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 Heidelberg
17.07.2007

Der Postkarten-Moment

Das Heidelberger Profil: Barbara Hohenadl

Will man etwas ĂŒber die KĂŒnstlerin Barbara Hohenadl erfahren, muss man einfach in den GeschĂ€ften der Altstadt vorbeischauen. Lange ErklĂ€rungen sind hier unnötig: „Ah, die Barbara, ja die ist erst vor kurzem vorbeigekommen“, erzĂ€hlen viele GeschĂ€ftsinhaber. Die freischaffende Fotojournalistin aus Heilbronn lĂ€ngst ein Teil ihrer Stadt.

Sie streift durch die Gassen der Altstadt und fĂ€ngt die Menschen ihrer Umgebung mit der Kamera ein. Normale Menschen auf der Straße. Kinder, die sich im Kreis drehen, junge Frauen die in die Kamera strahlen oder Handwerker bei ihrer Arbeit. 

„Von mir gibt es eine Postkarte“, lacht Tina Skanda, Besitzerin des Friseursalons in der Ingrimstraße, „und ich bin ausverkauft!“ Wie ihr geht es auch vielen anderen AltstĂ€dtern. Sie finden ihr Bild auf Postkarten in Heidelberger BuchlĂ€den oder in den FotobĂŒchern „Fremd und vertraut“.

Betrachtet man die Bilder lĂ€nger, beginnt man sich zu fragen, wie diese Menschen leben, wo sie gerade sind und wie sie sich verĂ€ndert haben. Sie sind keine unerreichbaren Titelschönheiten. „Gestellte Fotos berĂŒhren uns nicht“, sagt die Germanistin und Kunsthistorikerin Hohenadel. „So hat mich die Werbung und die Studiofotografie nie interessiert.“ Ihre schwarz-weißen Aufnahmen sind direkt aus dem Leben gegriffen. Ist jemand ganz in seine Arbeit versunken, dann ist das ein Moment, in dem er ganz er selbst ist. Bin ich in so einem Moment da, dann ist es ein GlĂŒck und es kann ein Bild werden“, beschreibt die Fotografin dieses GefĂŒhl.

Zwar war sie lange Zeit in der Kunstvermittlung tĂ€tig, organisierte Ausstellungen und schrieb KatalogbeitrĂ€ge. Doch rĂŒckte die Fotografie schließlich wieder in den Mittelpunkt ihres Interesses. „Fotografie war seit der Jugend mein Weg auszudrĂŒcken, was ich wahrnahm“, sagt sie. Den letzten Anstoß, ihre Leidenschaft doch noch zum Beruf zu machen gab ihr das Zusammentreffen mit einer Fotografin, die selbst erst spĂ€t mit der Fotografie begonnen hat.

Barbara Hohenadl „schaut in den Menschen hinein“, erzĂ€hlt Skanda. Kein Wunder, dass die zweifache Mutter in der Altstadt so gerne gesehen ist. Sie ist eine KĂŒnstlerin, die sich durch ihre NĂ€he zu Menschen und ihrem Alltag auszeichnet. Die Kamera, so erklĂ€rt sie, sei ihr liebstes Ausdrucksmittel, „sie erlaubt große NĂ€he bei aller ZurĂŒckhaltung“.

von Jenny Genzmer
   

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