Dies ist ein Archiv der ruprecht-Webseiten, wie sie bis zum 12.10.2013 bestanden. Die aktuelle Seite findet sich auf https://www.ruprecht.de

ruprecht-Logo Banner
ruprecht/Schlagloch-doppelkeks-Jubiläum
Am 13.10. feiern wir 25 Jahre ruprecht/Schlagloch und 10 Jahre doppelkeks [...mehr]
ruprecht auf Facebook
Der aktuelle ruprecht
ruprecht vor 10 Jahren
Andere Studizeitungen
ruprechts Liste von Studierendenzeitungen im deutschsprachigen Raum
ruprecht-RSS
ruprecht-Nachrichten per RSS-Feed
 Wissenschaft
20.01.2009

Mehr Gewalt in Asien

Das Konfliktbarometer informiert ĂŒber Krisen weltweit

Das Heidelberger Institut fĂŒr Konfliktforschung (HIIK) hat das neue Konfliktbarometer 2008 veröffentlicht. Die Bilanz. Aber in Europa hat die Gewalteskalation im Vergleich zu 2007 zugenommen. Bestes Beispiel ist der Konflikt zwischen Georgien und Russland.

Der jĂ€hrliche Überblick ĂŒber die weltweiten politischen Konflikte beobachtet und analysiert sowohl gewaltsame als auch nichtgewaltsame Konflikte. ,,Damit haben wir kriegerische Eskalationen schon lange vor dem Ausbruch auf dem Schirm“, so Lotta Mayer, Vorstandsmitglied des HIIK und Regionalgruppenleiterin fĂŒr Afrika.

 Denn Kriege ,,brechen nicht plötzlich aus, wie dies oft von den Medien dargestellt wird, sondern es lĂ€sst sich immer bereits vorher eine Tendenz erkennen“.

Da das Konfliktbarometer online zugÀnglich ist, leiste das HIIK Mayer zufolge auch einen wichtigen Beitrag zur politischen Bildungsarbeit. Selbst internationale Organisationen nutzen das Konfliktbarometer.

Ein Beispiel hierfĂŒr ist die Analyse der weltweiten FlĂŒchtlingsproblematik. „Das Konfliktbarometer hat jedoch nicht den Anspruch Handlungsanleitungen zu geben“, betont Mayer, „vielmehr geht es uns um die wissenschaftliche Grundlagenforschung.“

Rund 70 Mitarbeiter haben an der aktuellen Ausgabe mitgewirkt. Die meisten davon sind Studenten. Sie recherchieren jeweils eigenverantwortlich fĂŒr ein Land oder eine LĂ€nderkonstellation und werten die Befunde in den Regionalgruppen aus. Anschließend wird gemeinsam ĂŒberlegt, in welche der fĂŒnf vom HIIK festgelegten IntensitĂ€tsstufen der Konflikt einzuordnen ist. Die Daten werden aus aktuellen Medienberichten, Online-Nachrichtenportalen sowie aus wissenschaftlichen Quellen, beispielsweise Analysen der ,,International Crisis Group“, erhoben.

Finanziert wurde das Konfliktbarometer 2008 wie in jedem Jahr aus externen Spenden; zudem haben Peter Schlotter und Uwe Wagschal vom Institut fĂŒr Politische Wissenschaft einen finanziellen Beitrag geleistet. Das Institut selbst stellte die nötige Infrastruktur zur VerfĂŒgung.

Der aktuelle Bericht fĂŒr das Jahr 2008 stellt einen besorgniserregenden Trend fest: Die gewaltsamen Eskalationen nehmen stark zu. „GegenĂŒber dem Vorjahr hat sich die Lage weltweit deutlich verschlechtert“, hĂ€lt Mayer fest. Diese Tendenz ist besonders in Asien zu beobachten. Mayer nennt hierbei Pakistan als weltpolitisch brisantestes Beispiel.

Aber auch in Europa hat die Gewalteskalation im Vergleich zum Vorjahr deutlich zugenommen, wie im Falle des lange schwelenden Gebietskonflikts zwischen Georgien und Russland. „Obwohl sich die Lage dort momentan wieder beruhigt hat, droht dieser Konflikt wieder auszubrechen und auch auf Nachbarstaaten ĂŒberzugreifen“, befĂŒrchtet Mayer. FĂŒr das HIIK bedeutet das, diese Region auch 2009 besonders im Auge zu behalten.

von Carolin Krenkel und Melanie Stolzenberg
   

Archiv Wissenschaft 2021 | 2020 | 2019 | 2018 | 2017 | 2016 | 2015 | 2014 | 2013 | 2012 | 2011 | 2010 | 2009 | 2008 | 2007 | 2006 | 2005 | 2004