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 Hochschule
11.12.2006

„Weil man uns die Bildung klaut!“

KĂŒrzungen bei Geisteswissenschaften schĂŒren Proteste

Mitte November protestierten nach SchÀtzung der Polizei 700 Studenten und Dozenten auf dem Uni-Platz gegen die schlechten ZustÀnde in den hiesigen Geistes- und Sozialwissenschaften.

Mitte November protestierten nach SchÀtzung der Polizei 700 Studenten und Dozenten auf dem Uni-Platz gegen die schlechten ZustÀnde in den hiesigen Geistes- und Sozialwissenschaften.
Die studentischen Redner der UniversitĂ€ten Heidelberg, Mannheim und Karlsruhe betonten, dass ĂŒberfĂŒllte HörsĂ€le, ĂŒberarbeitete Dozenten und ein mangelndes Angebot an Pflichtkursen (siehe ruprecht Nr. 104) keine Heidelberger EinzelfĂ€lle seien. Die Geisteswissenschaften befĂ€nden sich zur Zeit allgemein im Abseits. „Ihr Ausverkauf hat mittlerweile System“, kritisierte Friedemann Vogel von der Heidelberger Fachschaftskonferenz (FSK).
Wie die Exzellenzinitiative zeige, könne man im Wettbewerb nur gewinnen, wenn die Unis sich auf bestimmte Forschungsgebiete spezialisieren. Heidelbergs Rektor Peter Hommelhoff wisse genau, dass die Geisteswissenschaften in diesem Verfahren nur verlieren können. Nach außen hin verspreche der Rektor zwar, sich fĂŒr den Erhalt von Germanistik, Romanistik und Mittellatein einzusetzen, in Wahrheit aber wĂŒrden die Geisteswissenschaften, laut Vogel, gerade auf ein Minimum reduziert. Allerdings nur soweit, um Hommelhoffs Vorstellungen einer VolluniversitĂ€t noch gerecht zu werden.
Hommelhoff hĂ€lt dem entgegen, dass er in der Exzellenzintiative auch auf die VorschlĂ€ge aus den Geisteswissenschaften gesetzt habe und weiter setze. Auch der Prorektor fĂŒr Lehre und Medizin, Jochen Tröger, lehnt eine Verantwortung des Rektorats fĂŒr die prekĂ€ren ZustĂ€nde ab. Die Probleme lĂ€gen einfach darin begrĂŒndet, dass die UniversitĂ€ten ganz allgemein unterfinanziert seien. „In der Lehre muss etwas geschehen“, gibt auch Tröger den Demonstraten recht. „Aber dazu brauchen wir mehr Geld.“ Im Anschluss an die Demonstration wurden Unterschriftenlisten vor dem Rektorat aufgehĂ€ngt, auf denen 3800 Heidelberger Studenten den 17-Punkte-Forderungskatalog der FSK unterschrieben hatten, der unter anderem angemessene Studienbedingungen forderte.
Zudem trafen sich Studenten- und Gewerkschaftsvertreter, um eine Zusammenarbeit mit allen Unis zu planen, die sich gegen den Abbau der Geisteswissenschaften engagieren und sich gegen drohende KĂŒrzungen wehren wollen. Ein erstes Treffen ist im Rahmen einer Bundesfachschaftentagung am 20. Januar 2007 in Mannheim geplant.

von Beate Brehm, Jenny Genzmer, Reinhard Lask
   

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