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 Hochschule
11.12.2007

Zwangsbachelorisierung und Entmagisterung

Wer endgültig durch die Orientierungsprüfung fällt, muss jetzt auf Bachelor umsteigen

Gut geht es Kerstin Pracht (Name geändert) gerade nicht. Sie erstickt förmlich in Arbeit und verdaut einen schweren Rückschlag. Bei einem Kaffee im Marstall erzählt die hochgewachsene Studentin ihre Geschichte.

Gut geht es Kerstin Pracht (Name geändert) gerade nicht. Sie erstickt förmlich in Arbeit und verdaut einen schweren Rückschlag. Bei einem Kaffee im Marstall erzählt die hochgewachsene Studentin ihre Geschichte.

Letztes Semester besuchte Kerstin Seminare und Vorlesungen noch mit dem Ziel des Magistertitels – jetzt ist sie als Bachelorstudentin immatrikuliert.
Wie konnte das geschehen? Kerstin antwortet selbstbewusst: „Es war meine Schuld.“ Zwei Mal war sie durch die Orientierungsprüfung in ihrem Hauptfach Germanistik gerasselt; das Mittelhochdeutsch habe ihr das Genick gebrochen. Neben ihrem ersten Hauptfach Religionswissenschaft brauchte sie nun ein neues.

Da aber keine Magisterstudiengänge mehr angeboten werden, entschied sich Kerstin für den Bachelorstudiengang Philosophie. Mit dem Resultat, dass sie nun auch Religionswissenschaft auf Bachelor studiert. Ein regulärer Vorgang, allerdings mit einem großen Nachteil: Statt wie geplant dieses Semester in Religionswissenschaft die Zwischenprüfung zu absolvieren, verlor sie zwei Semester und damit 1200 Euro, denn Kerstin wurde in das zweite Semester zurückgestuft.

So eine Einschätzung der Studienleistungen nimmt jedes Institut eigenständig vor, es gibt hier keine einheitliche Regelung. Weil aber das nötige Studienangebot für höhere Semester in Modulform noch nicht existiert und gleichzeitig die Anforderungen an die Studierenden erhöht wurden, studiert Kerstin jetzt rund zwei Jahre länger und erwirbt dann erst ihren Bachelor, der ja mit einem Magisterabschluss nicht vergleichbar ist.

Musste sie in Religionswissenschaft vorher nur zwei Scheine in Fremdsprachen absolvieren, sind es jetzt vier. Und auch sonst seien die Anforderungen immens. Quantität vermindere Qualität und „eine Menge halbe Sachen stehen da an“, klagt Kerstin. Ihren Rückschlag kompensiert sie jetzt erstmal mit viel Kaffee und noch mehr Arbeit.

von Armin Ulm
   

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