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 Heidelberg
15.12.2009

Zu Gast in Heidelberg

Eckart von Hirschhausen steht Rede und Antwort

ruprecht: Sie haben in Heidelberg Medizin studiert. Wo haben Sie sich als Student am liebsten aufgehalten?

Eckart von Hirschhausen: Da bietet Heidelberg viele schöne Orte: auf den Neckarwiesen, am Philosophenweg, abends in den Kneipen. Ich mag auch die Atmosphäre in den großen Bibliotheken. Ich kann mich besser konzentrieren, wenn um mich herum andere auch am Lernen sind. Irgendwie bildet man dann eine Solidargemeinschaft der Solitären.

Waren Sie während Ihres Studiums eigentlich auch in einer Studentenverbindung?

Nein, ich war beim Heidelberger Kreis, das ist eine studentische Initiative, in der man miteinander redet, statt sich das Hirn wegzutrinken und mit Degen im Gesicht herumzuritzen. Alles, was den Horizont über das eigene Fach hinaus fördert, finde ich wichtig.

In der letzten Zeit gab es wieder bundesweite Studentenproteste. Was halten Sie davon?

Mein Ideal von Bildung ist nicht Wissensvermittlung, sondern Fähigkeiten erwerben, kurzum: selber Denken lernen. Das braucht Zeit und viele Möglichkeiten quer zu denken, auszuprobieren und quer zu verbinden. Ich verstehe sehr gut das Gefühl der Studenten, in der verkürzten Zeit weder schlau noch glücklich zu werden. Am wirkungsvollsten lernen Menschen von „Meistern ihres Fachs“ durch Erleben und Nachahmen und Nacheifern. Dafür muss man aber die Meister in Aktion erleben, und die müssen einen auch beim Nacheifern korrigieren können. Je unpersönlicher die Atmosphäre, desto wirkungsloser das Lernen.

Im Moment lehren Sie nebenbei an der Universität Gießen Medizinkommunikation. Wie kam es zu diesem Engagement?

Die Idee kam von den Leitern der Kurse für Terminologie, weil die mein Buch „Arzt-Deutsch“ als Unterrichtsmaterial verwenden und mich fragten. Ich habe dann angeboten, einmal im Jahr eine Vorlesung zu halten, parallel zu meinem Gastspiel. Daraus wurde dann der Lehrauftrag. Eine Ehre, an der Ausbildung der nächsten Generation von Ärzten beteiligt zu an der Ausbildung der nächsten Generation von Ärzten beteiligt zu an der Ausbildung der nächsten sein und für die Wichtigkeit von einem guten Gesprächsstil und Empathie einzutreten.

Was mĂĽsste Ihnen die Uni Heidelberg bieten, damit sie auch an ihr unterrichten?

Hmm, das klingt jetzt aber stark nach einer Bundesliga-Ablöseverhandlung. Grundsätzlich würde ich hier gerne dozieren. Aber im Moment bin ich eben in Gießen zu Gange. Alles zu gegebener Zeit.

Auf dem Zeit-Campus-Talk haben Sie einen Blindenwitz erzählt. Gibt es eine Grenze, bei der der Spaß aufhört?

Hier einer meiner Lieblingswitze: „Ein blinder Mann kommt in einen Geschenkartikelladen, greift sich seinen Blindenhund und wirbelt ihn um seinen Kopf. Die Verkäuferin fragt besorgt: „Kann ich ihnen helfen?“ Darauf der Mann: „Danke – ich schau mich nur ein bisschen um!“ Wer keine Behindertenwitze macht, grenzt damit die Behinderten erst recht aus. Probleme mit dem absurden Witz haben nie Blinde selber angemeldet, sondern nur sehende Bedenkenträger, die noch nicht mal ein Auge zudrücken können.

von Elena Eppinger und Sandra Malter
   

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