Dies ist ein Archiv der ruprecht-Webseiten, wie sie bis zum 12.10.2013 bestanden. Die aktuelle Seite findet sich auf https://www.ruprecht.de

ruprecht-Logo Banner
ruprecht/Schlagloch-doppelkeks-Jubiläum
Am 13.10. feiern wir 25 Jahre ruprecht/Schlagloch und 10 Jahre doppelkeks [...mehr]
ruprecht auf Facebook
Der aktuelle ruprecht
ruprecht vor 10 Jahren
Andere Studizeitungen
ruprechts Liste von Studierendenzeitungen im deutschsprachigen Raum
ruprecht-RSS
ruprecht-Nachrichten per RSS-Feed
 Hochschule
06.05.2008

Kauft euch einen Prof!

Geographie-Studenten zahlen Professor selbst

Das Geographische Institut bezahlt nun zwei Vertretungsprofessuren aus Studiengeb├╝hren - aus Geldmangel. Die Studenten stimmten z├Ąhneknirschend zu. Zwar soll es eine Ausnahme sein, aber die L├Âsung k├Ânnte Schule machen.

Seit dem laufenden Sommersemester finanziert das Geographische Institut zwei Vertretungsprofessuren aus Studiengeb├╝hren, weil sie aus dem institutseigenen daf├╝r vorgesehenen Ausgabentopf nicht mehr bezahlt werden k├Ânnen.

Eine der beiden Professuren ist schon seit zwei Jahren vakant. Laut der seit einem Jahr g├╝ltigen universit├Ątsinternen Regelung, m├╝ssen sich Institute an Vertretungsprofessuren finanziell zu einem Viertel beteiligen.

Diese Dauerbelastung von einer, in diesem Semester sogar zwei Stellen, lie├č die Institutsleitung, der laut Diana Griesinger und Johannes Anhorn, studentische Mitglieder der Geb├╝hrenkommission Geographie, keine andere Wahl als eine Finanzierung der Vertretungsprofessuren aus dem Geb├╝hrentopf anzudenken.

Wahrscheinlich w├Ąre auch eine Finanzierung allein aus den Mitteln des Instituts m├Âglich gewesen, jedoch h├Ątten dann Einschr├Ąnkungen an anderer Stelle gedroht. So stand etwa die Aufrechterhaltung der gro├čz├╝gigen ├ľffnungszeiten der Institutsbibliothek zur Debatte. Die Geb├╝hrenkommission musste folglich die Vor- und Nachteile des jeweiligen Finanzierungsmodells gegeneinander abw├Ągen und entschloss sich z├Ąhneknirschend zur Finanzierung mit Mitteln aus Studiengeb├╝hren. Allerdings verlangten die Studenten eine zeitliche Begrenzung auf ein Semester.

Greisinger und Anhorn wiesen darauf hin, dass noch niemand wisse, was danach komme. Beide betonen jedoch, dass das Arbeitsklima zwischen Studenten und Professoren innerhalb der Geb├╝hrenkommission grunds├Ątzlich sehr harmonisch und konstruktiv sei. Vielmehr liege der schwarze Peter bei der Univerwaltung, welche die Regelung der Finanzierung von Vertretungsprofessuren beschlossen habe und nun durchsetze. Die 25-prozentige Beteiligung h├Âre sich zun├Ąchst nicht nach viel Geld an, k├Ânne aber eine kleines Institut finanziell schnell in die Knie zwingen, so die studentischen Vertreter.

Ob die Regelung der Geographen dagegen mit der gesetzlichen und universtit├Ątsinternen Forderung, Geb├╝hren nur zur Verbesserung der Lehre auszugeben, vereinbar ist, wurde bislang offenbar nicht gepr├╝ft. Die Universit├Ątsverwaltung selbst hatte vor Einf├╝hrung der Studiengeb├╝hren eine mit studentischen Vertretern abgestimmte Negativliste herausgegeben. Darin ist stichwortartig zusammengefasst, was nicht aus den Mitteln der studentischen Geb├╝hren bezahlt werden darf. So soll ein Missbrauch der Studiengeb├╝hren vermieden werden.

Tats├Ąchlich ist nicht klar, inwieweit das Finanzierungsmodell der Geographen mit dem in dieser Liste aufgef├╝hrte Grundsatz, dass der ÔÇ×Besch├Ąftigung von Personal mit ForschungsaufgabenÔÇť nicht gestattet ist, zu vereinbaren ist.

von Thomas Heberle
   

Archiv Hochschule 2022 | 2021 | 2020 | 2019 | 2018 | 2017 | 2016 | 2015 | 2014 | 2013 | 2012 | 2011 | 2010 | 2009 | 2008 | 2007 | 2006 | 2005 | 2004