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 Hochschule
14.11.2006

Freiburg kÀmpft

GebĂŒhrenboykott durch Treuhandkonto

„Es ist unsere letzte Chance!“ Hermann Schmeh, Vorstand der unabhĂ€ngigen Studierendenschaft (U-AStA), gibt sich kĂ€mpferisch. „Wir wĂ€ren eine schlechte Interessenvertretung, wenn wir nicht versuchen wĂŒrden, diese zu nutzen.“ Die Freiburger Studenten wollen sich weigern, die Anfang 2007 erstmals fĂ€lligen StudiengebĂŒhren zu bezahlen.

„Es ist unsere letzte Chance!“ Hermann Schmeh, Vorstand der unabhĂ€ngigen Studierendenschaft (U-AStA), gibt sich kĂ€mpferisch. „Wir wĂ€ren eine schlechte Interessenvertretung, wenn wir nicht versuchen wĂŒrden, diese zu nutzen.“ Die Freiburger Studenten wollen sich weigern, die Anfang 2007 erstmals fĂ€lligen StudiengebĂŒhren zu bezahlen.

Wenn im Januar die RĂŒckmeldefrist beginnt, sollen die 500 Euro nicht etwa an die UniversitĂ€t ĂŒberwiesen werden, sondern auf ein Treuhandkonto. Bis Mitte Februar mĂŒssen 5.500 Verweigerer, etwa ein Viertel aller Studenten, eingezahlt haben, damit ein ausreichendes Druckpotential entstehen und Verhandlungen begonnen werden können. Die Hoffnung der Organisatoren: So viele Studenten zu exmatrikulieren, könne sich die Uni nicht leisten.

Das ‚Protestmittel Treuhandkonto‘ ist in Baden-WĂŒrttemberg altbekannt. Im Sommer 2003 wurde damit vielerorts versucht, die VerwaltungsgebĂŒhren zu verhindern. Der Versuch scheiterte klĂ€glich: An keiner Uni ĂŒberwiesen genug Studenten das Geld. Nur die PH Freiburg erreichte ihre Zielvorgabe von 1.000 Einzahlern. Die dortige Uni schaffte knapp 2.700 von geforderten 6.000.

Dennoch ist der U-AStA zuversichtlich, dass es diesmal klappen könnte. „Die Schmerzgrenze ist mit 500 Euro dermaßen ĂŒberschritten, dass mehr Leute motiviert werden als bei 40 Euro damals“, so Schmeh. Die Vollversammlung vergangene Woche sei mit 700 Anwesenden „gut besucht“ gewesen. „Wenn die alle ihre Freunde mitziehen, dann kriegen wir die 5.500 voll.“ In Heidelberg ist von solchem Optimismus wenig zu spĂŒren.

„Eigentlich hĂ€tten wir auch gerne ein Treuhandkonto organisiert“, sagt Sarah Bruckmann vom FSK-Arbeitskreis (AK) StudiengebĂŒhren. Aber der AK hat nur noch halb so viele Mitglieder wie vor drei Jahren, der Arbeitsaufwand wĂ€re kaum zu stemmen.

Doch noch etwas hĂ€lt den AK davon ab, es den Freiburgern gleich zu tun. Es ist eine paradoxe Situation: „Zu den GebĂŒhrengegnern gehören viele, die sich die 500 Euro nicht leisten können“, so Bruckmann. Leute also, die auf Studentenkredite angewiesen sind, die seit Freiburg kĂ€mpft dem Beschluss fĂŒr StudiengebĂŒhren eigens angeboten werden. Das Problem: Die landeseigene L-Bank ĂŒberweist das Geld direkt an die UniversitĂ€ten. „Die KreditempfĂ€nger sehen das Geld gar nicht erst“, erklĂ€rt Bruckmann, „also können sie auch nicht auf das Treuhandkonto einzahlen.“

WĂ€hrend also in Freiburg gerade die Höhe der GebĂŒhren als Argument fĂŒr den Boykott herhĂ€lt, sieht man in Heidelberg darin einen Hinderungsgrund. Die Protestkulturen könnten unterschiedlicher kaum sein. Das drĂŒckt sich auch in Zahlen aus. WĂ€hrend die SĂŒdbadener 2003 immerhin knapp die HĂ€lfte ihres Solls erfĂŒllten, kratzte Heidelberg an der Zehn-Prozent-Marke. Von den erforderlichen 6.500 Studenten zahlten 643 ein.

Mut macht nun das Vorbild aus Freiburg: „Jetzt, wo die das durchziehen, ĂŒberlegen wir es uns noch mal“, erklĂ€rt Bruckmann.

von Daniel Holl
   

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