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 Movies
01.07.2008

Julia

1 von 4 rupis - Film langatmig, Schauspieler toll

Perspektivlos, alkoholabh├Ąngig, wackelig auf den Beinen. Das ist Julia, die Hauptperson des gleichnamigen Kinofilms, wunderbar gespielt von Tilda Swinton. Leider kann der Film nicht genauso ├╝berzeugen wie seine Hauptdarstellerin.

Eine Szene des Films ist bezeichnend f├╝r seinen Gesamteindruck: Hauptperson Julia rauscht im Auto durch die karge W├╝ste, kein Ziel vor Augen, keine Stra├če, der sie folgt. Ebenso perspektivlos ist ihr Leben. Julia (Tilda Swinton) ist alkoholabh├Ąngig, verliert zu Beginn des Films ihren Job und hat Schulden.

Sie wacht jeden Morgen neben einem anderen Mann auf und erinnert sich nicht mehr an die Eskapaden der Nacht. So wackelig, wie sie auf High-Heels durch die Kulisse stolpert, ist Julia auch insgesamt auf den Beinen. Die Hilfe eines Freundes will sie nicht annehmen, die Selbsthilfegruppe findet sie idiotisch. Immer weiter treibt sie sich in die Ausweglosigkeit, als sie das schnelle Geld wittert und einen Jungen entf├╝hrt. Die Sucht macht sie aggressiv und skrupellos. Das Kind wird mit Schlaftabletten vollgestopft und an Heizungsrohre im Motel gefesselt. Nur selten wirkt Julia menschlich dem achtj├Ąhrigen Tom gegen├╝ber. Die Idylle, als er sich zu ihr ins Bett kuschelt, ist schnell dahin. Der Junge wird erneut entf├╝hrt.

Der Zuschauer muss ausharren

Hier und an vielen anderen Stellen ist der Zuschauer in einer Endlosschleife. Regisseur Erick Zonca will mehrere Geschichten gleichzeitig erz├Ąhlen und verwickelt sich so in seinem Filmmaterial. Im Kino sollte der Zuschauer sich nie das Ende herbeisehnen, in diesem Fall muss er jedoch lange ausharren.

Nicht genug bekommt man dagegen von der oskarpr├Ąmierten Swinton und dem jungen Aidan Gould. Swinton zeigt eindrucksvoll, dass es mehr als eine Facette des trunkenen Zustandes gibt. Ihr kauft man alles ab: Angst, ├ťberlegenheit, Hoffnung, Erschrockenheit. Ihr junger Kollege steht dem in nichts nach. Den Film muss man nicht unbedingt sehen, die Schauspieler sollte man sich jedoch merken.

von Stefanie Fetz
   

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