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 StudiLeben
06.05.2008

Wirtschaft und Ethik

"Sneep" bringt Studenten zum Nachdenken

Ob die Bezahlung Josef Ackermanns gerecht ist oder ob man ruhigen Gewissens bei Aldi einkaufen kann, diskutiert man Sonntags auf Anne Wills Couch, oder bei "sneep", einer neu gegr√ľndeten Initiative an der Uni Heidelberg.

Ob die Bezahlung Josef Ackermanns gerecht ist oder ob ruhigen Gewissens bei Aldi und Co. eingekauft werden kann, wird vor allem Sonntags auf Anne Wills Couch diskutiert -oder eben bei "sneep", der neuen Initiative hier an der Uni.

Geld, verkn√ľpft mit moralischen, √∂kologischen oder ethischen Fragestellungen, wird schnell den Engagierten aus Kirche, der √∂kologischen Bewegung, Nichtregierungsorganisationen und den Wahlkampfrhetorikern √ľberlassen. Um so erstaunlicher: Multis wie Nike, Shell und andere Gro√üunternehmen bem√ľhen sich neuerdings, ihr Profil hin zu mehr
Verantwortlichkeit zu schärfen. Das Zauberwort der Bewegung heißt CSR - corporate social responsibility.

Inwieweit kann aber wirtschaftliches und damit gewinnorientiertes Handeln nachhaltig sein? Passen Ethik, Moral und Kapital wirklich zusammen? Solche Fragen werden mit Gl√ľck in Seminaren und Vorlesungen selbst an einer Volluniversit√§t wie Heidelberg nur kurz angeschnitten, jedoch nicht ausreichend gekl√§rt, zeigt sich sneep-Mitglied Thiemo W√∂rthge entt√§uscht.

So entstand gegen Ende des letzten Semesters die Idee, eine sneep-Gruppe in Heidelberg zu gr√ľnden. Die mittlerweile etwa zehn Studierenden aus den unterschiedlichsten Fachdisziplinen von Politik √ľber Philosophie bis hin zu Physik, wollen nicht vorrangig ein konkretes Unternehmen beraten, sondern vielmehr ein Diskussionsforum schaffen, um den Begriffen CSR und Wirtschaftsethik n√§her zu kommen.

Die unterschiedliche fachliche Herkunft sehen sie als Vorteil, um sich so von vielen unterschiedlichen Seiten der Thematik nähern zu können. Dabei haben sie sich ehrgeizige Ziele gesetzt. Bei den alle zwei Wochen stattfindenden
Treffen werden immer neue Aspekte der Wirtschaftsethik gemeinsam erarbeitet. So soll zuerst die ökonomische, später die Bedeutung des Staates und schließlich die Rolle des Individuums in diesem Spannungsfeld diskutiert werden.

Wichtig ist den Mitgliedern, nicht realit√§tsfern aus dem wissenschaftlichen Elfenbeinturm heraus zu argumentieren, sondern immer die M√∂glichkeit der konkreten Umsetzung vor Augen zu haben. Nachdem die ersten H√ľrden der
Gr√ľndung √ľberwunden sind, wird ein wissenschaftliches Kuratorium eingerichtet, um den Kontakt zu Uni und Forschung zu halten und zu intensivieren. Langfristig soll eine j√§hrlich stattfindende Podiumsdiskussion zum Thema etabliert werden. Wichtig: sneep-Gruppen gibt es in ganz Deutschland.

Dieses Netzwerk sowie die Kooperation mit dem deutschen Netzwerk f√ľr Wirtschaftsethik e.V. er√∂ffnen neue M√∂glichkeiten. So k√∂nnen Erfahrungen ausgetauscht, Praktikumspl√§tze angeboten und ein intensiver Dialog mit
Vertretern aus Wissenschaft und Wirtschaft gef√ľhrt werden.



Homepage des Vereins: www.sneep.info

von Thomas Heberle
   

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