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 Hochschule
17.07.2007

Zu wenig Geld fĂĽr die UB?

UB gegen Institute: Grabenkämpfe um Studiengebühren

Die Universitätsbibliothek (UB) will mehr Geld von den Studiengebühren. Vor zwei Wochen forderte sie von der Senatskommission 200.000 Euro für die Literaturversorgung. Die Fachschaftskonferenz (FSK) sprach sich gegen eine Erhöhung der zentralen Mittel aus und drohte sogar mit der Einfrierung der Zahlungen.

Die Universitätsbibliothek (UB) will mehr Geld von den Studiengebühren. Vor zwei Wochen forderte sie von der Senatskommission 200.000 Euro für die Literaturversorgung. Die Fachschaftskonferenz (FSK) sprach sich gegen eine Erhöhung der zentralen Mittel aus und drohte sogar mit der Einfrierung der Zahlungen.

Der Konflikt schwelte seit Beginn des Semesters. Vor einem Monat dann der Eklat: Die UB-Direktion und Vertreter von zwei Lehrstühlen des historischen Seminars zerstritten sich über die Finanzierung der „Historical Newspapers“. Das Angebot stand auf der UB-Homepage nicht mehr zur Verfügung.Über einen gespeicherten Direktlink konnten die Studierenden dennoch auf die Zeitschrift zugreifen. „Die UB will für eine bestimmte Stimmung sorgen, um an mehr Geld zu kommen“, sagt ein Sprecher der Fachschaft Geschichte.

 

Die UB erhält 1,3 Prozent der Studiengebühren; das sind 118.900 Euro. Im landesweiten Vergleich liegt sie damit weit hinter anderen UBs wie Tübingen mit 533.000 Euro oder Freiburg mit 622.000 Euro. Der Grund dafür sind die unterschiedlichen Modelle, nach denen die Gelder verteilt werden. Im Regelfall erhalten die zentralen Einrichtungen 30 Prozent der Studiengebühren. In Heidelberg aber bekommen sie nur 5 Prozent, 95 Prozent gehen an die Fächer. Für die Verbesserung der Literaturversorgung bleiben der UB 47.900 Euro. „Wir fordern 200.000 Euro“, sagt UB Direktor Dr. Veit Probst. So käme man auf eine Anzahl von 5000 Büchern im Semester.

Die FSK verteidigt die geringen Geldmittel. Die Entscheidungsgewalt über die Verwendung der Studiengebühren müsse bei den Fächern verbleiben. Wenn die UB Bücher für ein Fachgebiet kaufen wolle, solle sie sich an die jeweilige Fachkommission wenden. Würden zu viele Gelder direkt vergeben, verliere man die Kontrolle. Dabei habe jeder Student das Recht, dass sein Geld der Verbesserung der Lehre im eigenen Fach zugute komme: „Ein Geologe will nicht die Bücher für den Mediziner finanzieren.“

Die UB sieht ihre Kompetenz in der digitalen Datenerhebung. „Die Vormerkungen zeigen, dass 800 Mal am Tag ein Buch fehlt; ein klarer Defizitindikator“, so Probst.

Die FSK widerspricht. Die Listen der UB gäben ein verzerrtes Bild der Nachfrage wider. Viele Professoren empföhlen eine lange Liste von Büchern, die die Studierenden nur zur Sicherheit vormerken. Die Finanzierung durch die Fächer könne bei der Bestellung der Bücher helfen. „Die Studenten wissen am besten, was sie brauchen“, so die FSK.

Probst hält dagegen: „Wir betreuen 50 Fächer und müssen alle Vorschläge in dutzenden Fachkommissionen verhandeln. Das ist absurd.“ Bisher seien mit über zehn Gremien Gespräche geführt worden, die UB habe aber noch keinen Cent gesehen.

Beide Parteien plädieren für eine Verbesserung der Kommunikation beispielsweise durch einen Ausschuss. „Grabenkämpfe innerhalb der Uni sind falsch. Fehlende Finanzierung ist ein strukturelles Problem, das Studiengebühren nicht lösen können.“ Vielleicht könne man zusammen streiken, um auf die Lage hinzuweisen, schlägt ein FSKler vor.

Die Beratende Kommission fĂĽr StudiengebĂĽhren prĂĽft den Antrag der UB. Der Senat tagt das nächste Mal am 24. Juli. 

von Ellen Holder, Ulrike Worlitz
   

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