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 Hochschule
15.05.2007

Zuhause lesen verbieten

Verlage wollen Online-Literaturzugang einschränken

Wissen schaffen – das Ziel der Wissenschaft. Um dies zu erreichen, sollten sich Wissenschaftler untereinander austauschen und Studenten möglichst uneingeschränkt auf dieses Wissen zugreifen können. Dazu nutzen beide Gruppen digitalisierte Literatur und im Internet verfügbare Zeitschriften. Dass sie dafür von jedem Universitätsrechner und von zu Hause aus auf diverse Publikationen zugreifen können, ist mittlerweile selbstverständlich. Doch das könnte in Zukunft erheblich schwieriger und teurer werden.

Wissen schaffen – das Ziel der Wissenschaft. Um dies zu erreichen, sollten sich Wissenschaftler untereinander austauschen und Studenten möglichst uneingeschränkt auf dieses Wissen zugreifen können. Dazu nutzen beide Gruppen digitalisierte Literatur und im Internet verfügbare Zeitschriften. Dass sie dafür von jedem Universitätsrechner und von zu Hause aus auf diverse Publikationen zugreifen können, ist mittlerweile selbstverständlich. Doch das könnte in Zukunft erheblich schwieriger und teurer werden.

Der Rechtsausschuss des Bundestages berät derzeit einen Gesetzentwurf zum Urheberrecht, der weitgehende Einschränkungen für die Online-Nutzung digitaler Literatur vorsieht. Nimmt der Bundestag diesen Vorschlag an, dürfen Bibliotheken wissenschaftliche Literatur künftig nur noch kostenlos im Internet zur Verfügung stellen, wenn kein Verlag diese Dokumente anbietet.

Die Bibliotheken müssten die betreffenden Publikationen dann erst beim Verlag kaufen. Der Preis ist Verhandlungssache. Eine weitere Einschränkung besteht darin, dass Studenten und Wissenschaftler nicht mehr von zu Hause aus auf den Online-Bestand der Bibliotheken zugreifen dürften. Laut Entwurf sollen die Dokumente in Zukunft nur noch in den Bibliotheken an speziellen Rechnern zugänglich sein.

Zahlreiche Wissenschaftler und Studenten sehen in den geplanten Änderungen unerträgliche Einschränkungen für die freie Wissenschaft. Bereits 2005 schlossen sie sich zum „Aktionsbündnis Urheberrecht und Wissenschaft“ zusammen. Professor Rainer Kuhlen, Sprecher des Bündnisses, ist überzeugt, dass der umstrittene Entwurf den Bundestag passieren wird, auch wenn die Einschränkungen nicht im öffentlichen Interesse seien. „Ganz klar“ sei es, dass dies das Ergebnis von Lobbyarbeit der führenden wissenschaftlichen Verlage wie Springer und Beck sei.

Die Verlage hingegen berufen sich auf ihr „naturgegebenes“ Recht, über Publikationen frei zu verfügen. Dieses Recht werde ihnen von den Autoren übertragen. Auch die Uni Heidelberg beteiligt sich am Aktionsbündnis, Rektor Hommelhoff hat unterzeichnet.

Veit Probst, Leiter der Universitätsbibliothek Heidelberg, glaubt zwar nicht, dass die Verlage ihre Maximalforderung, das völlige Verschwinden digitaler Bibliotheksdienste, durchsetzen können, doch eine negati­ve Entwicklung sei nicht aufzu­halten.

von Beate Brehm, Nine Luth
   

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