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 Hochschule
14.11.2006

Wohin mit der Kohle?

Die Verwendung der Campusmaut in Heidelberg

Noch gibt das Rektorat keine konkreten Zahlen über die Verteilung der Einnahmen aus den ab Sommersemester 2007 eingenommenen Studiengebühren heraus. Die „Beratende Senatskommission Studiengebühren“ arbeitet noch am konkreten Konzept zur Verwendung der Beiträge. Was schon fest steht ist, dass von den Gesamteinnahmen vor aller Verteilung zwei Posten abgezogen werden.

Knapp drei Prozent aus dem Gebührentopf wird die Mehrarbeit der Verwaltung kosten – es muss zusätzliches Personal eingestellt werden. Zum anderen fließen Gelder in einen Fonds, der die Leistungen der zentralen Einrichtungen unterstützen soll, wie etwa die UB oder das ZSW.

Was dann übrig bleibt, soll den Fakultäten und Instituten zugute kommen. Dieser Anteil soll „so hoch wie möglich gehalten werden“, versichert die Kommission. Welche speziellen Projekte gefördert werden, sollen dann die Institute selbst entscheiden.

Zusätzliche HiWi-Stellen sollen entstehen, neue Professuren hingegen nicht. Im Vordergrund muss bei allen Ausgaben „die Verbesserung des Studiums“ stehen. Was das konkret bedeutet, lässt das Ministerium für Wissenschaft und Forschung offen, so dass Anschaffungen von Forschungsmitteln oder medialen Ausstattungen nun doch finanziert werden könnten. Generell darf das Geld aber nur in „zusätzliche Maßnahmen“ fließen: Pflichtveranstaltungen erhalten also keine Unterstützung.

Das Thema der Verteilung sorgt an manchen Stellen für Unmut innerhalb der Kommission. Ein Streitpunkt ist, dass das Zentrale Sprachlabor nicht von den Mehreinnahmen profitieren soll. „Unakzeptabel!“, meint Kommissionsmitglied Sarah Bruckmann, „wir verlangen eine Gleichsetzung aller zentralen Einrichtungen der Universität. Zu einer soliden Grundausstattung gehört für jede Uni ein breites Sprachkursangebot dazu“.

Außerdem beschweren sich die studentischen Kommissionsmitglieder über die „viel zu späte“ Veröffentlichung der Sitzungsprotokolle: Schon vor einem Monat sollte das erste veröffentlicht werden, doch erst seit vergangenem Donnerstag ist es auf der Startseite des Studentensekretariats einzusehen.

Dadurch verlören die Planungen für die Studenten an Transparenz. Beim Thema Kredit-Ausfallsicherung konnte die Kommission keine Änderung im Gesetz erreichen. Die Uni trägt das Ausfallrisiko für die Darlehen. Der dafür vorgesehene Fonds wird aber aus dem Universitätshaushalt gedeckt und nicht von den Studiengebühren.

Die Maut-Einnahmen der Ruperto Carola werden sich auf etwa 18 Millionen Euro belaufen. „Das ist reine Spekulation“, betont Andreas Barz, Leiter des Dezernats „Studium und Lehre“. Es sei unklar, wie viele Studenten sich beurlauben lassen oder von der Gebührenpflicht befreit würden. Auch eine sinkende Anzahl von Erstimmatrikulierten aufgrund des verteuerten Studiums will Barz nicht ausschließen.

Das Konzept der Kommission wird bis Ende November konkretisiert. Ăśber die Umsetzung entscheidet dann der Uni-Senat. Bis dahin wird es von den verantwortlichen Stellen keine weiteren Informationen geben.

Nach der Senatsentscheidung Mitte Dezember erfolgt die Einrichtung von Entscheidungs- und Kontrollgremien zur Verteilung der Beiträge. Die sollen garantieren, dass die Gelder an den richtigen Stellen eingesetzt werden. Studentische Mitglieder werden jeweils zu einem Drittel vertreten sein.

von Ulrike Worlitz
   

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