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 Heidelberg
30.01.2007

Zwischen Flaschen und B√ľchern

Portrait: Peter aka Flaschenpeter

Ein blaues Fahrrad, mit Flaschen und unz√§hligen Plastikt√ľten bepackt. Das f√§llt einem zuerst ins Auge, wenn man Peter auf dem Uniplatz begegnet. ‚ÄěFlaschenpeter‚Äú wird er von einigen genannt, weil er augenscheinlich einen Teil seines Einkommens mit dem Sammeln von Pfandflaschen verdient. Doch hinter dem wei√üen Rauschebart und der abgetragenen Kleidung steckt eine gebildete Pers√∂nlichkeit, die ein ereignisreiches Leben hinter sich hat.

Ein blaues Fahrrad, mit Flaschen und unz√§hligen Plastikt√ľten bepackt. Das f√§llt einem zuerst ins Auge, wenn man Peter K√∂ppler auf dem Uniplatz begegnet. ‚ÄěFlaschenpeter‚Äú wird er von einigen genannt, weil er augenscheinlich einen Teil seines Einkommens mit dem Sammeln von Pfandflaschen verdient. Doch hinter dem wei√üen Rauschebart und der abgetragenen Kleidung steckt eine gebildete Pers√∂nlichkeit, die ein ereignisreiches Leben hinter sich hat.

K√∂ppler wurde 1941 in Speyer geboren. Nach seiner Lehre zum Maschinenschlosser versp√ľrte er den Drang, die Welt kennenzulernen. Er ging nach S√ľdafrika, um f√ľr ein Unternehmen f√ľr Bergwerksausr√ľstung zu arbeiten. Zu den 200 meist dunkelh√§utigen Arbeitern, die unter seiner Leitung arbeiteten, pflegte er trotz des Apartheidsregimes ein freundschaftliches Verh√§ltnis.Nach zwei Jahren entschloss er sich dazu, den restlichen Kontinent zu bereisen, und heuerte auf einem Containerschiff nach Sri Lanka an.

Dort lebte K√∂ppler zwei Jahre in einem buddhistischen Kloster, um mit t√§glichen Yoga-√úbungen am Strand sein inneres Gleichgewicht zu finden. Zudem konnte er in der gut ausgestatteten Klosterbibliothek seinen intellektuellen Durst l√∂schen und viel √ľber s√ľd- und ostasiatische Philosophie lernen. Sein n√§chstes Ziel war China. W√§hrend seiner Reise hatte er eine inspirierende Begegnung mit dem h√∂chsten buddhistischen Zen-Meister, woraufhin er den Entschluss fasste, sein Wissen √ľber die V√∂lker Ostasiens durch ein Sinologie-Studium zu vertiefen.

So kehrte K√∂ppler ‚Äď nach einem Umweg √ľber Hawaii und die USA ‚Äď in die Kurpfalz zur√ľck. An der Ruprecht-Karls-Universit√§t schloss der Weltenbummler sein Sinologiestudium ab ‚Äď und eignete sich nebenbei die japanische Sprache an. Direkt nach seinem Studium, erhielt er ein DAAD-Stipendium f√ľr einen Forschungsauftrag in Japan. Sp√§ter reiste er nach Indien, wo er sich innerhalb von nur eineinhalb Jahren mehrere einheimische Dialekte aneignete.

Doch immer wieder zog es Peter zur√ľck nach Deutschland. Inzwischen war er 45 Jahre alt und trotz seiner Berufserfahrung nicht mehr auf dem Arbeitsmarkt zu vermitteln, wie ihm das Arbeitsamt mitteilte. So musste er sich ‚Äěgezwungenerma√üen‚Äú intellektuell weiterbilden: K√∂ppler machte das Hebraikum und studiert bis zum heutigen Tag an der Heidelberger Universit√§t Philosophie. Doch auch in anderen Vorlesungen kann man ihn finden ‚Äď denn noch heute besitzt er den Drang, sein breitgef√§chertes Wissen auszubauen.

Trotzdem lehnte Köppler vor vier Jahren eine Doktorandenstelle ab, weil es seiner Meinung nach in diesem Alter keinen großen Sinn mehr ergebe, eine Doktorarbeit zu verfassen.

von Michael Bachmann
   

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