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13.11.2007

Schmutziger Wahlkampf

Mit der Schweiz verbinden die meisten Menschen Berge, Schnee und Heidi. Hier leben harmoniebed√ľrftige Eidgenossen, die bei weltpolitischen Konflikten seit 1515 neutral bleiben. In den letzten Wochen zeichnete sich aber ein anderes Bild ab.

aus Bern (Schweiz) berichtet unser Korrespondent Moritz Damm

Berge, Schnee und Heidi. Dieses Bild verbinden die meisten Menschen mit der Schweiz. Hier leben die harmoniebed√ľrftigen Eidgenossen, die sich aus den weltpolitischen Konflikten aufgrund des Prinzips der Neutralit√§t seit 1515 heraushalten. In den letzten Wochen zeichnete sich jedoch ein anderes Bild ab. Am 21. Oktober hat die Schweiz gew√§hlt und der h√§rteste Wahlkampf der schweizer Geschichte ist zu Ende. Stra√üenschlachten, ein Gro√üaufgebot der Polizei, Schmutzkampagnen und rassistische Wahlplakate der rechtspopulistischen Schweizer Volkspartei (SVP) sorgten daf√ľr, dass sich in diesem Jahr wohl zum ersten Mal auch das Ausland intensiv f√ľr die schweizer Wahlen interessierte.

Die Schweizer Politik reagierte mit Entsetzen auf die Ausschreitungen bei einer Anti-SVP-Demonstration auf dem Bundesplatz in Bern. Die rechtsgerichtete SVP konnte von den Krawallen sogar profitieren. Aus einer heimatliebenden, patriotischen Grundstimmung heraus gelingt es der SVP und ihrem starken Mann Christoph Blocher bereits seit Jahren, Unterst√ľtzung
zu erlangen. Schlie√ülich wurde die SVP mit 29 Prozent st√§rkste Partei. Diese Wahl ist eine  Antwort auf die Ver√§nderungen im Verh√§ltnis zur EU, auf die wirtschaftliche Globalisierung und auf die Einwanderung.

Die SVP bot jenen eine Heimat, die f√ľrchteten, in der Schweiz heimatlos zu werden. Sie sind gegen Europa und gegen Einwanderung. In der internationalen Berichterstattung wurde zeitweise der Eindruck vermittelt, in der Schweiz stehe eine rechtspopulistische Massenbewegung vor der Macht√ľbernahme. So titelte bereits am 7. September 2007 die britische Tageszeitung The Independent: ‚ÄúSwitzerland: Europe‚Äôs heart of darkness?‚ÄĚ Dennoch w√§re es falsch, den Schweizern Ausl√§nderfeindlichkeit zu unterstellen.

70 Prozent der Schweizer waren mit diesem schmutzigen Wahlkampf keinesfalls einverstanden und es regte sich starker Widerstand in der Bevölkerung. Die Schweiz ist gespalten und viele Gegner der SVP meldeten sich zu Wort.

von Moritz Damm
   

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