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 Hochschule
19.06.2007

Gastfreundschaft international

Der „Hospitality Club“ hat nicht nur kostenlose Unterkünfte zu bieten

„Die Welt zu Gast bei Freunden“, so prangte es noch im letzten Jahr von allen Plakatwänden. Was aber tun, wenn man selbst Gast in der Welt sein und Freunde finden möchte? Eine erste Anlaufstelle, und das nicht erst seit der Fußball-WM 2006, ist der „Hospitality Club“, ein Netzwerk für internationale Gastfreundschaft. Im Jahr 2000 als Online-Plattform gegründet, zählt der Hospitality Club mittlerweile über 300 000 Mitglieder – verteilt auf so ziemlich alle Länder und Regionen der Welt: Von Abchasien über Madagaskar bis Zimbabwe, ja sogar in der Antarktis finden Weltenbummler auf diese Weise potenzielle Gastgeber. Ihnen allen ist dabei eines gemein: die Hilfsbereitschaft und Freude am interkulturellen Austausch. Getreu dem Motto der Community „bringing people together“ bieten sich die „Hospitality Clubber“ gegenseitig kostenlose Übernachtungsmöglichkeiten, zeigen ihren Gästen die Stadt und stehen den Besuchern in der Fremde nach Möglichkeiten mit Rat und Tat zur Seite.

Die Köpfe und treibenden Kräfte hinter dem weltweiten Gastfreundschafts- Netzwerk sind die Brüder Veit und Kjell Kühne: Während der 29-jährige Veit, BWL-Alumnus und überzeugter Tramper, für die Betreuung der Homepage verantwortlich zeichnet, kümmert sich der vielseitig engagierte Heidelberger Student Kjell um die weltweite Koordination der sogenannten „local volunteers“ des Hospitality Clubs. Sie sind Ansprechpartner für Mitglieder und Reisende, die mit Treffen oder Festen die Vernetzung der lokalen Klub-Gemeinschaften vor Ort stärken.

Was aber hat Veit und Kjell einst zur Gründung des Hospitality Clubs veranlasst? „Mein Bruder und ich sind schon immer viel gereist“, beschreibt Kjell die Entstehungsgeschichte des Hospitality Clubs. Schnell hätten sie dabei gemerkt: „Überall gibt es nette Leute, die gerne mit Gästen aus anderen Ländern zu tun haben, und es gibt genauso viele Reisende, die gerne Leute vor Ort kennenlernen würden. Da haben wir uns gedacht: Die muss man doch irgendwie zusammenbringen“, so Kühne.

Eines Abends schließlich sei Veit „beim Genuss einer indonesischer Nelkenzigarette“ die zündende Idee gekommen, ein kostenloses, globales Online-Reisenetzwerk zu kreieren; und nach einer Woche intensiver Arbeit der Brüder im Computerraum konnte die erste Version des Netzwerks der Gastfreundschaft online gehen. Dabei sei von Anfang an auch besonders der Aspekt des interkulturellen Austausches und der internationalen Verständigung eine wesentliche Triebkraft hinter dem Hospitality Club gewesen, beschreibt Mitbegründer Kjell Kühne: Durch die Förderung eines globalen Bewusstseins und weltweiter Freundschaften habe man dazu beitragen wollen, bestehende Stereotype und Feindbilder abzubauen – und so nachhaltig den Frieden in der Welt voranzutreiben. „Das ist ja auch unser Anliegen: Dass durch die Völkerverständigung, dadurch, dass man auf der ganzen Welt Freunde hat, Kriege mit der Zeit weniger wahrscheinlich werden“, hofft Kjell.

Bisherige Erlebnisse bestätigen diese Hoffnungen. So berichtet Kjell von dem Club-Mitglied Tillmann, der fĂĽr eine Wochen nach Teheran gefahren ist und ein spontanes Treffen iranischer Klubmitglieder anberaumt hat. „Es kamen so zwanzig, dreiĂźig Leute“, rekapituliert Kjell, „und dabei kam heraus, dass die iranischen Mitglieder sich bisher nicht getraut haben, selbstständig zu einem Treffen einzuladen, weil sie sonst gleich als Verdächtige beobachtet wĂĽrden. Die waren alle total dankbar, dass jemand einmal ein Treffen angestoĂźen hat“.  Viele weitere solcher Geschichten könnten an dieser Stelle noch erzählt werden, doch die schönsten sind diejenigen, die man selbst erlebt hat – auf den eigenen Reisen durch die Welt, zusammen mit den beim Hospitality Club neu gewonnenen Freunden.

 

Mit ĂĽber 300 000 Mitgliedern in derzeit 207 Ländern ist der „Hospitality Club“ das größte Gastfreundschafts-Netzwerk weltweit. Die Mitglieder unterstĂĽtzen  sich bei Reisen gegenseitig mit kostenlosen UnterkĂĽnften und mehr.

Informationen und Anmeldung:
www.hospitalityclub.org

von Lisa GrĂĽterich
   

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