zĂ€h. Die neue Regelung ist ein Kompromiss, der nicht allen gefĂ€llt, jedoch die letzte Chance fĂŒr ein Semesterticket im kommenden Sommer war.

Der Preis fĂŒr das Semesterticket ab dem Sommersemester 2010 steigt wieder. Die Verhandlungen der Fachschaftskonferenz (FSK) im Namen aller Studierenden der UniversitĂ€t Heidelberg mit der Unternehmensgesellschaft Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) und dem Studentenwerk waren lang, zĂ€h und von vielen Schwierigkeiten geprĂ€gt. Etliche Modelle und Möglichkeiten wurden entwickelt, diskutiert und abgelehnt. Die neue Regelung ist ein Kompromiss, der nicht allen gefĂ€llt, jedoch die letzte Chance fĂŒr ein Semesterticket im kommenden Sommer war.

Welche alternativen Ticketmodelle gibt es zu dem bestehenden?

Die FSK favorisiert ein gestuftes Ticketmodell, das ermöglicht ein Ticket nur fĂŒr das Stadtgebiet Heidelberg zu kaufen. Die Erfolgsaussichten fĂŒr die Durchsetzung dieses Modells sind denkbar schlecht, da der Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) gesetzlich verpflichtet ist allen Nutzergruppen ein gestuftes Ticket anzubieten. Damit hĂ€tten auch Kunden eines Maxx-Tickets, Job Tickets und eines Ü-60-Tickets Anspruch auf ein gestuftes Ticket.

Die Risiken fĂŒr den VRN sind massive EinnahmeausfĂ€lle, weshalb der URN bei den Verhandlungen eine solche Alternative abgelehnt hat. Als weitere Alternative steht das Solidarmodell im Raum. Konsequenz dieses Tickets ist, dass es jeder Student kaufen muss, egal ob er direkt in der Innenstadt Heidelbergs wohnt oder pendeln muss. Ein Ticket dieses Modells ist dem momentanen Ticket in Kaiserslautern vergleichbar. Den Preis liegt dort bei knapp ĂŒber 100 Euro.


Welche Alternative hĂ€tte es zu der Annahme der URN-Bedingungen (Ticketerhöhung um neun Euro ab Wintersemester 2010/2011, einer Sockelerhöhung von 2,50 Euro ab Sommersemester 2010 und der „Abendregelung“ am Wochenende) gegeben?


Die einzige Alternative, nach eineinhalb Jahren Verhandlungen zwischen dem VRN, dem Studentenwerk, der FSK und der Zentralen UniversitĂ€tsverwaltung, wĂ€re eine Ablehnung des Angebots durch die FSK gewesen. Ein Scheitern der Verhandlungen hĂ€tte zur Folge gehabt, dass alle die auf das Semesterticket angewiesen sind, ein deutlich teureres Maxx-Ticket kaufen mĂŒssten.

 Zudem hĂ€tte ein Scheitern des Tickets in den nĂ€chsten beiden Semestern wahrscheinlich nicht zu einem besseren Angebot gefĂŒhrt. Die Erhöhung der Ticketpreise war nicht zu umgehen, da zum einen die Fördermittel der Landesregierung immer weiter sinken und zum anderen die Personalkosten des VRN gestiegen sind.


Wie viele Studenten der Uni Heidelberg sind auf das Semesterticket angewiesen?


Eine FSK-Umfrage im Sommer ergab, dass rund 30 Prozent der Studierenden auf das Semesterticket angewiesen sind, da sie mehr als fĂŒnf Kilometer von der UniversitĂ€t entfernt wohnen und kein Auto oder Motorrad besitzen, mit dem sie zum Campus fahren könnten. Bei dieser Zahl handelt es sich jedoch um eine SchĂ€tzung, da beispielsweise auch Studenten angegeben haben, auf das Semesterticket angewiesen zu sein, obwohl sie in Heidelberg wohnen und demnach auf ein Fahrrad ausweichen könnten.


Wird sich das Einzugsgebiet in Zukunft vergrĂ¶ĂŸern?


Die VergrĂ¶ĂŸerung des Einzugsgebietes durch Direktanbindungen mit den StĂ€dten der Region wie Karlsruhe, Frankfurt oder Mainz wurden von der FSK angefragt. Jedoch haben weder die DB Regio Rhein-Neckar noch die Studentenvertretungen der betroffenen Hochschulen ein Interesse an einer Erweiterung signalisiert. GegenwĂ€rtiges verfolgt die FSK das Ziel ein Ticket mit einem kleineren GĂŒltigkeitsbereich fĂŒr einen gĂŒnstigeren Preis durchzusetzen.


Hat das Semesterticket in seiner jetzigen Form eine Zukunft?


Prognosen fĂŒr die Zukunft des Semestertickets sind schwierig, da man schlecht einschĂ€tzen kann, was fĂŒr PlĂ€ne die Stadt Heidelberg und die UniversitĂ€tsleitung fĂŒr das Semesterticket haben. Bisher sieht es nicht so aus, als wĂŒrde in nĂ€herer Zukunft ein Alternativmodell eingefĂŒhrt werden.

Dabei bleibt zu beobachten, ob die KĂŒrzung der Fördermittel der baden-wĂŒrttembergischen Landesregierung weiter fortschreiten. Sollten die KĂŒrzungen so weiter gehen, wird das Semesterticket in seiner jetzigen Form wohl bald der Vergangenheit angehören. Ob es dann aber ein Solidarticket geben wird, ist bisher reine Spekulation.  

von Stephanie MĂŒller
   

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