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 StudiLeben
09.06.2010

Gourmetkaffee Eigenbrau

Wie man zu Hause einen Spitzenkaffee kochen kann

Guten Kaffee zu Hause zu kochen ist kein Hexenwerk: Man braucht hochwertige Kaffeebohnen und frisches Wasser. Selbst aus einer Standard-Kaffeemaschine kann man einiges rausholen. Es sind es die Details, die den Gourmetkaffee ausmachen.

Kaffee ist mittlerweile das meistgetrunkene GetrÀnk der Deutschen. Doch die Wenigsten wissen, was es braucht, um richtig guten Kaffee zu kochen. Wir haben den Heidelberger Baristameister Florian Steiner gefragt, wie das zu Hause geht.

Kurz gesagt: Es ist einfach, aber dauert lĂ€nger. „In unserer schnelllebigen Zeit will man morgens die Kaffeemaschine anwerfen und den Morgenkaffee zwischen TĂŒr und Angel runterschĂŒtten, bevor es zur Arbeit geht.“

Dabei ist es ganz simpel, guten Kaffee zu kochen: Man braucht hochwertige Kaffeebohnen und frisches Wasser. Sogar mit einer normalen Kaffeemaschine kann man einiges an Geschmack herausholen. Dabei sind es die Details, die den „Gourmetkaffee“ von der „BĂŒroplörre“ trennen.

Beim Kaffee fĂ€ngt es an: Die meisten kaufen eine 500-Gramm-Packung Pulverkaffee im Supermarkt. Das Problem: Einmal geöffnet behĂ€lt eine Packung Pulverkaffee sein Aroma nur rund vier Tage. Danach geht‘s steil bergab. Diese Spanne kann man auch nicht sonderlich verlĂ€ngern, wenn man das Pulver wieder luftdicht verpackt. Ist es mit Sauerstoff in Kontakt gekommen, beginnen chemische Prozesse, die das Aroma abbauen.

Das Kaffeepulver ist zwar nach vier Tagen nicht ungenießbar, aber je spĂ€ter man es verbraucht, desto eher schmeckt der Kaffee nach der erwĂ€hnten BĂŒroplörre. „Sauerstoff und Licht sind die grĂ¶ĂŸten Feinde des Geschmacks“, erklĂ€rt Steiner. Ganze Bohnen hingegen halten lĂ€nger. Doch auch hier wirkt der Sauerstoff, nur langsamer. Die Faustregel lautet: Hier sollten die Bohnen nach etwa drei Wochen aufgebraucht sein.

Bei den ganzen Bohnen ist die Herkunft entscheidend. Von Kaffeesorten aus dem Supermarkt hĂ€lt Florian Steiner wenig: „Egal, ob man einen Billigkaffee oder Premiumauslese kauft: Es ist Industriekaffee, bei dem sĂ€mtliche Aromen plattgebĂŒgelt sind.“ Hinzu kommt, dass es bei Kaffee keine Kennzeichnungspflicht gibt. „Auf der Packung kann Premium draufstehen, aber alle möglichen Ernten vermischt sein“, erklĂ€rt Steiner. Alle Sorten, die im Supermarkt stehen, seien ohnehin auf den typischen Durchschnittsgeschmack getrimmt.

 FĂŒr ihn hat Wein und Kaffee durchaus einiges gemeinsam: „Basis fĂŒr guten Kaffee ist der Mensch an der Pflanze. Er entscheidet ĂŒber Masse oder QualitĂ€t.“ Genau wie beim Wein kommt es auch beim Kaffee auf den Hersteller und die Sorte der Kaffeebohnen an. Die Auswahl in FachgeschĂ€ften ist riesig. Steiner empfiehlt zum Beispiel die beiden Ă€thiopischen Sorten „Sidamo“ und „Limo“, sowie „Burbon“ aus Ruanda. „Neben dem Kaffee ist die WasserqualitĂ€t wichtig“, betont Steiner. Dazu reicht frisches Leitungswasser, das man mit einem Wasserfilter aufbereitet.

Um nun mit der Kaffeemaschine (vorher grĂŒndlich reinigen) guten Kaffee zu machen, braucht es folgende Arbeitsschritte: Man kauft eine kleine Packung Kaffeebohnen. Die Herkunft sollte man am besten bis auf den Hersteller vor Ort nachvollziehen können. Die steht wie bei guten Weinen das Weingut auf der Kaffeepackung. Mit einer handelsĂŒblichen MĂŒhle mahlt man dann die benötigte Menge Bohnen zu Pulver. Als Faustregel gelten etwa zehn Gramm pro Tasse. Dabei hilft eine kleine Lebensmittelwaage aus dem Supermarkt. Die abgewogene Menge fĂŒllt man in den Filter der Kaffeemaschine. Auch hier reichen handelsĂŒbliche FiltertĂŒten aus dem Supermarkt. Das gefilterte Wasser fĂŒllt man nun in die Maschine und schaltet sie an. Fertig.

 Wer den Genuss weiter steigern will, sollte sich einen „Porzellanfilter“ zulegen, der knapp 50 Euro kostet. Dieses kannenartige GefĂ€ĂŸ gewĂ€hrleistet einen optimalen Druck, mit dem das Wasser durch den Filter lĂ€uft. Zu viel oder zu wenig Druck wirkt sich wiederum auf das Aroma aus.

von Reinhard Lask
   

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