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 Interview
06.05.2008

‚ÄěUnvertretbarer Eingriff‚Äú

Interview mit Kunsthistoriker Michael Hesse

Ein bescheidener Bau reicht nicht, eine großformatige Lösung wäre kein zu vertretender Eingriff. Zum Thema Erweiterungsbau sprach der ruprecht mit dem Heidelberger Kunsthistoriker Professor Michael Hesse.

Zum Thema Erweiterungsbau sprach der ruprecht mit dem Heidelberger Kunsthistoriker Michael Hesse.


ruprecht: Was halten Sie von dem geplanten Erweiterungsbau am Kongresshaus?

Michael Hesse
: Sehr wenig. Ein bescheidener Erg√§nzungsbau w√ľrde nicht den gew√ľnschten Funktionen entsprechen. Die angestrebte gro√üformatige L√∂sung hingegen w√§re ein nicht zu vertretender Eingriff in den Stadthallenbau und in das Heidelberger Stadtbild an einer √§u√üerst sensiblen Stelle.

Wird der Stil des Gebäudes dadurch sehr stark beeinträchtigt?

Es geht gar nicht um Stilfragen. Henkenhaf und Ebert, die Architekten der Stadthalle, haben damals schon ein gro√ües Raumvolumen realisiert mit einem absichtlich vielf√§ltig und kleinteilig gegliederten Bau. Eine ann√§hernde Verdoppelung ‚Äď darauf l√§uft es hinaus ‚Äď w√ľrde jeden Ma√üstab sprengen.

Kritiker bef√ľrchten, dass die Erweiterung auch das Stadtbild, vom Philosophenweg aus gesehen, ver√§ndern wird.

Das ist ein zentrales Problem. Und zwar nicht nur f√ľr die Sicht vom Philosophenweg. Heidelbergs Weltgeltung beruht ja nicht darauf, dass Sie hier wie in Rom oder Paris √ľberall ganz tolle Bauten finden. Die Weltgeltung beruht auf dem Stadtbild als einem Ganzen, auf der malerisch gestaffelten Altstadtbebauung unterhalb der Schlossruine, wo sich das Neckartal in die Rheinebene √∂ffnet. Das hat man seit Jahrhunderten so wahrgenommen, denken Sie nur an Turners Heidelberg-Ansichten. Ein Erweiterungsbau w√ľrde genau dieses Ensemble zerst√∂ren, egal, von wo man schaut.

Wie stehen Sie dazu, dass der Montpellierplatz dem Projekt weichen m√ľsste?


Der Platz gehört unverzichtbar zum Baudenkmal Stadthalle, weil er ihr in der dicht gedrängten Altstadtbebauung ein Mindestmaß an räumlicher Wirkung gibt.

K√∂nnte man √Ąnderungen auch so vornehmen, dass sie ins Stadtbild passen?

Schauen Sie sich die größeren Neubauten aus den letzten Jahren und Jahrzehnten in der Altstadt an und bleiben Sie dann optimistisch.

von Melanie Schork
   

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