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 Hochschule
11.12.2007

IQ allein reicht nicht aus

Freiburger Richter kippen Kriterium f├╝r Hochbegabung

Um Hochbegabte anzuziehen, wollte die Universit├Ąt Freiburg Studenten ab einem Intelligenzquotienten von 130 Punkten von den Studiengeb├╝hren zu befreien. Nun hat das Freiburger Verwaltungsgericht dem einen Riegel vorgeschoben.

Um hochbegabte Studenten anzuziehen, hatte die Universit├Ąt Freiburg beschlossen, Studenten ab einem Intelligenzquotienten von 130 Punkten von den Studiengeb├╝hren zu befreien. Nun hat das Freiburger Verwaltungsgericht dieser Praxis einen Riegel vorgeschoben.


Ein Intelligenzquotient (IQ) von ├╝ber 130 oder ein Stipendium sind keine angemessenen Kriterien f├╝r Hochbegabung. Mit dieser Urteilsbegr├╝ndung hat sich das Freiburger Verwaltungsgericht gegen eine Regelung der Universit├Ąt Freiburg gewandt, die Studenten mit einem IQ ab 130 und Stipendiaten von den Studiengeb├╝hren befreit. Die Universit├Ąt Freiburg ist mit Konstanz die einzige Hochschule in Baden-W├╝rttemberg, die bislang von der gesetzlichen M├Âglichkeit Gebrauch macht und besonders begabte Studenten befreit. Gegen diese Bestimmung hatten vier Freiburger Studenten geklagt.

Einem von ihnen hat das Gericht nun Recht gegeben und die Universit├Ąt dazu aufgefordert, ihn r├╝ckwirkend von den Studiengeb├╝hren zu befreien. In den ├╝brigen F├Ąllen ist die Uni verpflichtet, die Hochbegabung der Studenten auch unter anderen Gesichtspunkten neu zu pr├╝fen. Der erfolgreiche Kl├Ąger Thorsten Deppner hatte jahrelang ein Stipendium der Studienstiftung erhalten. Weil das Stipendium ausgelaufen war, h├Ątte er nun aber Geb├╝hren zahlen m├╝ssen.

Da das widersinnig sei, k├Ânne Hochbegabung nicht am Stipendiatenstatus ermittelt werden, urteilten die Freiburger Richter und verwarfen damit Deppners Geb├╝hrenbescheid. In drei weiteren F├Ąllen hatten Studenten mit ├╝berdurchschnittlichen Leistungen ÔÇô etwa einer Abiturnote von 1,3 ÔÇô gegen die Regelung der Uni geklagt. Hier muss die Uni nun neu pr├╝fen, ob sie die Studenten von den Geb├╝hren befreien kann oder nicht.

Jonathan Nowak, Vorstand des U-AStAs Freiburg, kritisiert die ehemalige Regelung scharf: ÔÇ×Die meisten Stipendiaten kommen aus reichen Elternh├Ąusern. Sie jetzt noch von den Studiengeb├╝hren zu befreien, f├Ârdert die soziale Schieflage noch.ÔÇť Ein sinnvolleres Kriterium w├Ąren f├╝r ihn etwa die konkreten Studienleitungen: ÔÇ×Die Uni k├Ânnte beispielsweise die besten eines Semesters befreienÔÇť, schl├Ągt er vor.      

von Beate Brehm
   

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