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 Hochschule
17.07.2012

Mitsprache an der Uni

Wie sieht die Verfasste Studierendenschaft vor Ort aus?

Bald d├╝rfen die Heidelberger Studenten ├╝ber das Modell der VS abstimmen. / Montage: cjs

Es ist amtlich: Die Studierenden haben in Baden-W├╝rttemberg wieder eine Stimme. Wie die Verfasste Studierendenschaft in Heidelberg aussehen soll, entscheiden die Studierenden selbst. Die Hochschulgruppen vor Ort sind sich uneinig. Derzeit stehen zwei Modelle im Raum.

Am 27. Juni war es soweit: Die Verfasste Studierendenschaft (VS) wurde nach 35 Jahren vom Landtag wieder eingef├╝hrt. F├╝r diesen ist damit die Arbeit beendet, f├╝r die Studierenden der einzelnen Hochschulen f├Ąngt sie damit erst richtig an. Der Grund daf├╝r ist die weitgehende Satzungsautonomie: Die Studierenden jeder Hochschule regeln selbst, wie genau ihre VS vor Ort aussieht. In Heidelberg werden im Moment zwei Modelle diskutiert: das Studierendenparlament (StuPa) und der Studierendenrat (StuRa). 
Das StuPa kann man sich ├Ąhnlich wie den Bundestag vorstellen: Seine Mitglieder werden ├╝ber Listen einmal im Jahr von den Studierenden gew├Ąhlt. Formal sind sie in ihren Entscheidungen an niemanden gebunden, auch wenn es in der Praxis so etwas wie Fraktionszwang gibt.
Der Studierendenrat setzt sich nicht aus einzelnen, in ihren Entscheidungen freien Mitgliedern zusammen, sondern aus Vertretern der Studierenden der einzelnen Fachbereiche. Die Studierenden der einzelnen Fachbereiche legen das Stimmverhalten ihrer Vertreter im StuRa fest. Dies soll eine basisdemokratische Teilhabe f├╝r alle Studierenden garantieren. Welches Modell m├Âchten nun die Hochschulgruppen in Heidelberg umsetzen? 
Die Fachschaftskonferenz und die Gr├╝ne Hochschulgruppe setzen sich f├╝r einen Studierendenrat (StuRa) ein. Streng genommen ist dieses jedoch ein Mischmodell: Neben den aktiven Fachschaften, die im StuRa unabh├Ąngig von der Gr├Â├če ihres Faches einen Sitz haben, sollen die Hochschulgruppen durch eine j├Ąhrliche Wahl ebenso viele Stimmen wie alle Fachschaften zusammen erhalten k├Ânnen. Andererseits soll aber durch Wahlen f├╝r die verschiedenen Hochschulgruppen die politische Orientierung der Studierenden abgebildet werden. Der StuRa soll f├╝r die laufende Gesch├Ąfte Referate w├Ąhlen.
Die Liberale Hochschulgruppe, der Ring Christlich Demokratischer Studenten (RCDS) und die Juso-Hochschulgruppe bevorzugen ein StuPa. F├╝r Jusos und den RCDS ist zentral, dass in einem StuPa jeder Studierende unabh├Ąngig von seinem Fach dieselbe Stimme hat. Im Konzept der Jusos soll das StuPa wiederum Referate gr├╝nden, die eine Art Kabinett bilden ÔÇô den Allgemeinen Studierendenausschuss. Der Sozialistische Demokratische Studierendenverband hat sich noch nicht festgelegt und sieht bei beiden Modellen noch Nachbesserungsbedarf. Er m├Âchte eine gleichberechtigte Beteiligung der Hochschulgruppen und Fachschaften erreichen.
Wie entscheiden nun die Studierenden wann dar├╝ber, wie die VS in Heidelberg aussieht? Die Universit├Ąt und die studentische AG Verfasste Studierendenschaft haben sich auf einen ersten Zeitplan verst├Ąndigt: Bis Anfang Februar 2013 sollen alle Satzungsvorschl├Ąge zur rechtlichen Pr├╝fung vorliegen, bis Juni dann die gesetzlich vorgesehene Urabstimmung der Studierenden abgeschlossen sein, damit Senat, Aufsichtsrat und Ministerium bis Semesterende zustimmen k├Ânnen. Die ersten Wahlen zur VS seit 35 Jahren sollen im Wintersemester 2013/2014 stattfinden.

 


Mehr zum Thema:

  • Interview mit Klaus Landfried, Heidelberger Politikwissenschaftler und einstiger Vorsitzender der Hochschulrektorenkonferenz auf YouTube und Soundcloud
  • Informationen zur VS in Heidelberg auf der Liquid Democracy-Plattform der FSK

von Christoph Straub und Ziad-Emanuel Farag
   

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