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 Heidelberg
29.01.2008

Geheimnislose Loge

ruprecht zu Gast bei Ruprecht zu den fĂĽnf Rosen

„Ein Geheimnis gab es nicht und gibt es nicht.“ Till Neuners Worte sind ebenso eindeutig wie unerwartet. Kein Geheimnis? Der freundliche Freimaurer-Meister lächelt. „Wer sich interessiert, bekommt von uns alles gesagt.“

„Ein Geheimnis gab es nicht und gibt es nicht.“ Till Neuners Worte sind ebenso eindeutig wie unerwartet. Kein Geheimnis? Der freundliche Freimaurer-Meister lächelt. „Wer sich interessiert, bekommt von uns alles gesagt.“ Trotz Adam Weishaupt, der Pyramide auf dem Dollarschein und Dan Browns gesammelten Verschwörungstheorien, nimmt man ihm das irgendwie sofort ab.

Immerhin prangt schon am Hauseingang für jeden sichtbar das Logo der Loge: „Ruprecht zu den fünf Rosen“. Mitten im
beschaulichen Kirchheim, wenig geheimnisvoll. Und auch sonst passt dieser Abend – ein Gästeabend – so überhaupt nicht zum Mythos der unsichtbaren Weltenlenker. Konspirative Treffen sehen wahrscheinlich anders aus. Rund zwanzig Gäste und Brüder, wie sich die Maurer untereinander nennen, sitzen gemeinsam um den Tisch. Keine Kutten, kein Passwort, stattdessen Jever fun und Salzstangen.

Doch das Vortragsthema macht Mut: „Das Ritual – wesentliche Komponenten freimaurerischer Ethik“. Klingt vielversprechend, und Referent Heinrich Borger, der über den „allmächtigen Baumeister aller Welten“ und „symbolische Reisen“ spricht, vermittelt tatsächlich das Gefühl, sich dem wie auch immer gearteten, sagenumwobenen Kern zu nähern. Spätestens wenn er den Initiationsritus beschreibt, bei dem „die Suchenden“ mit einer Binde vor den Augen im Tempelraum der Gemeinschaft beitreten, wird klar: Anscheinend unterscheiden sich die Maurer doch vom Kleintierzüchter-Verein.

Einmal monatlich finden solche rituellen Abende statt. Zu klassischer Musik läuft dabei ein textlich festgelegtes Frage-Antwort-Spiel zwischen den Brüdern ab, die in schwarzen Anzügen, mit weißen Handschuhen und Maurerschürzen im symbolisch geschmückten Tempel sitzen. Meister Neuner beschreibt die einstündige Zeremonie als esoterische Übung oder Mysterienspiel. Bei stündige Übung oder Mysterienspiel. Bei jedem Ritual lasse er sich von einem Aspekt zum Weiterdenken anregen. Die Sinnsuche ist ihm spürbar wichtig.

Doch Neuner sieht auch ganz profanen Nutzen. So frage er sich im Alltag oft: Wie sollte ich als Freimaurer handeln? In der Theorie lautet das Maurer-Ideal: Vom Symbolismus zur Aktion. Die praktische
Umsetzung lässt der Meister offen. Sie bleibt sein Geheimnis.

von Fabian Wennemer
   

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