Dies ist ein Archiv der ruprecht-Webseiten, wie sie bis zum 12.10.2013 bestanden. Die aktuelle Seite findet sich auf https://www.ruprecht.de

ruprecht-Logo Banner
ruprecht/Schlagloch-doppelkeks-Jubiläum
Am 13.10. feiern wir 25 Jahre ruprecht/Schlagloch und 10 Jahre doppelkeks [...mehr]
ruprecht auf Facebook
Der aktuelle ruprecht
ruprecht vor 10 Jahren
Andere Studizeitungen
ruprechts Liste von Studierendenzeitungen im deutschsprachigen Raum
ruprecht-RSS
ruprecht-Nachrichten per RSS-Feed
 Hochschule
19.06.2007

Machtspiele am IPW

Studenten verlassen StudiengebĂŒhrenkommission

Aus Protest gegen den hierarchischen FĂŒhrungsstil der Professoren in der GebĂŒhrenkommission am Institut fĂŒr Politische Wissenschaft haben zwei von vier Studentenvertretern ihr Amt niedergelegt. Ihr Recht, die Interessen der Studenten zu vertreten, sahen Jan Diebold und Johannes Schneeweiß nicht mehr lĂ€nger gewĂ€hrleistet. Vergangenen Mittwoch zogen sie dann die Konsequenzen. Formal dĂŒrfen die Studenten gleichberechtigt ĂŒber die Verwendung der StudiengebĂŒhren entscheiden.

Die Praxis sah fĂŒr sie anders aus: „Der Institutsleiter hat die Kommission wie ein Oberseminar gefĂŒhrt und unsere Stimmen nicht als gleichwertig behandelt“, so Diebold. Die Studentenvertreter kritisieren die autoritĂ€ren Entscheidungen der Professoren Wagschal und Murswieck sowie deren mangelnde Bereitschaft, die Kommissionsarbeit gemĂ€ĂŸ den geltenden Richtlinien zu gestalten.

So hĂ€tte Institutsleiter Uwe Wagschal von Beginn an den Sitzungsvorsitz fĂŒr sich beansprucht. Außerdem habe sich die professorale Seite lange geweigert, formale AntrĂ€ge als Entscheidungsgrundlage zu verwenden. „Dabei kann nur so die Verbesserung der Lehre kontrolliert werden“, erklĂ€rt Schneeweiß, „Aus diesem Grund hat der UniversitĂ€tssenat AntrĂ€ge auch vorgeschrieben.“

Ein weiterer Vorwurf der Studenten betrifft die veröffentlichte Auflistung der genauen Verwendung. Laut Angaben der Studenten hatten die Professoren ohne RĂŒcksprache die Ausgaben fĂŒr neue Stellen nicht veröffentlicht. Wagschal dementiert das. Dass die Zahlen in der Auflistung tatsĂ€chlich fehlen, erklĂ€rt er mit „datenschutztechnischen GrĂŒnden“. Den Studenten wirft er unprofessionelle Arbeit vor: „Sie haben sich nur um FormalitĂ€ten gekĂŒmmert, nicht um Inhalte.“ Von Seite der Professoren habe man dagegen alles getan, um durchsichtige Entscheidungsprozesse und die Verbesserung der Lehre zu gewĂ€hrleiste. „An keinem anderen Institut wurden die GebĂŒhren so schnell verteilt.“

Diese BemĂŒhungen sehen Schneeweiß und Diebold nicht. Die Studenten hĂ€tten laut Wagschal außerdem gezeigt, dass sie „nicht fĂ€hig sind, ihre Arbeit zu machen“, als sie Mitte Juni kein eigenes Verwendungskonzept fĂŒr das nĂ€chstes Semester vorlegen konnten – eine Aufgabe, von der Schneeweiß und Diebold erst kurz zuvor von Wagschal erfahren hatten und zu der sie sich nicht verpflichtet fĂŒhlten. In den letzten Wochen eskalierte die Situation schließlich: Laut den Studenten habe die professorale Seite keinen Zweifel daran gelassen, dass sie die Studentenvertreter fĂŒr inkompetent halte.

Ihre Vermittlungsversuche wurden schließlich genauso ignoriert wie ihr Anliegen, die Situation zu Beginn und nicht erst am Ende der Sitzung zu klĂ€ren. „Die Professoren haben uns persönlich angegriffen. In einer solchen AtmosphĂ€re kann aber niemand effektiv arbeiten“, so Schneeweiß. Er und Diebold erklĂ€rten ihren RĂŒcktritt und verließen den Raum. Auch Wagschal beklagt den „Ton der Auseinandersetzung“. Ob die Kommission mit nur zwei Studentenvertretern nun noch beschlussfĂ€hig ist, ist noch nicht klar. 

von Beate Brehm
   

Archiv Hochschule 2021 | 2020 | 2019 | 2018 | 2017 | 2016 | 2015 | 2014 | 2013 | 2012 | 2011 | 2010 | 2009 | 2008 | 2007 | 2006 | 2005 | 2004