Dies ist ein Archiv der ruprecht-Webseiten, wie sie bis zum 12.10.2013 bestanden. Die aktuelle Seite findet sich auf https://www.ruprecht.de

ruprecht-Logo Banner
ruprecht/Schlagloch-doppelkeks-Jubiläum
Am 13.10. feiern wir 25 Jahre ruprecht/Schlagloch und 10 Jahre doppelkeks [...mehr]
ruprecht auf Facebook
Der aktuelle ruprecht
ruprecht vor 10 Jahren
Andere Studizeitungen
ruprechts Liste von Studierendenzeitungen im deutschsprachigen Raum
ruprecht-RSS
ruprecht-Nachrichten per RSS-Feed
 Verschiedenes
14.05.2007

HĂĽter der Moral vermitteln Bumskontakte

Autor Gerhard Henschel ĂĽber die Verlogenheit des Chefredakteurs der Bildzeitung Kai Diekmann

Der Romanische Keller bot die perfekte Szenerie für Gerhard Henschels Lesung aus seinem Buch „Gossenreport“ am Freitagabend anlässlich des 19. Heidelberger Symposiums. Um Bumskontakte in der Bildzeitung und um die Doppelmoral des Deutschen Skandalblattes sollte es gehen.

Der Romanische Keller bot die perfekte Szenerie für Gerhard Henschels Lesung aus seinem Buch „Gossenreport“ am Freitagabend anlässlich des 19. Heidelberger Symposiums. Es ging um „Bumskontakte“ in der Bild-Zeitung und um die Doppelmoral des deutschen Skandalblattes.

Henschel kritisierte humorvoll die Profitgier des Springer-Verlages. Gerade Bild-Zeitung schafft es auf der einen Seite Sexanzeigen zu schalten und sich auf nächsten als Verfechter der Moral darzustellen. Diese Doppelmoral bezeichnet der Autor des Satiremagazins titanic als „tabulosen Puffjournalismus“. Anzeigen wie „Arbeitsloses Girl hat viel Zeit und bietet ihre Dienste an“ oder „Freches Biest – besser als Deine Frau“ stünden in jeder Ausgabe der auflagenstärksten Tageszeitung Deutschlands. Gleichzeitig spiele sich Bild als Wächter der Moral auf – je nachdem, wie es gerade gebraucht wird.

Manche Opfer der Bildzeitung sehen keinen Ausweg mehr

Auch den Bild-Chefredakteur Kai Diekmann hat der Autor in seinem im Dezember 2006 erschienen Buch ins Visier genommen. Dabei betont Henschel nichts gegen Kai Diekmann persönlich zu haben. Diekmann hatte Henschel schon einmal wegen Beleidigung und anderer angeblicher Straftaten auf 30.000 Euro Schmerzensgeld verklagt – allerdings ohne Erfolg.

Henschel zufolge besitzt Bild eine erschreckende Macht über Deutschland: Nicht nur Schauspieler und Politiker fürchteten das Blatt, sondern jeder, der in den Medien auftaucht. Das werde an Selbstmorden von Opfern der Bild-Zeitung deutlich, die sich nach der Veröffentlichung privater Angelegenheiten ereigneten. Daher ist Bild für Henschel nicht nur ein Schundblatt, sondern zerstört auch Existenzen. Henschel selbst hingegen fürchtet Bild nicht, da er kein Fernsehprominenter sei und somit kein ertragreiches Opfer für das Boulevardblatt darstellt.

von Johanna Koch
   

Archiv Verschiedenes 2022 | 2021 | 2020 | 2019 | 2018 | 2017 | 2016 | 2015 | 2014 | 2013 | 2012 | 2011 | 2010 | 2009 | 2008 | 2007 | 2006 | 2005 | 2004