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20.01.2009

Studieren wie Gott in Frankreich

Ein Blick auf die Elite-Universität Stanford und ihre Geschichte

Sie gilt als eine der fünf besten Universitäten der Welt. In den knapp 120 Jahren ihres Bestehens hat sie sehr erfolgreiche Absolventen hervorgebracht, wie zum Beispiel die Gründer von Hewlett-Packard und Google.

Die Universität Stanford wurde 1892 zum Andenken an den verstorbenen Sohn des Magnaten und ehemaligen Senators Leland Stanford gegründet und in den Ländereien des alten „Rancho de San Francisquito“ in Palo Alto erbaut. Knapp ein Jahr nach der Gründung starb der Mäzen. Seine Frau Jane Stanford begleitete noch zwölf weitere Jahren die Entwicklung der Universität.

Der Campus

Stanfords Landbesitz umfasst etwa 33 Quadratkilometer. Das ist ungefähr ein Drittel der Stadtfläche Heidelbergs. Allerdings ist der Campus an sich auf einem Areal von vier Quadratkilometern konzentriert, was viermal dem Neuenheimer Feld entspricht. Hier befindet sich der „Main Quad“, ein riesiger Hof, um den sich die ursprünglichen zwölf Gebäude der Universität scharen.

Darunter befindet sich auch die Memorial Church, eine für alle Religionen offene Kirche, obwohl diese in Erscheinung und Ausstattung sehr christlich daherkommt. Heute sind im Main Quad die geisteswissenschaftlichen Fakultäten untergebracht. Nördlich von diesem ist der „Oval“ gelegen, eine – wie der Name schon sagt – oval gestaltete Wiese, auf welcher Studenten sich bei gutem Wetter ausruhen.

Im westlichen Teil des Campus befinden sich hauptsächlich die naturwissenschaftlichen Institute. Diese sind um den „Hewlett and Packard Quadrangle“ gelegen, den die beiden Gründer und ehemaligen Studenten Stanfords stifteten. Nebenan befindet sich die medizinische Fakultät.

Ă–stlich des Main Quads befindet sich die C. Green Library, die größte Bibliothek Stanfords, in der drei Millionen Bände gelagert sind;  etwa die Hälfte des Besitzes der Heidelberger Universitätsbibliothek. Die Green Library beschränkt sich jedoch nur auf geisteswissenschaftliche Werke.

Bereits beim Betreten der Bibliothek wird hier der Ausweis kontrolliert. Als Besucher darf man einen vorläufigen Besucherschein erwerben, da Ausleihbereich und Lesesaal miteinander verbunden sind. Im Eingangsbereich sind Tageszeitungen aus der ganzen Welt zu finden. Zudem stehen den Lesern zahlreiche iMacs und moderne Dell Computer zur Verfügung.

Direkt neben der C. Green Library wurde 1941 der Hoover Tower erbaut, den der 31. Präsident der USA Herbert Hoover stiftete. Auch er studierte in Stanford. In dem Turm befindet sich auch ein Teilbereich des Forschungszentrums „Hoover Institution on War, Revolution and Peace“. Als Besucher kann man auf den Turm hinaufsteigen, um den Blick über den gesamten Campus zu genießen. Gegenüber dem Hoover Tower befindet sich das 2000 Sitzplätze umfassende Memorial Auditorium. Der Veranstaltungsort wurde zum Gedenken an die im Zweiten Weltkrieg gefallenen Studenten errichtet. Darüber hinaus ist hier auch das Besucherzentrum untergebracht, das als Ausgangspunkt für die kostenlosen Führungen über den Campus dient.

Fünf Minuten Fußweg in Richtung Süden steht die „White Plaza“ mit ihrem markanten Brunnen „The Claw“, die das soziale Zentrum der Uni bildet. Um den Platz gruppieren sich mehrere für Stanfords Studenten wichtige Einrichtungen: Im Stanford Bookstore sind sowohl neue als auch gebrauchte Bücher für die jeweiligen Kurse zu erwerben. Neben der Campusfiliale der US Post findet man hier die „Tresidder Union“, wo viele Studenten essen gehen.

Ebenfalls in der Nähe befinden sich zahlreiche Studentenwohnheime, wie die „Stern Hall“. Hauptsächlich sind hier jedoch die „Fraternities“ und „Sororities“ angesiedelt – die US-amerikanische Version jeweils männlicher bzw. weiblicher Studentenverbindungen.

Der Campus gilt als politisch unabhängiges Gebiet und besitzt eine eigene Polizei, Feuerwehr und auch Postleitzahl. Im Gegensatz zu deutschen Universitäten ist Stanford quasi autonom.

Studium & Finanzierung

Stanford ist eine private Universität und gehört wie Harvard zum Kreis der „Ivy League“, den amerikanischen Eliteuniversitäten. Und das ist teuer. Kostet ein Jahr Bachelorstudium in Stanford 48.000 US-Dollar, muss man an der nahe gelegenen staatlichen University of California in Berkeley nur 5000 US-Dollar pro Jahr zahlen. Es gibt jedoch eine Reihe von Stipendien für Bachelor- und Masterstudenten. 77 Prozent aller Bacherlorstudenten erhalten irgendeine Form finanzieller Unterstützung.

Doch Stanford finanziert sich  nur zu 17 Prozent aus StudiengebĂĽhren. Den Löwenanteil machen vor allem die Spenden ehemaliger Studenten aus. Die größte Spende in der Geschichte der Universität betrug 400 Millonen Dollar und kam von der Hewlett Foundation. Das „Endowment“ (zu deutsch: Stiftung) Stanfords ist das drittgrößte in den Vereinigten Staaten – nach Harvard und Yale – mit einem Umfang von 17 Milliarden Dollar im Jahre 2007. Das „Endowment“ pro Student beträgt knapp eine Million Dollar. Es gibt dort insgesamt 16.600 Studierende, von denen die ĂĽberwiegende Mehrheit Masterstudenten sind. In Heidelberg beträgt die Anzahl an Studierenden rund 27.000.

Zu Anfang des Studiums ist es nicht nötig, Haupt- und Nebenfächer anzugeben. Bis zum Ende des zweiten Studienjahres (genannt „Sophomore“) hat man Zeit, aus einem Angebot von 60 verschiedenen Studiengängen auszuwählen. Um in einem Fach angenommen zu werden, muss man jedoch gewisse Voraussetzungen erfüllen, die ein Drittel des gesamten Studiums ausmachen. Wenn man sich für ein Hauptfach („Major“) und ein Nebenfach („Minor“) entschieden hat und angenommen wurde, hat man noch zwei weitere Jahre als Junior und Senior (3. und 4. Studienjahr) vor sich, was dem deutschen Hauptstudium entspricht.

Insgesamt dauert das Studium ein Jahr länger als der aktuelle deutsche Bachelor. Das anschließende Masterprogramm dauert je nach Fach ein bis zwei Jahre. Für Jura- und Medizinstudenten gilt eine andere Regelung: Diese Fächer gibt es als „Graduate Studies“, so dass man Medizin oder Jura erst nach einem Bachelorabschluss studieren kann. Man muss also bereits vier Jahre an der Uni studiert haben, um noch weitere sechs Jahren bleiben zu können.

Eine groĂźe Investition an Zeit und Geld.

von Guillermo González Insua
   

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