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 Feuilleton
03.06.2008

Liebe macht glĂŒcklich

Premiere der Oper „Eugen Onegin“ im Stadttheater

Als eine Mischung aus Karussell und MetallgegenstĂ€nden prĂ€sentiert sich das BĂŒhnenbild der Oper "Eugen Onegin" im Heidelberger Stadttheater. Über der BĂŒhne strahlt ein Neonlicht mit den Worten "Liebe macht glĂŒcklich".

 Eine Mischung aus Karussell und MetallgegenstĂ€nden: So prĂ€sentiert sich das BĂŒhnenbild der Oper "Eugen Onegin" im Heidelberger Stadttheater. Über der BĂŒhne strahlt ein Neonlicht mit den Worten "Liebe macht glĂŒcklich".

"Eugen Onegin" wurde 1878 von Peter Tschaikowsky geschrieben und basiert auf dem gleichnamigen Versroman von Alexander Puschkin. FĂŒr Regisseur Benedikt von Peter war es die zweite Inszenierung in Heidelberg. Das StĂŒck wurde in russischer Sprache gesungen, um die musikalische Sprache Tschaikowskys voll auszuschöpfen.

Die Oper beginnt mit dem Gesang der Amme (Ortrun Wenkel) und der Mutter Larina (Carolyn Frank). Sie besingen beide „die Gewöhnung zum Ersatz von GlĂŒck“ in Larinas Ehe. Im Hintergrund treten die beiden Töchter Tatjana (Larissa Krokhina) und Olga (Olga Privalova) auf, die noch von der perfekten Liebe trĂ€umen. Dann kommt der Dichter Lenski (Emilio Pons), Olgas Verlobter, zu Besuch und bringt seinen Freund Eugen Onegin (Sebastian Geyer) mit, in den sich Tatjana sofort verliebt.

Liebe, Eifersucht und Tod auf Russisch

Tatjana schreibt des Nachts einen Liebesbrief an Onegin und lĂ€sst ihn von der Amme ĂŒberbringen. Als Onegin tags darauf vorbeikommt, ist Tatjana verunsichert und setzt die ĂŒber Nacht abgelegte Maske wieder auf. Onegin erklĂ€rt ihr, dass er nicht zur Liebe tauge. Seine GefĂŒhlslosigkeit stĂ¶ĂŸt Tatjana vor den Kopf. Im zweiten Akt wird Tatjanas Namenstag gefeiert, an dem Onegin so lange mit Olga tanzt, bis Lenski eifersĂŒchtig wird und ihn zum Duell auffordert: Lenski wird von Onegin erschossen.

Der letzte Akt spielt einige Jahre spĂ€ter: Onegin trifft auf einem Ball in Petersburg Tatjana wieder, die sich sehr verĂ€ndert hat. Als sie ihm als Gattin von FĂŒrst Gremin (Wilfried Staber) vorgestellt wird, stellt er fest, dass er mit ihr glĂŒcklich werden will. Er erklĂ€rt ihr seine Liebe in einem dramatischen Solo, aber es ist zu spĂ€t: Sie hat den Grundsatz ihrer Mutter, „die Gewöhnung als Ersatz fĂŒr das GlĂŒck“ zu nehmen, akzeptiert. „Eugen Onegin“ zeigt dem Zuschauer eine Gesellschaft, in der das GlĂŒck zur kĂ€uflichen Ware geworden ist.

Masken der Gesellschaft

Die Inszenierung lebt von den starken SĂ€ngerpersönlichkeiten und den ausgefallenen KostĂŒmen. AuffĂ€llig sind die bemalten Köpfe, die sich die Schauspieler wĂ€hrend des StĂŒcks immer wieder auf- oder absetzen: Sie stellen Masken dar die man in der Gesellschaft trĂ€gt, um seine wahren GefĂŒhle zu verstecken. In Onegins persönlichen Kampf wird die Möglichkeit zu lieben gespiegelt in der allgemeinen Verunsicherung der Menschen darĂŒber, was denn der richtige Weg im Leben ist.

von Sandra Malter
   

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