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 Heidelberg
15.12.2009

"Wir werden ernst genommen"

Runder Tisch bringt Initiative LindA und Stadt zum Dialog zusammen

Beim ersten Runden Tisch im November erarbeiteten mehr als f├╝nfzig Altstadtbewohner und Oberb├╝rgermeister Eckart W├╝rzner L├Âsungsans├Ątze zur Bek├Ąmpfung von L├Ąrm und Vandalismus. Nun gingen die Gespr├Ąche weiter.

Beim ersten Runden Tisch am 10. November erarbeiteten mehr als f├╝nfzig Altstadtbewohner und Oberb├╝rgermeister Eckart W├╝rzner L├Âsungsans├Ątze zur Bek├Ąmpfung von L├Ąrm und Vandalismus in der Altstadt. Anfang Dezember gingen die Gespr├Ąche in die zweite Runde.

Die Forderungen und Beschwerden der Initiative LindA, die die Interessen verschiedener kleinerer Initiativen und B├╝rgern der Altstadt b├╝ndelt, sind im Rathaus angekommen. Oberb├╝rgermeister Eckart W├╝rzner machte bei der ersten Sitzung des Runden Tisches deutlich, dass vor allem zwei Rahmenbedingungen f├╝r eine ruhigere Altstadt wichtig seien: Die Zahl der Gastst├Ątten und die Sperrzeiten. Die Anzahl der Kneipen w├╝rde sich nicht erh├Âhen, da der 2007 beschlossene Bebauungsplan das klar vorgebe. Die Sperrzeiten seien jedoch ein Problem.

Aufgrund des ├Âffentlichen Drucks durch die Initiativen wurden die Sperrzeiten in den vergangenen Wochen durch das st├Ądtische Ordnungsamt strenger kontrolliert als sonst. Der Alkoholkonsum auf der Stra├če sei dadurch jedoch nicht eingeschr├Ąnkt worden, sagte W├╝rzner. Ruhigere N├Ąchte gab es dadurch f├╝r die Bewohner der Altstadt auch nicht. Die Initiative LindA und auch andere B├╝rgerinitiativen fordern eine striktere Kontrolle der bestehenden Gesetze, anstatt neue Gesetze zu erlassen. Eine wichtige Aufgabe der Stadt sei es, das neue

Landesgesetz f├╝r die Sperrzeiten, das ab 1. Januar 2010 gilt, f├╝r Heidelberg zu verhindern. Die bisherigen Sperrzeiten werden durch das Gesetz von Montag bis Freitag auf drei Uhr und am Wochenende auf f├╝nf Uhr verl├Ąngert. W├╝rzner nahm sich auch der Beschwerde der Kneipenbesitzer an. Diese m├Âchten, dass die Sperrzeiten nicht nur f├╝r sie gelten, sondern auch f├╝r die verschiedenen Kioske in der Stadt, die die ganze Nacht hindurch Alkohol verkaufen w├╝rden. W├╝rzner pl├Ądierte daher f├╝r ein Alkoholverkaufsverbot nach 22 Uhr, das ab 1. M├Ąrz 2010 gelten soll. Karin Werner-Jensen, LindA-Vertreterin und Stadtr├Ątin, ist sehr zufrieden mit der ersten Gespr├Ąchsrunde. "Es ist das erste Mal, dass das Thema ernst genommen wird. Das ist gut", sagte sie.

W├Ąhrend der dreist├╝ndigen Diskussion entwickelten die B├╝rger und Vertreter der Stadt in Kleingruppen und im Plenum unter anderem folgende L├Âsungsans├Ątze: Bettt├╝cher mit derbem Inhalt sollen eventuell abgeh├Ąngt werden, sodass ein konstruktiver Dialog an Stelle eines aggressiven Gegeneinanders stattfindet. Wichtig ist den Altstadtbewohnern, einen Ansprechpartner bei der Stadt als zentrale Beschwerdestelle und auch als Nachthotline zu haben.

Zudem ist eine "St├Ârkarte" im Gespr├Ąch, mit deren Hilfe Problemkonzentrationen erkannt werden k├Ânnten und es solle auch eine effizientere Einforderung der verh├Ąngten Ma├čnahmen durch das Ordnungsamt erfolgen. Es sollen au├čerdem mehr ├Âffentliche Toiletten entstehen, um Hauswandpinkler zu vermeiden, und ein besserer n├Ąchtlicher Fahrplan mit dem ├ľPNV ausgehandelt werden. Die Feiernden w├╝rden n├Ąmlich oft die Zeit bis zum ersten Morgenbus in der Altstadt ├╝berbr├╝cken und so die Nachtruhe der Anwohner st├Âren.

LindA hatte erst sp├Ąt und bei einem zweiten Anlauf intern ├╝ber eine Teilnahme an der von der Stadt initiierten Diskussionsrunde positiv abgestimmt. Die Bewohner sahen in dem von W├╝rzner vorgelegten Plan des Runden Tisches keine Fortschritte: Sie wollten nicht mehr nur reden, sondern endlich Taten der Stadt gegen Vandalismus und Ruhest├Ârung sehen.

Inzwischen r├Ąumen sie ein: "Es ist gut, dass der Dialog mit der Initiative von der Stadt ausgeht." Skeptisch stehen die B├╝rger jedoch den Auswirkungen des Runden Tisches gegen├╝ber. Eine Gespr├Ąchsrunde mit dem gleichen Thema vor vier Jahren habe n├Ąmlich auch zu keinerlei Besserung der n├Ąchtlichen Situation in der Altstadt gef├╝hrt.

An zwei weiteren Terminen im Januar und Februar 2010 soll ein Konzept zur Problembew├Ąltigung ausgearbeitet werden, um es im M├Ąrz dem Heidelberger Gemeinderat vorzulegen.

von Ronja Ritthaler
   

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