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 Interview
30.01.2007

Neues vom Schizo-T├╝rken

Comedian B├╝lent Ceylan spricht ├╝ber seinen Erfolg

Der 31-j├Ąhrige Ceylan ist waschechter Mannheimer. In seinen Programmen macht er sich vor allem ├╝ber die Eigenarten von Deutsch-T├╝rken und Mannheimern lustig. 2002 wurde er mit dem Kleinkunstpreis des Landes Baden-W├╝rttemberg ausgezeichnet.

Wann hast Du mit Comedy angefangen?

Als Kind habe ich vor meiner Mutter den Clown gemacht, aber in der Schule war ich eher sch├╝chtern und zur├╝ckhaltend. Erst in der elften Klasse begann ich, auf dem Schulfest Boris Becker zu imitieren. Beim Abi-Ball habe ich dann Stimmen imitiert und jeder hat zu mir gesagt: ÔÇ×Du musst was machen, ans Theater oder so.ÔÇť


Deine Mutter ist Deutsche...

Jaja, meine Mutter hat sich durchgesetzt. Sie ist streng katholisch.


Woher kommt dein Vater?

Aus einem Dorf in der Mittelt├╝rkei. Ich war schon mal dort, habe meine Familie besucht und es war super; sehr emotional.


F├╝hlst Du dich eher als Deutscher oder als T├╝rke?

Ich f├╝hle mich sowohl als auch. Die t├╝rkischen Zuschauer sehen in mir eher den T├╝rken, die Deutschen aber auch, weil ich so aussehe. Ich bin froh, dass ich beiden Kulturen angeh├Âre, dadurch kann ich auch beide Mentalit├Ąten besser verstehen. Aber wenn jemand etwas gegen T├╝rken sagt, dann f├╝hle ich mich auch angegriffen. Wenn du anders bist, egal ob Ausl├Ąnder, Behinderter und so weiter, wirst du anders angeschaut, und das ist das Schlimme.

Deshalb sage ich den Leuten auch, sie sollen direkt aufeinander zugehen. Was ich in meinem Programm mache ist ja das beste Beispiel, da ich beide Seiten auf den Arm nehme.


Dein Vater ist gl├Ąubiger Muslem, deine Mutter strenge Katholikin. Was bist Du?

Ich habe keine Religion. Ich glaube an Gott, aber geh├Âre keiner Religion an. Das haben meine Eltern mir freigestellt.


Wer hat dich besonders beeinflusst?

Meine Eltern wissen auch nicht, woher ich das habe. Ich bin halt so geboren. Ich bin, wie sagt man, der ÔÇ×Schizo-T├╝rkÔÇť, und das ist meine Krankheit. Ich sage auch auf der B├╝hne, ich habe meine Tabletten nicht genommen (lacht).


Beobachtest Du Leute bewusst bei der Suche nach neuen Ideen?

Ja, mach ich. Ich beobachte jeden, besonders Menschen, die auf ihre Weise extrem sind. Mir bringt es nichts, wenn ich einen Professor beobachte, der ganz normal Hochdeutsch spricht. Sondern mir gef├Ąllt zum Beispiel der Mannheimer Dialekt sehr gut, weil er so witzig und bl├Âd ist. Einfach symphatisch.


Ist der Titel deines neuen Programms ÔÇ×Halb get├╝rktÔÇť autobiografisch?

Absolut. Da es den Begrifft ÔÇ×gedeutschtÔÇť nicht gibt, hei├čt es eben ÔÇ×Halb get├╝rktÔÇť.


Wo genau ist eigentlich deine Grenze des guten Geschmacks?

Ich mache mich nicht ├╝ber Krankheiten lustig, wobei einige schon gesagt haben, ich w├╝rde mich ├╝ber die Tourette-Krankheit lustig machen. Aber das sind die Figuren die aus mir heraus springen, und die meisten sehen das auch so.

Der B├╝lent ist halt ein Schizo-T├╝rk mit multipler Pers├Ânlichkeit. Ich mache Witze ├╝ber Menschen, die ich kenne, will mich selbst nicht so ernst nehmen und versuche zu zeigen, dass alle gleich sind.

von Michael Bachmann
   

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